Depot zieht sich aus Österreich zurück: 24 Filialen schließen nach dem Weihnachtsgeschäft
Für Depot ist in Österreich Schluss. Die Deko- und Wohnaccessoires-Kette zieht sich nach 17 Jahren vollständig aus dem Land zurück. Das Unternehmen gab die Entscheidung heute, am 27. Oktober 2026, bekannt – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden zu Mittag informiert.
Betroffen sind alle 24 verbliebenen Standorte in Österreich. In Graz schließen die Filialen im Murpark, Ostbahnstraße 3, 8041 Graz, und im Citypark, Lazarettgürtel 55, 8020 Graz. Rund 140 Beschäftigte verlieren dadurch ihre Arbeit. Einen Sozialplan soll es laut Berichten nicht geben.
Weihnachtsgeschäft und Abverkauf
Noch bleibt Depot in den Einkaufszentren präsent: Das Weihnachtsgeschäft soll abgewickelt werden, danach sind umfangreiche Abverkäufe mit Preisnachlässen geplant. Für die beiden Grazer Filialen stehen konkrete Rabattstufen und Starttermine allerdings noch nicht fest.
Wer noch einen Depot-Gutschein in der Lade oder Geldbörse hat, sollte ihn rechtzeitig hervorholen. Die Gutscheine müssen spätestens bis 31. Jänner 2027 eingelöst werden. Mit diesem Datum stellt die österreichische Gesellschaft, die Gries Deco Austria GmbH, ihren Betrieb vollständig ein.
Firmenchef Christian Gries erklärte, eine eigenständige Weiterführung des österreichischen Geschäfts sei wirtschaftlich nicht möglich. Auslöser für den Rückzug ist die Insolvenz der deutschen Muttergesellschaft GDC Deutschland GmbH.
Das Ende der deutschen Muttergesellschaft
Die insolvente GDC Deutschland GmbH beendet ihren Geschäftsbetrieb Ende September. Sämtliche Arbeitsverhältnisse und Mietverträge der deutschen Gesellschaft werden gekündigt, rund 730 Arbeitsplätze fallen weg. Zusammen mit den Folgen für weitere Bereiche kostete die Insolvenz der Muttergesellschaft mehr als 1.000 Menschen den Arbeitsplatz.
Das Unternehmen mit Sitz in Großostheim hatte im Mai Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Zunächst war in Deutschland noch ein Weiterbetrieb geplant: Ende Juni wurde die Schließung von 66 der damals rund 150 Filialen angekündigt, bis Anfang August kamen etwa 30 weitere Standorte dazu. Zuletzt sollten rund 50 eigene Filialen weitergeführt werden. Dieser Plan wird nun nicht umgesetzt.
Unternehmer Christian Gries zufolge reicht das verbleibende Geld nicht mehr aus, um auch die nach der Insolvenz anfallenden Kosten und Verpflichtungen vollständig zu begleichen. Sanierungsexperte Alexander Höpfner sieht keine Alternative zur Einstellung des Geschäftsbetriebs; Finanzierung und Fortbestand der Kette seien über September hinaus nicht gesichert.
Für Österreich galt die automatische Schließung aller Standorte zum 30. September zunächst nicht zwingend. Das Geschäft wurde von der eigenständigen Gries Deco Austria GmbH betrieben, seine Zukunft blieb dennoch offen. Nun ist die Entscheidung gefallen.
Schrumpfendes Filialnetz, schwieriger Markt
Das österreichische Filialnetz war bereits während der Sanierung 2024 deutlich verkleinert worden: Die Zahl der Standorte sank von 49 auf 29 beziehungsweise auf weniger als 30. Mehr als 100 Beschäftigte verloren damals ihre Arbeit. Der Erhalt der verbliebenen Filialen hing zuletzt von einer möglichen Übernahme in eine neue Unternehmensstruktur ab.
Depot kämpft seit Jahren mit wachsender Online-Konkurrenz, zurückhaltendem Konsum und Aktionspostenmärkten wie Action und Tedi, die Dekoartikel günstiger anbieten. Als weiterer Krisengrund wurden asiatische Billigplattformen wie Temu genannt – der Einkauf im Netz drückt, während in den Geschäften die Kundschaft vorsichtiger geworden ist.
Vor einigen Jahren betrieb Depot noch rund 400 Geschäfte und gehörte damit zu den größten Dekorationshändlern Deutschlands. Bereits 2024 war das Unternehmen insolvent geworden. Nach einem neuerlichen Insolvenzantrag der deutschen Muttergesellschaft im Mai 2026 wurde der Geschäftsbetrieb in Deutschland Ende September beendet.
Die Marke „Depot“ soll laut Christian Gries trotzdem erhalten bleiben. Sie soll in eine andere Gesellschaft überführt werden, der Betrieb mit deutlich weniger Mitarbeitern weiterlaufen. Mit Vermietern soll über neue Mietverträge verhandelt werden. Wie viele der derzeit noch rund 50 verbliebenen Filialen gerettet werden können, ist offen; die bestehenden Arbeitsverhältnisse werden gekündigt. Zusätzlich wird über kleinere Depot-Shops in Rewe- und Edeka-Märkten verhandelt.
Christian Gries hatte im Sommer angekündigt, die Marke mit einem verkleinerten Geschäftsmodell fortführen zu wollen. Für die Grazer Standorte kommt diese Perspektive zu spät: Dort gehen nach dem Weihnachtsgeschäft die Lichter aus.
