Die Lidl-Filiale in der Bügstraße 80 in Forchheim bleibt derzeit geschlossen. Seit dem 12. Oktober laufen dort Umbauarbeiten. Die Wiedereröffnung ist für Donnerstag, den 29. Oktober, geplant.

Für die Zeit dazwischen verweist Lidl seine Kundinnen und Kunden auf die Filialen in Eggolsheim, Weinhütten 1, sowie in Hausen, Pilatus Campus 6. Wer also schnell noch Milch, Gemüse oder irgendetwas fürs Abendessen braucht, muss vorerst einen kleinen Umweg einplanen.

Mehr Blau, neue Kühlung und zusätzliche Kassen

Die Forchheimer Filiale wird an das aktuelle Lidl-Filialkonzept angepasst. Vorgesehen sind neue Regale und Kühlmöbel, außerdem soll die Farbe Lidl-Blau im Innenraum stärker zur Geltung kommen. Auch die Kühltechnik wird erneuert.

Zusätzlich zu den bisherigen Servicekassen sollen zwei Selbstbedienungskassen eingerichtet werden. Das Produktsortiment bleibt nach Angaben des Discounters unverändert – die Kundschaft soll also weiterhin das gewohnte Angebot vorfinden, nur in einem modernisierten Laden.

Selbstbedienung mit Kameras und künstlicher Intelligenz

Der Umbau in Forchheim fällt in eine Phase, in der Lidl seine Kassensysteme ab 2026 umfassender verändern will. In vielen Filialen sollen neue Selbstbedienungskassen mit künstlicher Intelligenz zum Einsatz kommen. Ziel ist ein schnellerer und einfacher Bezahlvorgang.

Vor allem beim Einkauf von Obst und Gemüse soll sich etwas ändern: Das bisherige Wiegen und manuelle Auswählen aus langen Produktlisten soll weitgehend entfallen. Kameras erkennen mithilfe von KI automatisch, welches Produkt auf der Waage liegt – auch dann, wenn es sich in einer Tüte oder einem Netz befindet. Kundinnen und Kunden müssen anschließend nur noch zwischen Bio- und Standardware beziehungsweise Bio- und konventioneller Ware wählen.

Nach den Plänen sollen die neuen Kassen ab Frühjahr 2026 in etwa jeder zweiten der mehr als 3.250 deutschen Lidl-Filialen stehen. Lidl hat allerdings nicht mitgeteilt, wann einzelne Filialen konkret mit dieser Technik ausgestattet werden.

Eine zusätzliche Kontrollfunktion soll nicht registrierte Artikel auf der Ablagefläche erkennen. In diesem Fall erscheint der Hinweis „Nicht erkannte Ware“. Lidl bestätigte gegenüber HNA die Echtheit eines dazu veröffentlichten Videos.

Bedienkassen bleiben, Auswahl soll bleiben

Die Technik kommt nicht überall gut an. Einige Kundinnen und Kunden begrüßen den Fortschritt und rechnen damit, dass die Nutzung nach einer kurzen Eingewöhnungszeit selbstverständlich wird. Andere befürchten Arbeitsplatzverluste und kritisieren die zunehmende Automatisierung; manche stehen Selbstbedienungskassen generell skeptisch gegenüber.

Lidl erklärt, die SB-Kassen sollten den Mitarbeitenden vor allem ermöglichen, andere Aufgaben zu übernehmen. Klassische, von Mitarbeitenden bediente Kassen sollen weiterhin wichtig bleiben und in allen Lidl-Filialen verfügbar sein. Zusätzlich sind kleine Service-Kassen im SB-Bereich vorgesehen, an denen auch Barzahlungen möglich sein sollen.

Die Kundschaft soll selbst entscheiden können, welches Kassensystem sie nutzt. Neben den neuen KI-Kassen testet Lidl Handscanner, Einkaufswagen mit Scan-Funktion und app-basierte Bezahlsysteme. Die Kamerakassen sind damit Teil einer umfassenderen Digitalstrategie des Discounters – und nicht bloß ein neues Gerät neben dem Pfandautomaten.

Lidl erwartet kürzere Wartezeiten und mehr Flexibilität beim Bezahlen. Ob das in der Praxis tatsächlich so geschmeidig läuft, dürfte sich dort zeigen, wo die ersten Kameras Obst, Gemüse und gelegentlich vielleicht auch eine zerknitterte Tüte erkennen müssen.