Die Parfümeriekette Douglas schließt am Samstag, 31. Oktober, vorsorglich zwölf Filialen in Deutschland. Hintergrund sind angekündigte Jugenddemonstrationen in zahlreichen Städten und Sicherheitsbedenken nach Ausschreitungen und Plünderungen in Frankreich, Italien und weiteren Ländern.

Entscheidend sei eine Risikobewertung, teilte Douglas mit. Die Sicherheit der Mitarbeitenden und der Kundschaft stehe dabei im Mittelpunkt. Welche der insgesamt Ende Juni 347 deutschen Filialen betroffen sind, nennt das Unternehmen nicht. An anderen Standorten gelten zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen.

Proteste in 30 Städten angekündigt

Die Initiative »Gen Z regelt« beziehungsweise »Gen Z steht auf« hat für den 31. Oktober Proteste in 30 Städten angekündigt. Auf der Liste stehen mehr Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und die Ablehnung der Wehrpflicht.

Die Bundesschülerkonferenz distanzierte sich von den Protesten. Sie plant eine eigene Demonstration – unter anderem aus Sorge vor Krawallen. Im Vorfeld gibt es Befürchtungen vor Gewaltexzessen in Berlin, Hamburg, Frankfurt und weiteren Städten.

Für Düsseldorf haben sich über die Aktionshomepage der Initiative mehr als 5000 Menschen angekündigt. Diese Zusagen sind allerdings unverbindlich. Offiziell angemeldet ist laut Polizei bislang nur eine Demonstration gegen Sozialkürzungen mit 500 Teilnehmenden. Gleichzeitig beobachtet die Polizei Aufrufe zu Provokationen in sozialen Netzwerken. Die Sorge: Personen, die auf Randale und spektakuläre Bilder aus sind, könnten sich unter die Schülerinnen und Schüler mischen.

Händler an der Königsallee rüsten sich

Auf der Düsseldorfer Königsallee bereiteten Händler ihre Geschäfte auf mögliche Ausschreitungen vor. Vor Edelboutiquen wurden Baugerüste und Sperrholzplatten aufgestellt. Einige Geschäfte wollten Schaufenster und Fassaden verschalen oder gleich ganz schließen.

Vor allem Juweliere und Bekleidungsgeschäfte planten Schutzmaßnahmen. Die Interessengemeinschaft Königsallee verwies auf mögliche Schäden an teuren Sonderglasscheiben. Da wird aus der glänzenden Einkaufsmeile schnell eine Baustelle mit Brettern vor den Auslagen.

Auch der Modehändler Apropos verkürzt vorsorglich die Öffnungszeiten seiner Geschäfte in Berlin, Düsseldorf und Köln. Douglas zieht mit der Schließung von zwölf besonders exponiert eingestuften Filialen eine weitere Sicherheitslinie ein, ohne die betroffenen Standorte öffentlich zu benennen.