TEDi eröffnet in Waldmohr seine zweite Filiale im Landkreis Kusel
In Waldmohr wird es am Mittwoch, 21. Oktober, früh voll: TEDi eröffnet in der Weiherstraße 9 seine zweite Filiale im Landkreis Kusel. Auf rund 500 Quadratmetern Verkaufsfläche warten Party- und Geschenkartikel, Geschenkverpackungen, Haushalts- und Schreibwaren sowie Bastel- und Dekoartikel. Insgesamt umfasst das Sortiment laut Unternehmen rund 16.000 Artikel – Markenprodukte ebenso wie Eigenmarken.
Los geht es zur Eröffnung bereits um 8 Uhr. Für die ersten Kundinnen und Kunden sind spezielle Angebote und Aktionen angekündigt. Danach gelten montags bis samstags Öffnungszeiten von 9 bis 20 Uhr. Die bisher einzige TEDi-Filiale im Landkreis befindet sich im Fachmarktzentrum der Kreisstadt.
Von Waldmohr bis nach Europa
TEDi wurde 2004 in Deutschland gegründet und ist nach eigenen Angaben inzwischen in 15 europäischen Ländern mit mehr als 3.800 Filialen vertreten. Mittelfristig soll daraus ein europaweites Netz von 5.000 Standorten werden. Die Unternehmensangaben aus dem Jahr 2026 nennen mehr als 3.700 Filialen; nach der Übernahme des polnischen Filialnetzes der Schwester Woolworth GmbH am 1. August kamen 76 Standorte hinzu. In Polen betreibt TEDi damit insgesamt 372 Filialen.
Die Entwicklung ist rasant: Im Geschäftsjahr 2024/2025 überschritt TEDi erstmals einen Bruttoumsatz von 3 Milliarden Euro. Mehr als 400 Neueröffnungen bedeuteten damals ein Rekordtempo. Am 10. Juli 2025 eröffnete in der Essener Rathaus Galerie die 2.000. deutsche Filiale. Zuvor war für den 9. Juli die Eröffnung am Porscheplatz 2 angekündigt worden – mit rund 650 Quadratmetern Verkaufsfläche und einem Angebot aus Bastel- und Partyartikeln, Geschenkverpackungen, Haushalts- und Schreibwaren sowie saisonalen Dekorations- und Trendartikeln.
Auch andernorts ging es Schlag auf Schlag: Am 15. April 2025 öffnete in Flensburg die bislang größte TEDi-Filiale mit rund 3.000 Quadratmetern. In Spanien feierte das Unternehmen am 7. Oktober 2025 zehn Jahre Präsenz und mehr als 320 Filialen mit über 2.200 Beschäftigten. Kroatien erreichte am 5. September 2025 mit der Eröffnung in Split die 100. Filiale; gleichzeitig starteten Standorte in Pula und Zagreb. Österreich beging am 6. Mai 2026 das 15-jährige Bestehen mit mehr als 190 Filialen und rund 1.500 Mitarbeitenden. Dort wurde außerdem ein neues Storekonzept mit modernem Design, veränderter Warenpräsentation und optimiertem Kundenleitsystem ausgerollt.
Neue Märkte, neue Köpfe
Die Expansion läuft nicht nur über neue Läden. Am 13. Dezember 2024 übernahm TEDi 84 Filialen des Non-Food-Discounters Pfennigpfeiffer einschließlich der Beschäftigten; am 18. März 2025 genehmigte das Bundeskartellamt die Übernahme und TEDi begann mit der Integration. In Belgien kamen am 11. September 2024 zehn Standorte des Mode- und Schuhhändlers Bristol hinzu. Das belgische Geschäft mit rund 40 Filialen und mehr als 400 Mitarbeitenden wird aus Brüssel gesteuert; seit dem 5. März 2026 ist David Philipoom dort neuer Geschäftsführer.
In Kroatien und Slowenien verantwortet Ante Rimac seit März 2026 die operativen Geschäfte der Landesorganisationen. Beide Länder zusammen kommen auf rund 170 Filialen und mehr als 1.200 Mitarbeitende, gesteuert aus Zagreb und Maribor. Für die weitere Europa-Expansion wurden bereits 2025 Peter Eszényi für die Filialnetzentwicklung und Thomas Lendl für Personal und Unternehmenssicherheit als neue Geschäftsleiter genannt. Markus Möschter ist seit dem 8. Mai 2024 Geschäftsführer Einkauf; zur damaligen Geschäftsführung gehörten außerdem CEO Petar Burazin, CFO Darius Kauthe und COO Dietrich Heumann.
Am 8. September 2026 wurde zudem bekannt, dass Marc Witte (48) zum 1. Oktober 2026 CFO von TEDi wird. Er folgt auf Darius Kauthe (58), der das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum Jahresende verlässt, um neue berufliche Aufgaben zu übernehmen. Im Vertrieb und in der Zentrale gibt es ebenfalls Bewegung: Für das Ausbildungsjahr 2026/2027 bietet TEDi deutschlandweit 333 Ausbildungsplätze an, gesucht werden unter anderem Kaufleute im Einzelhandel, Handelsfachwirte sowie Verkäuferinnen und Verkäufer. Der Weg kann nach oben führen – TEDi nennt den ehemaligen Auszubildenden Stefan Nimpong, der Verkaufsleiter wurde.
Auch Leonie Plöger aus Dortmund steht für diesen Ausbildungsweg. Sie absolvierte eine Qualifikation im Groß- und Außenhandel und reiste im Rahmen ihrer Ausbildung nach Shanghai. Die Qualifikation bereitet auf Tätigkeiten mit Bezug zum asiatischen Markt vor. Europaweit beschäftigt TEDi mehr als 35.000 Mitarbeitende aus über 130 Nationen; nach den Angaben der Unternehmensübersicht sind es 22.871 Beschäftigte, davon 17.288 in Deutschland.
Zwischen Laufkundschaft und Onlinepause
Die TEDi GmbH & Co. KG ist ein deutscher Nonfood-Händler mit Sitz in Dortmund und der Branche Handel zugeordnet. Die erste Filiale öffnete bereits im August 2003 in Hagen, die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 25. September 2004. Der frühere Name „T€Di“ stand für „Top Euro Discount“. Entwickelt wurde das Unternehmen von der Tengelmann-Gruppe nach dem Vorbild von Ein-Dollar-Läden; TEDi entstand als Ableger der Tengelmann-Textiltochter KiK. Bis 2021 hielt Tengelmann 30 Prozent der Anteile, am 30. April 2021 wurden diese gegen KiK-Anteile getauscht und an die H. H. Unternehmensgruppe des langjährigen Geschäftspartners Stefan Heinig übertragen.
Die 500. Filiale kam im Mai 2007, die 1.000. im Mai 2010 in Moordorf. Im Oktober 2023 gab es bereits mehr als 3.000 Filialen. Genannt werden Deutschland, Österreich, Slowenien, die Slowakei, Spanien, Kroatien, Italien, Polen, Portugal, Ungarn und Frankreich; außerdem begann die internationale Expansion in Rumänien 2022. Filialen liegen häufig in Einkaufs- und Kleinstadtzentren, in der Nähe anderer Tengelmann-Unternehmen oder großer Einzelhandelsketten. Die Laufkundschaft ist eine wichtige Zielgruppe. Zwischen 2013 und 2018 wurden die Märkte flächendeckend modernisiert.
Im Regal landet fast alles, was man im Alltag nebenbei gebrauchen kann: Haushalts-, Party-, Heimwerker- und Elektroartikel, Schreib- und Spielwaren, Drogerie- und Kosmetikprodukte sowie Saisonartikel. Für Waldmohr klingt das nach einer ziemlich praktischen Mischung – und nach dem klassischen „Ich schau nur kurz rein“, aus dem schnell eine Tüte wird.
Online war TEDi nur zeitweise unterwegs. Von 2013 bis März 2019 gab es einen ersten Onlineshop, im Sommer 2020 während der Covid-19-Pandemie einen eBay-Shop. Ende 2020 startete erneut ein eigener Onlineshop, der am 30. April 2022 geschlossen wurde. Als Begründung verwies das Unternehmen jeweils darauf, dass seine Stärke im stationären Einzelhandel liege.
Aktionen, Engagement und offene Fragen
2026 nutzte TEDi auch den Fußball für Aktionen und Partnerschaften. Seit dem 1. Juli ist das Unternehmen offizieller Sponsor der Fußballschule Grenzland; die Kooperation unterstützt Fußball-Feriencamps für Kinder. Zur Fußball-WM 2026 kündigte TEDi eine Gratis-Trikot-Aktion an: Kundinnen und Kunden in deutschen Filialen erhalten ab einem Einkaufswert von 5 Euro und nach Newsletter-Anmeldung ein WM-Trikot – solange der Vorrat reicht.
Die Fußballgeschichte reicht weiter zurück. Seit 2011 ist TEDi Sponsor von Borussia Dortmund, seit der Saison 2016/2017 unterstützt das Unternehmen das Talentwerk und die Fußballschule des VfL Bochum. Zu Beginn der Saison 2017/2018 wurde TEDi Ärmelsponsor von Hertha BSC, in der Saison 2018/2019 Hauptsponsor. Der Vertrag wurde im Juli 2020 vorzeitig beendet. In der Saison 2017/2018 war TEDi außerdem Hauptsponsor des Drittligisten VfL Osnabrück. 2025 wurde TEDi offizieller Partner der Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund, die vom 21. bis 23. Februar stattfanden.
Soziales Engagement gehört ebenfalls zur Unternehmenskommunikation. Am 18. September 2024 spendete TEDi rund 50.000 Euro an die Dortmunder Stiftung help and hope für den Bau eines Spielhauses auf Gut Königsmühle. Am 22. Dezember 2025 folgten 50.000 Euro für die Stiftung, unter anderem für den Ausbau des Kinder- und Jugendgästehauses auf Gut Königsmühle. Finanziert wurde diese Spende durch eine Aktion, bei der TEDi 5 Cent pro verkaufter wiederverwendbarer Tragetasche weitergibt. Kundenspenden an den Kassen von rund 3.200 Filialen in 15 europäischen Ländern hatten im August 2024 mehr als 440.000 Euro ergeben, die an Wohltätigkeitsorganisationen im In- und Ausland weitergeleitet wurden.
Zur Geschichte gehören allerdings auch kritische Töne. Verdi bemängelte im Oktober 2011 niedrige Löhne; selbst ausgebildete Beschäftigte mit IHK-Abschluss erhielten laut Gewerkschaft teilweise 7 Euro brutto pro Stunde. Beschäftigte berichteten von hohem Arbeitsdruck, langen Arbeitstagen und zahlreichen Überstunden. Kritisiert wurde außerdem die Qualität überwiegend aus China importierter Artikel. Im EU-Schnellwarnsystem RAPEX wurden wiederholt TEDi-Produkte wegen schädlicher Inhaltsstoffe beanstandet, darunter Phthalate in Spielwaren; als Beispiel galt im März 2009 ein Kunststoff-Set mit drei Puppenfiguren.
Auch politisch taucht der Name auf: Während des Bundestagswahlkampfs 2021 spendete TEDi 100.000 Euro an die FDP. Zuvor und danach setzte das Unternehmen auf weitere Schritte der Expansion: 2016 startete die Billigkette Black.de mit rund 50 Filialen, geplant waren 1.000 bundesweit. 2017 wurde ihr Ende bekannt gegeben, die Läden sollten in TEDi-Filialen umgewandelt werden. Ebenfalls 2017 kündigte TEDi die Übernahme von 63 deutschen Xenos-Filialen an; sie trat am 27. Januar 2018 in Kraft, die Standorte wurden schrittweise umgestellt, alle bestehenden Arbeitsverträge übernommen. Im Oktober 2017 lief erstmals TEDi-Fernsehwerbung mit vier Kurzfilmen und einem Online-Spot.
Für die nächste Runde steht nun erst einmal Waldmohr auf dem Plan: Weiherstraße 9, 500 Quadratmeter, ab 8 Uhr am Mittwoch. Danach sechs Tage die Woche – und sehr wahrscheinlich die eine oder andere Tüte mehr im Landkreis Kusel.
