Neue DHL-Packstation für Schwarze Pumpe geplant – doch ein Haken bleibt offen
In Spremberg gibt es neben einer DHL-Partnerfiliale bereits zwei Packstationen in der Kernstadt. Nun soll eine weitere DHL-Packstation in Schwarze Pumpe entstehen. Sie soll das Versenden und Empfangen von Post im Alltag erleichtern. Wie weit das DHL-Projekt ist – und welcher Haken damit verbunden ist –, steht im Mittelpunkt der aktuellen Nachricht.
Derzeit werden für Spremberg, Niederlausitz und Schwarze Pumpe drei DHL-Packstationen genannt. Ihre Standorte liegen an der Lusatia 1, 03130 Spremberg, an der Hoyerswerdaer Straße 21, 03130 Spremberg, sowie an der Grünstraße 3, 03130 Spremberg. Die Öffnungszeiten unterscheiden sich je nach Station und sollten vorab einzeln geprüft werden; hinterlegte Zeiten können sich je nach Anlass ändern.
Was Nutzer vor Ort wissen sollten
Sendungen bleiben in der Regel bis zu sieben Tage in der Packstation. Für die Abholung ist ein Ausweisdokument nötig, empfohlen wird der Personalausweis. DHL informiert per E-Mail und gegebenenfalls per Push-Nachricht über die Ankunft. Seit April 2022 ist die Post-&-DHL-App das alleinige Werkzeug für die Abholung von Sendungen, die direkt an eine Packstation adressiert wurden. Sie erzeugt einen zeitlich begrenzten, scanbaren Abholcode; mobiles Internet ist dafür erforderlich.
Abholen darf grundsätzlich nur der Inhaber des jeweiligen Kundenkontos. Zugangsdaten an andere weiterzugeben, ist nicht zulässig. Wird eine Station voll, ist sie defekt oder passt ein Paket wegen seiner Maße nicht hinein, leitet DHL die Sendung ohne Rücksprache an eine andere Packstation oder eine Postfiliale um. Bei einer Filialumleitung klappt die Abholung meist erst am nächsten Werktag; dort gilt eine Lagerfrist von sieben Werktagen, zusätzlich ist eine Identitätsprüfung mit Personalausweis nötig. Eine weitere Umlagerung oder Zweitzustellung gibt es nicht.
In der Packstation werden Sendungen sieben Kalendertage lang aufbewahrt, einschließlich des Einstellungstags. Danach gehen sie an den Absender zurück. Ist das Fach einmal geöffnet, kann die Annahme laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht mehr verweigert werden.
Größe, Versand und die kleinen Stolpersteine
Geeignet für den Empfang sind DHL-Pakete und -Päckchen, Bücher- und Warensendungen sowie Groß- und Maxibriefe. Standardbriefe, Kompaktbriefe und Postkarten werden dagegen nicht in Packstationen eingelegt. Empfangene Sendungen müssen mindestens 15 × 11 × 1 cm groß sein und dürfen höchstens 75 × 60 × 40 cm messen. Nicht jede Station besitzt ein XL-Fach, das Höchstgewicht liegt bei 31,5 kg.
Nachnahmesendungen werden seit April 2018 an Postfilialen umgeleitet, denn am Automaten kann nicht bezahlt werden. Lieferungen konkurrierender Paketdienste sind ausgeschlossen. Bundesweit können Kunden frei wählen, an welcher Packstation sie Sendungen empfangen oder versenden; die nächstgelegene Station lässt sich über den „Postfinder“ ermitteln.
Für den Versand eignen sich nur Päckchen und Pakete, nicht Groß- oder Maxibriefe sowie Bücher- und Warensendungen. Möglich ist die Einlieferung mit online vorfrankierten Strichcode-Aufklebern, mit in Filialen oder Paketshops erworbenen Marken und mit Retourenaufklebern. Seit März 2018 können unterstützende Stationen online gekaufte Paketmarken per QR-Code ausdrucken. Versandaufkleber direkt an der Packstation zu kaufen, ist seit Mitte 2017 nicht mehr möglich.
Registrierte wie nicht registrierte Kunden können frankierte Päckchen und Pakete einliefern. Teilweise lassen sich auch Retouren über eine Packstation verschicken, wenn die ursprüngliche Zustellung nicht durch DHL oder die Deutsche Post erfolgte. Der Barcode wird gescannt, danach wird eine Fachgröße ausgewählt und die Sendung eingelegt. Mehr als 75 × 60 × 40 cm darf sie auch beim Versand nicht messen. Einen Einlieferungsbeleg kann man ausdrucken oder sich als registrierter Kunde per E-Mail zusenden lassen; er enthält nur die Paketnummer, nicht die Empfängeradresse.
Erweiterte Transportversicherung, GoGreen, Rollenform und bestimmte Nachweise können an Packstationen nicht gebucht werden. Für die Adressierung gehören Name des Empfängers, persönliche Postnummer, „Packstation“ und die dreistellige Stationsnummer sowie Postleitzahl und Ort der Packstation auf die Sendung. Fehlt bei einer Online-Bestellung ein Feld für den Adresszusatz, kommt die Postnummer zusammen mit dem Namen hinein; „Packstation“ wird ins Straßenfeld geschrieben, die Stationsnummer ins Hausnummernfeld.
Ein Automat mit langer Vorgeschichte
Eine Packstation ist ein Paketautomat von DHL, der Paket- und Expressdiensttochter der Deutschen Post AG. Das System wurde ab Ende 2001 aufgebaut, zunächst in Dortmund und Mainz. Als Erfinder gilt Boris Mayer, der die Packstation 1999 entwickelte. In der Pilotphase konnten Pakete allerdings noch nicht direkt an eine Packstation adressiert werden: Sie gingen an die Hausadresse und wurden bei Abwesenheit zu einer fest zugeordneten Station gebracht. Im Oktober 2002 wurde das System auf Bad Vilbel, Frankfurt am Main und Offenbach am Main ausgeweitet.
Produziert werden die Packstationen vom österreichischen Hersteller KEBA. 2007 kündigte DHL an, bis 2009 zusätzlich 1.500 Automaten aufzustellen, unter anderem an Aldi-Filialen. Im November 2009 waren 2.500 Automaten installiert; DHL erklärte damals, für 90 Prozent der Bevölkerung sei eine Station innerhalb von etwa zehn Minuten erreichbar. Danach ging es weiter: rund 2.650 Stationen 2014, 3.000 im Jahr 2016, 5.000 im Jahr 2020, 7.000 im Jahr 2021 und 10.000 im Juli 2022.
Im September 2023 wurden 12.500 Stationen genannt, im Januar 2025 waren es 14.200, im Juli 2025 dann 15.500. Im März 2026 gab es bundesweit mehr als 17.000 Packstationen; eine spätere Bestandsangabe nennt 16.500. DHL plant für 2030 den Betrieb von 30.000 Stationen. Ausgebaut wird vor allem in Ballungsräumen und Städten, während ländliche Regionen weniger dicht versorgt sind. Die größte Packstation steht in der Karlsruher Südstadt und verfügt über 602 Fächer.
Im September 2023 waren mehr als 23 Millionen Kunden registriert. Bestimmte Sendungen können in der Regel rund um die Uhr abgeholt und selbst eingeliefert werden. Registrierung und Nutzung kosten zusätzlich zum Porto nichts; ein reiner Paketversand ist auch ohne Registrierung möglich. Für die Registrierung braucht es eine Adresse innerhalb der EU, eine deutsche Mobilfunknummer und ein Mindestalter von 18 Jahren. Identitäts- und Adressprüfung sowie die Aktivierung des mobilen Endgeräts gehören zur Freischaltung.
App statt Karte – und Alternativen
Bis Ende März 2022 konnten Bestandskunden mit Kundenkarte beziehungsweise Postnummer und vierstelligem Abholcode abholen. Wegen zunehmender Phishing-Angriffe wurde seit 2012 das mTAN-Verfahren genutzt, für das eine registrierte Mobilfunknummer notwendig war. Nach Kritik an der Umstellung stellte DHL im November 2012 zusätzliche Mitarbeiter ein und richtete eine kostenlose Hotline ein.
Frühere Kundenkarten, die „Goldcards“, enthielten Name und Postnummer auf einem Magnetstreifen. Ab 2017 stellte DHL schrittweise auf Strichcodes um, ab 2018 wurden Stationen ohne Magnetkartenleser eingeführt. Dort genügten Postnummer und mTAN. Benachrichtigte Sendungen nach einem erfolglosen Zustellversuch konnten früher auch Nichtkunden mit Abholkarte und Barcode an einer Packstation abholen. Dafür war keine Registrierung erforderlich; die Aufbewahrungsfrist betrug neun Kalendertage, und eine Zweitzustellung konnte online beauftragt werden. An kompakten Stationen ohne Bildschirm und Scanner ist die Abholung ohne App nicht möglich.
Seit Januar 2004 bietet DHL für Großunternehmen mit mindestens 3.000 Mitarbeitern „Packstationen Inhouse“ an. Das erste Unternehmen war SAP in Walldorf, bekannte weitere Nutzer sind BASF, Siemens, die Deutsche Telekom und die Bundeswehr. Diese Stationen sind vorwiegend für Mitarbeiter bestimmt, ihre Standorte werden nicht öffentlich veröffentlicht. Zugang, Öffnungszeiten und Ersatz-Zustellorte können von öffentlichen Packstationen abweichen.
Als Alternative gibt es seit dem 1. September 2012 „Postfiliale Direkt“. Pakete und Päckchen werden dabei an Partnerfilialen geliefert, die Abholung ist nur während der Öffnungszeiten möglich; Briefprodukte und Express-Sendungen sind ausgeschlossen. Seit 2021 bietet DHL außerdem die „Poststation“ an. Weitere Selbstbedienungsangebote der Deutschen Post waren Paketbox, Post 24/7, Briefstation und der von 2014 bis Anfang 2019 angebotene Paketkasten.
Wachstum, Kritik und ein Blick über den Automatenrand
DHL erhielt für die Packstation mehrere Auszeichnungen, darunter 2004 den World Mail Award, einen Multimedia Award und später den Useware-Preis. In Österreich gibt es mit der Post.24-Station ein vergleichbares, ebenfalls von KEBA hergestelltes System. Amazon betreibt mit „Amazon Locker“ ein eigenes Abholsystem, das ausschließlich für von Amazon versendete Sendungen vorgesehen ist.
Ganz ohne Reibung lief die Geschichte nicht. Der BdKEP kritisierte 2014, exklusiv von DHL betriebene Paketstationen behinderten Wettbewerber; DHL wies die Kritik zurück. Sicherheitsanalysen bemängelten 2011 die leichte Kopierbarkeit der Magnetkarte. 2015 wurde eine Schwachstelle der mTAN-App bekannt, durch die sich Transaktionsnummern aus Login-Daten rekonstruieren ließen; DHL deaktivierte die betreffende Funktion. Zugangsbeschränkungen zu einzelnen Stationen begründete DHL 2018 mit Vandalismus, eine Station wurde wegen zu hoher Lärmemissionen geschlossen.
2023 erhielt Deutsche Post DHL zum zweiten Mal einen Big Brother Award. Kritisiert wurden die notwendige Smartphone- beziehungsweise App-Nutzung und Datenübertragungen der App an Tracking-Unternehmen. Für Spremberg bleibt derweil die ganz praktische Frage: Wo genau die neue Station in Schwarze Pumpe stehen wird, wann sie nutzbar ist – und ob der angekündigte Haken beim täglichen Gang zum Paketautomaten tatsächlich ins Gewicht fällt.
