In Österreich wird an Filialen und Standorten kräftig umsortiert. Discountketten wie Action, Tedi, NKD und Woolworth wachsen stark; Dekorationsartikel sind ein wichtiger Teil ihrer breiten Sortimente. Action betreibt rund 130 Filialen und expandiert weiter, Tedi hat einige Dutzend Geschäfte mehr. Woolworth ist seit knapp drei Jahren wieder in Österreich vertreten und eröffnete seither rund 60 Geschäfte.

Die Rechnung dieser Ketten geht vor allem über Spontankäufe und niedrige Preise auf. Ein Korb, der eigentlich nur für Batterien gedacht war, ist dann schnell noch mit Kerzen, Aufbewahrungsboxen und irgendeinem kleinen Wohnaccessoire gefüllt. Pepco dagegen stellte nach einer starken Expansion 2024 einen Insolvenzantrag und schloss alle österreichischen Filialen.

Neue Namen, alte Standorte

Auch Ikea und die XXXLutz-Gruppe verfügen bei Heimtextilien und Dekorationswaren über hohe Marktanteile. Wohnaccessoires machen bei Ikea traditionell einen bedeutenden Umsatzanteil aus. Bei der XXXLutz-Gruppe ist ihre Bedeutung ähnlich, aber weniger ausgeprägt.

Die deutsche Hausratkette Butlers expandierte in den 2010er-Jahren, meldete 2017 Insolvenz an und wurde 2021 von Home24 übernommen. Die XXXLutz-Gruppe übernahm Home24 2022. Nun geht Butlers wieder auf Expansionskurs: 2025 übernahm die Kette ein Geschäftslokal auf der Wiener Mariahilfer Straße, das zuvor Interio genutzt hatte. Interio war dort ebenfalls mit Zierobjekten und Kleinmöbeln vertreten.

Nur wenige Meter entfernt schloss Kare 2025 sein Geschäft. In Österreich ist die Marke nur noch am Standort Vösendorf vertreten. Solche Wechsel zeigen, wie schnell sich das Bild einer Einkaufsstraße verändern kann: Heute stehen dort Zierobjekte, morgen Kleinmöbel, übermorgen vielleicht wieder etwas ganz anderes.

Die dänische Kette Jysk verzeichnete zuletzt ein deutliches Umsatzplus. Bis 2021 firmierte sie in Österreich als „Dänisches Bettenlager“. Nach der Umbenennung wurde das Sortiment stärker um Kleinmöbel und Heimtextilien erweitert.

Von Söstrene Grene bis Sewa

Söstrene Grene eröffnet seine achte österreichische Filiale. Verkauft werden vor allem kleine Interieurartikel und Textilien. In Deutschland betreibt die Kette nach starker Expansion bereits mehr als 100 Filialen.

Daneben sind Zara Home und H&M Home in Österreich mit nur wenigen Geschäften vertreten. Flying Tiger und Hema führen Geschenkartikel, Partybedarf, Haushaltsartikel und Dekoration. Dazu kommen Nanu Nana und Sewa sowie Baumärkte und andere Branchen, die saisonal Ware zu Weihnachten, Ostern und Halloween ins Regal stellen.

Der Secondhandmarkt spielt angesichts der niedrigen Preise der Diskonter nur eine geringe Rolle. Gleichzeitig bekommt der stationäre Handel den Druck der Onlineanbieter immer stärker zu spüren. Der chinesische Billigwarenanbieter Temu gehört laut RegioData inzwischen zu den fünf größten Onlineshops in Österreich und verkauft ebenfalls zahlreiche Wohn- und Dekorationsartikel.

Im Bereich Möbel und Heimtextilien einschließlich Dekoration liegt der Onlineanteil bei 17,2 Prozent. Der stationäre Möbelhandel verzeichnete in den vergangenen drei Jahren einen Umsatzrückgang von rund 15 Prozent. Laut RegioData geben Verbraucher weniger Geld für Waren aus, investieren aber mehr in Wellness, Beauty, Freizeit und Urlaub. Diese Verschiebung hin zu Selfcare- und Erlebnisangeboten betrifft neben der Deko- und Wohnbranche auch Bekleidung, Schuhe und Elektronik.

Das Handy ist längst der Einkaufszettel

Der österreichische Onlinehandel erreichte 2025 ein neues Allzeithoch. Der Bruttoumsatz stieg um 9,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Grundlage dafür ist eine Erhebung des Instituts für Österreichs Wirtschaft (iföw) im Auftrag der WKO-Bundessparte Handel.

Besonders häufig kauften Österreicherinnen und Österreicher bei Amazon, Temu und Zalando ein. Temu legte besonders stark zu und überholte Zalando auf Platz zwei. Deutlich mehr wurde vor allem mit Pflegeprodukten, Lebensmitteln und Mode umgesetzt.

Die 16. Ausgabe der jährlichen „eCommerce-Studie Österreich“ des Handelsverbands und der KMU Forschung Austria untersucht das Konsumverhalten im Distanzhandel. Danach stiegen die Ausgaben im österreichischen Distanzhandel 2025 um 14 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro. Pro Kopf wurden durchschnittlich 2.080 Euro ausgegeben, 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil des eCommerce an den gesamten Einzelhandelsausgaben überschritt die Marke von 14 Prozent.

Richtig Bewegung steckt im Smartphonegeschäft: Die Ausgaben für Onlinekäufe per Smartphone stiegen um 28 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Seit 2015 wuchs der Mobile-Commerce-Sektor um 976 Prozent; rund ein Drittel der Distanzhandelsumsätze wird mittlerweile per Smartphone erzielt. Der Interneteinzelhandel legte ebenfalls um 14 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro zu.

Mehr als 12.000 aktive österreichische Webshops blieben dabei zahlenmäßig konstant. Rund 6 Millionen Menschen in Österreich kauften 2025 im Distanzhandel ein. Umsatzstärkste Warengruppen waren Bekleidung mit 2,3 Milliarden Euro, Elektrogeräte mit 1,54 Milliarden Euro und Möbel mit 0,82 Milliarden Euro.

Bei den Wachstumssegmenten lagen Elektrogeräte, Bücher und Schuhe mit jeweils 18 Prozent vorne. Sportartikel legten um 14 Prozent zu, Spielwaren um 13 Prozent. Die höchsten Online-Anteile an den jeweiligen Einzelhandelsausgaben entfielen auf Spielwaren mit 41 Prozent, nach 31 Prozent im Jahr 2016, Sportartikel mit 39 Prozent nach 27 Prozent, Elektrogeräte mit 34 Prozent nach 26 Prozent und Bekleidung mit 29 Prozent nach 21 Prozent. Bei Büchern lag der Anteil bei 31 Prozent, 2016 waren es 32 Prozent.

Pakete, Retouren und ein kleiner Sprachbefehl

Die Retourenquote stieg von 42 Prozent im Jahr 2024 auf 44 Prozent im Jahr 2025; 2023 hatte sie bei 38 Prozent gelegen. Rund 2,6 Millionen der 6 Millionen Distanzhandelskäufer retournierten mindestens einmal im Kalenderjahr bestellte Waren. Als Grund für den Anstieg wird ein höheres Bestellvolumen bei Fernost-Plattformen sowie häufigere Qualitätsprobleme dort genannt.

Etwa 1,2 Millionen Menschen verfügen in Österreich über einen digitalen Sprachassistenten wie Amazon Echo oder Google Home. Für Onlinebestellungen nutzen diese Helfer allerdings nur rund 10.000 Personen. Rund 270.000 Menschen verwenden Sprachassistenten zur Verwaltung von Einkaufslisten.

Auch bei der Zustellung wird ausprobiert und ausgewichen: 41 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher verzichteten in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal bewusst auf eine Hauszustellung und nutzten stattdessen etwa Paketautomaten, Abholstationen oder Pickup-Paketshops. Im Burgenland waren es 52 Prozent, in Wien 51 Prozent, in Vorarlberg 48 Prozent, in Kärnten 44 Prozent, in Salzburg 33 Prozent und in Tirol 22 Prozent.

Die Studie basiert auf telefonischen Befragungen von 950 Personen ab 15 Jahren. Die Stichprobe wurde nach Geschlecht, Alter und Bundesland quotiert und soll die österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren repräsentieren. Die Befragung lief von Mai 2024 bis April 2025. Während in den Filialen also weiter Kerzen, Körbe und Kleinmöbel auf spontane Kundschaft warten, wandert ein wachsender Teil des Einkaufs mit einem Wisch über den Bildschirm nach Hause.