Aldi kehrt nach Johannisthal zurück: Neubau bietet mehr Platz, Photovoltaik und Packstation
In Berlin-Johannisthal öffnet am Montag, 2. November 2026, um 7 Uhr ein neuer Aldi-Nord-Markt. Die Filiale liegt an der Winckelmannstraße 38–42 im Bezirk Treptow-Köpenick – dort, wo bis Silvester 2025 die alte Aldi-Filiale geöffnet hatte.
Nach deren Schließung am 31. Dezember 2025 wurde das Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Während der Bauzeit wich Aldi auf den Sterndamm 140 aus. Der Interimsmarkt im früheren Rewe-City-Markt hatte am 19. Januar 2026 eröffnet und schließt am 26. September 2026 nach Geschäftsschluss. Beide Standorte liegen nur etwa 500 Meter voneinander entfernt.
Mehr Platz, breitere Gänge
Die neue Filiale ist nach dem aktuellen Aldi-Nord-Filialkonzept gestaltet. Die Verkaufsfläche wächst von 755 auf mehr als 1050 Quadratmeter. Das schafft Platz für breitere Gänge – beim Einkaufswagen-Schieben dürfte das eine spürbare Erleichterung sein.
Im Sortiment liegen durchschnittlich rund 1860 Produkte aus 18 Warengruppen. Dazu kommen bis zu dreimal pro Woche wechselnde Aktionsartikel. Rund 87 Prozent der Waren sind Eigenmarken. Frisches Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch und Backwaren gehören ebenso dazu wie ein rund 30 Artikel umfassendes Backsortiment. Dafür arbeitet Aldi in Johannisthal mit der regionalen Handwerksbäckerei Exner zusammen, die auch lokale Spezialitäten beisteuert.
Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage Strom erzeugen. An den Kühlmöbeln ist eine Wärmerückgewinnungsanlage installiert, die den Marktraum kühlen oder beheizen kann. LED-Beleuchtung gehört ebenfalls zur Ausstattung. Beim Bau kam außerdem Holz als Baustoff zum Einsatz.
Parkplätze, Ladesäule und Packstation
Zum Standort gehören 70 Parkplätze. Einige Stellplätze sind breiter und für Menschen mit körperlicher Behinderung vorgesehen, weitere für Eltern mit Kindern. Außerdem gibt es eine E-Ladesäule und eine DHL-Packstation, die rund um die Uhr zugänglich ist.
Die Geschichte des Neubaus begann nicht ganz geradlinig. Der Rewe-Mietvertrag am Sterndamm war Ende Juni 2025 ausgelaufen, Aldi hatte das Gebäude gekauft. Erste Überlegungen des Bezirksamts sahen 2025 noch einen Um- und Anbau sowie mögliche ergänzende Nutzungen wie Wohnraum vor. Im Juli 2025 stellte Aldi einen Bauantrag für die Erweiterung des Geschäftshauses und der Stellplatzanlage. Daraus entwickelte sich der heute sichtbare Neubau.
Wie es mit dem Gebäude am Sterndamm weitergeht, ist noch offen. Aldi hat sich dazu bislang nicht konkret geäußert. Nach Angaben des SPD-Abgeordneten Lars Düsterhöft könnte das Gebäude möglicherweise an ein Unternehmen verkauft werden, das dort einen Vollsortimenter betreibt. Welche Handelskette tatsächlich einzieht, steht aber noch in den Sternen.
Johannisthal ist Teil einer größeren Ausbauplanung
Der Markt an der Winckelmannstraße steht nicht allein. ALDI Nord plant 2026 deutschlandweit bis zu 20 neue Filialen sowie mehr als 140 weitere Expansionsmaßnahmen. Für Berlin sind 2026 und 2027 zwei neue Standorte, 14 Erweiterungen oder Modernisierungen bestehender Filialen und eine Standortverlagerung vorgesehen.
Von 2028 bis 2030 sollen in Berlin fünf weitere neue Standorte und zehn Erweiterungen bestehender Märkte folgen. Zwischen 2026 und 2030 sind damit sieben neue Standorte, eine Verlagerung und 24 Revitalisierungen geplant.
Teilweise verbindet ALDI Nord seine Berliner Filialneubauten mit Wohnungsbau. In den vergangenen zehn Jahren entstanden auf diese Weise rund 500 Wohnungen oder befinden sich im Bau. Weitere Projekte könnten rund 350 zusätzliche Wohnungen schaffen.
An der Weinstraße in Friedrichshain-Kreuzberg wurde am 13. Juli 2026 der Grundstein für ein gemischt genutztes Gebäude gelegt. Geplant sind 69 Mietwohnungen und eine komplett neue ALDI-Nord-Filiale; die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2028 beziehungsweise voraussichtlich Anfang 2028 vorgesehen.
An der Sewanstraße 259 in Lichtenberg ist dieses Prinzip bereits umgesetzt: Dort eröffnete im Mai 2026 eine modernisierte ALDI-Nord-Filiale. Auf dem Grundstück entstanden 136 Wohnungen, davon 48 dauerhaft geförderte.
Auch an der Gerichtstraße 2–3 in Wedding wurde eine alte ALDI-Filiale abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die Verkaufsfläche soll dort von etwa 800 auf rund 900 Quadratmeter wachsen. Geplant sind unter anderem eine Photovoltaikanlage und eine Wärmerückgewinnungsanlage.
Am Hultschiner Damm 140–142 in Marzahn-Hellersdorf wurde der Plan für einen vollständigen Ersatzneubau dagegen aufgegeben. Stattdessen soll die bestehende Filiale durch einen ebenerdigen Anbau größer werden; die vorhandene Jugendfreizeiteinrichtung bleibt erhalten.
