In Köln ist die erste öffentlich zugängliche deutsche Filiale der US-amerikanischen Fast-Food-Kette Taco Bell eröffnet worden. Am 3. Oktober 2026 standen bereits zwei Stunden vor dem Start die ersten Besucher vor dem Restaurant. Im Laufe des Tages wuchs die Schlange auf mehrere Hundert Menschen an. Sie waren für Tacos, Burritos und andere Produkte gekommen – manche mit weiter Anreise und ordentlich Geduld im Gepäck.

Ein 23-jähriger Besucher namens Tim wartete eigenen Angaben zufolge knapp zwei Stunden und war dafür mehrere hundert Kilometer gefahren. Lisa aus Münster hatte über Instagram von der Eröffnung erfahren und stellte sich mit Freunden an. Zahlreiche Influencer filmten, probierten sich durch die Karte und teilten ihre Eindrücke in sozialen Medien. Vom WDR befragte Marketing-Experten sehen genau darin einen wichtigen Grund für Gastro-Hypes: Es geht nicht nur ums Essen, sondern auch um das Erlebnis und darum, bei einem zeitlich begrenzten Trend dabei zu sein. Ähnliche Wellen gab es laut dem Beitrag bereits bei Hähnchen, Matcha-Getränken, Cookies und Dönern. Die beworbenen Produkte sind dabei häufig vergleichsweise günstig und damit für viele Menschen erschwinglich.

Bestellen am Terminal, warten an der Theke

Taco Bell gab es in Deutschland zuvor nur auf US-Militärstützpunkten. Die Kölner Filiale hat etwa 50 Sitzplätze und funktioniert ähnlich wie McDonald’s oder Burgermeister: Am Eingang stehen fünf Bestellterminals, anschließend werden die Speisen an einer Theke ausgegeben. Nach der Bestellung erhält man eine Wartenummer. Rund zehn Minuten dauerte es im Test, bis das Essen abholbereit war.

Beim Presse-Event vor der offiziellen Eröffnung konnten Journalistinnen und Journalisten verschiedene Taco-Bell-Produkte kostenlos probieren. Auf der Karte stehen Menüs, Burritos, Tacos, Crispy Chicken, Nachos, Dips, Desserts und „Sharers“-Portionen für zwei Personen. Dazu kommen Quesadillas und weitere Portionen zum Teilen. Käse ist dabei kaum zu übersehen: Viele Produkte enthalten ihn oder werden mit Käse serviert.

Getestet wurden eine Veggie Deluxe Box für 13,49 Euro mit Fiesta Veggie Burrito, Taco, zwei Mini-Churros, Cheese Fries und Softdrink, eine XL-Extra-Portion Käse für 2,79 Euro, eine Quesadilla für 4,79 Euro, ein Quesarito für 7,29 Euro und ein Veggie Crunch Wrap Supreme für 6,49 Euro. Pepsi Cola Light stand ebenfalls auf der Bestellung. Der beworbene Mountain Dew Baja Blast war in Köln allerdings nicht verfügbar. Stattdessen gab es unter anderem Cola und Apfelschorle.

Viel Käse, ordentlich Sättigung

Im Fiesta Veggie Burrito steckten Bohnen, Käse, Salat und Guacamole. Gerade die Guacamole kam gut an. Zusätzlich wurde der Burrito in den Käse-Dip getaucht. Der war sehr fettig, wurde geschmacklich aber als Highlight der Bestellung bewertet. Nach wenigen Bissen war klar: Hier wird nicht am Käse gespart.

Der Crunchy Taco hatte eine knusprige Schale, die beim Essen allerdings schnell aufbrach. Darin lagen frischer Salat, trockener Reibekäse und Fleischersatz. Geschmacklich erinnerte das an Nachos. Die Füllung weichte die Schale rasch auf – ein kleiner Kampf mit den Fingern inklusive.

Die Cinnamon Twists beziehungsweise Mini-Churros rochen stark nach Zimt und erinnerten an Cini-Minis. Der Zimtgeschmack gefiel, die Karamellsoße schmeckte dagegen künstlich und sehr süß. Außerdem wurden die Churros schon nach wenigen Minuten hart.

Die Cheese Fries waren gewürzt und dadurch für den Tester weniger ansprechend. Weil sie während des restlichen Tests auf dem Tisch standen, wurden sie zudem etwas weich. Die große Menge Käse fiel trotzdem positiv auf.

Eine Quesadilla besteht aus Käse zwischen zwei Teigfladen. Beim Test war der Käse bereits etwas abgekühlt, außerdem schmeckte der Snack wenig würzig und kaum scharf. Eher etwas für zwischendurch als eine Bestellung, über die man lange nachdenkt.

Sechseckig kommt der Veggie Crunch Wrap Supreme daher. Er enthält viel Käse, Salat und Fleischersatz und wurde als typischer Fast-Food-Wrap mit besonders viel Käse beschrieben. Satt macht er schnell – allein schon wegen dieser Käsemenge.

Der Quesarito kombiniert Quesadilla und Burrito. Im Inneren: viel Käse, Reis und kräftig gewürztes, scharfes Fleisch, dazu nur wenige Bohnen. Käse und Reis dominierten den Geschmack. Das Produkt wirkte sehr kalorienreich und überladen.

Nach dem salzigen Menü wurde Cola getrunken, zunächst war der Tester dafür allerdings schlicht zu satt. Der Besuch hinterließ ein starkes Sättigungsgefühl. Für kleinere Snacks soll es trotzdem einen weiteren Versuch geben – dann mit kleineren Portionen und weniger Käse-Dip.

Hype mit Absperrgittern

Trotz des großen Andrangs verlief die Eröffnung weitgehend geordnet. Sicherheitskräfte koordinierten die Wartenden, Absperrgitter gaben die Wege vor, und jeweils nur wenige Kunden durften gleichzeitig ins Restaurant. Bei sonnigem Wetter standen die Menschen mehrere Stunden an. Ob der Andrang über das Eröffnungswochenende hinaus anhält, blieb zunächst offen.

Der Kölner Start steht außerdem in einem größeren Zusammenhang. Taco Bell plant einen erneuten Markteintritt in Deutschland; die ersten Restaurants sollen noch 2026, voraussichtlich Ende des Jahres, eröffnen. Als mögliche Standorte wurden Frankfurt, Stuttgart und Köln genannt. Ein Unternehmenssprecher bestätigte gegenüber der „Bild“, dass weitere Städte, die Zahl der Restaurants und genaue Eröffnungstermine später bekannt gegeben werden sollen.

Bereits 2025 hatte Taco Bell eine Expansion nach Deutschland geplant, diese im Mai 2025 aber gestoppt. Damals waren mehr als 100 Filialen bis 2030 vorgesehen. Der neue Deutschlandstart soll Teil einer größeren internationalen Marktoffensive sein.

Die Kette bietet vorwiegend mexikanisch inspiriertes Fast Food an und gehört zum US-Konzern Yum! Brands, zu dem auch Pizza Hut und KFC zählen. Laut Berichten betreibt Taco Bell rund 8500 Restaurants in etwa 30 Ländern. In Köln stehen nun fünf Bestellterminals, 50 Sitzplätze und eine Karte voller Tacos, Burritos und Käse-Dip bereit.