Dönermeile in Gütersloh wächst: Haus des Döners plant Cent-Aktion mit 230 Kilo Fleisch
In Gütersloh riecht es rund um den Hauptbahnhof schon jetzt an vielen Ecken nach geröstetem Brot, Fleisch und Knoblauchsauce. Zwischen Kaiser- und Strengerstraße liegen fünf Imbisse mit Döner- oder Schawarma-Angeboten – mehr als an jeder anderen Stelle im Stadtgebiet. Die Gegend trägt deshalb den Spitznamen „Dönermeile“.
Nun kommt ein weiterer Anbieter dazu: Die Franchise-Kette „Haus des Döners“ eröffnet in der Strengerstraße 26, in den früheren Subway-Räumen. Zur Eröffnung soll es einen Döner für einen Cent geben. Der genaue Termin steht am 12.10.2026 noch nicht fest; Franchisenehmer Selahatin Demirbas strebt einen Start Ende Oktober an.
230 Kilo Fleisch für den Eröffnungstag
Das Geschäft misst 160 Quadratmeter. Angeboten werden frisches Brot, Kräuter-, Curry-, Knoblauch- und Chilisaucen, vegetarische Varianten sowie Fleisch der Berliner Firma „Efsane“. Für die Ein-Cent-Aktion sind insgesamt 230 Kilogramm Fleisch vorgesehen: 130 Kilogramm Kalb und 100 Kilogramm Hähnchen.
Üblicherweise soll die Eröffnung um 14 Uhr beginnen. Nach den Erfahrungen mit bisherigen Aktionen der Kette ist der Vorrat zwischen 20 und 21 Uhr aufgebraucht. Das Angebot gilt nur, solange der Vorrat reicht. Wer sich anstellt, sollte also Zeit mitbringen – lange Wartezeiten sind bei derart stark beworbenen Eröffnungen durchaus realistisch. Die konkreten Bedingungen vor Ort sollten Besucher vorher prüfen.
Die Kosten der Aktion werden auf 6.000 bis 7.000 Euro geschätzt. Bezahlt wird sie vom Franchisenehmer als Marketingausgabe und durch den Fleischproduzenten. Ab dem Tag nach der Eröffnung soll ein Döner regulär etwa 8 bis 8,50 Euro kosten.
Ein Cent – das klingt natürlich nach einem Preis, bei dem man zweimal hinschaut. Presseberichte zu mehreren Döner-Marken beschreiben solche Angebote als tatsächlich eingelöste, aber symbolische Einführungspreise. Sie sollen nichts über den tatsächlichen Warenwert oder die Produktqualität aussagen. Kurzfristige, einmalige Einführungspreise bei Geschäftseröffnungen gelten nach deutschem Recht grundsätzlich als zulässig. Problematisch könnten ein dauerhaft wiederholter Verkauf unter dem Einstandspreis oder irreführende Angaben zur verfügbaren Menge sein. Eine allgemeingültige Dauer oder Stückzahl gibt es nicht; das hängt von der jeweiligen Filiale und Marke ab.
Familienbetrieb mit Erfahrung
„Haus des Döners“ stammt aus Hürth und betreibt nach eigenen Angaben rund 280 Standorte in acht Ländern. Ein-Cent-Angebote gehören zu den Eröffnungsaktionen der Kette. Demirbas führt mit seiner Familie bereits drei Filialen: zwei in Duisburg und seit Mai 2024 eine in Hamm. In Gütersloh soll sein Sohn Abdulkadir den Betrieb mit acht bis zehn Beschäftigten leiten.
Den Standort mitten in der Dönermeile begründet Demirbas mit dem Wettbewerb. Die Räume hat er zum 1. Mai übernommen, derzeit laufen die Umbauarbeiten. Küche, Fliesen, Theke, Wände und Decke werden erneuert. Der Kontakt zum Vermieter Martin Fuchs bestand bereits seit rund anderthalb Jahren.
Die Stadt Gütersloh hat die Außenwerbung genehmigt. Nach Angaben der Verwaltung ist die geplante Nutzung durch die bestehende Baugenehmigung abgedeckt. Für den Eröffnungstag plant Demirbas zusätzlich einen privaten Ordnungsdienst. Sobald der Termin feststeht, will er das Sicherheitskonzept mit Ordnungsamt und Polizei abstimmen.
Noch ist die Veranstaltung allerdings nicht bei der Stadt angemeldet. Das Ordnungsamt will Kontakt mit dem Betreiber aufnehmen und die Pläne besprechen. Der Grund für die Vorsicht liegt nahe: Bei Eröffnungen der Kette wurden andernorts wegen des erwarteten Andrangs Polizei und Ordnungsämter eingesetzt.
Erfahrungen mit solchen Bildern gibt es auch in Gütersloh. 2018 untersagte das Ordnungsamt eine vergleichbare Ein-Cent-Aktion von „Made in Bärlin“ am ZOB, weil Gefahren für den Busverkehr befürchtet wurden.
Billigpreis als Türöffner
Mehrere Dönerketten setzen auf ähnliche Aktionen. Extreme Einführungspreise bringen Aufmerksamkeit, Social-Media-Reichweite und neue Kundenkontakte – und das bei vergleichsweise geringen Werbekosten. Für Besucher kann das allerdings heißen: Schlange stehen, dicht an dicht, während hinter der Theke Messer klappern, Brot aufgebacken wird und die Saucen in die Behälter kommen.
Wie genau die Aktion in der Strengerstraße abläuft, hängt von der Filiale ab. Konkrete Angaben zu einzelnen Standorten stammen aus den jeweiligen Presseberichten und lassen sich nicht automatisch verallgemeinern.
Teil eines wachsenden Franchise-Marktes
Der Gütersloher Neustart passt in einen größeren Trend. Ein Artikel vom 18. August 2026 mit dem Titel „Döner Franchise Deutschland: Jetzt eröffnen“ stellt mehrere Konzepte vor: „Döner Game“ mit hochwertigen Dönern und Gourmet-Konzept, „Mangal Döner“ mit Premium-Dönern, regionalen Zutaten und Unterstützung durch Fußballstar Lukas Podolski, „CRUNCHY KEBAB“ als urbanes Streetfood-Konzept mit Fokus auf Geschmack und Community sowie „Spin’n’Roll“, das digital arbeitet und auf Ghost Kitchens setzt.
Als Vorteile eines Döner-Franchises gelten die wachsende Nachfrage nach Döner und Streetfood, etablierte Marken und Geschäftsmodelle sowie Unterstützung durch den Franchisegeber – von der Planung bis zur Eröffnung. Je nach Konzept ist ein haupt- oder nebenberuflicher Einstieg möglich. Franchisegeber bieten Schulungen und Einarbeitung, Marketingkonzepte, Zugang zu Lieferantennetzwerken sowie Unterstützung bei Lieferung und zusätzlichen Umsatzmöglichkeiten.
Finanziell reicht die Spanne laut dem genannten Überblick weit auseinander: Je nach Konzept werden etwa 5.000 bis 50.000 Euro Eigenkapital genannt, die Einstiegsgebühren liegen in der Regel zwischen 2.700 und 50.000 Euro. Laufende Lizenzgebühren betragen meist 2,5 bis 3 Prozent des Umsatzes. Auch Quereinsteiger können einsteigen, wenn sie die entsprechenden Schulungen absolvieren; je nach Konzept ist später die Eröffnung mehrerer Filialen möglich.
Erwartet werden unternehmerisches Denken und Interesse an Gastronomie, Qualitätsbewusstsein, Kundenorientierung und die Bereitschaft, im operativen Geschäft mitzuarbeiten. Flexibilität und Kreativität bei der Umsetzung des Konzepts gehören ebenfalls dazu. Der Weg zur eigenen Filiale führt typischerweise über den Vergleich verschiedener Franchise-Konzepte, ein Beratungsgespräch mit dem Franchisegeber, Businessplan und Finanzierung, Schulung und Einarbeitung – und schließlich die Eröffnung mit weiterer Unterstützung des Franchisegebers.
