Nach 150 Jahren schließt Schuh-Sport-Striegel in Stuttgart-Feuerbach
In Stuttgart-Feuerbach geht eine lange Ära zu Ende: Das Fachgeschäft Schuh-Sport-Striegel, 1874 gegründet und damit seit mehr als 150 Jahren am Ort, schließt. Der familiengeführte Betrieb ist auf Sportschuhe und Sportbekleidung spezialisiert und hat wegen der Geschäftsaufgabe einen Ausverkauf angekündigt.
Seit Ende September läuft die Räumung. Auf die vorhandene Ware gibt es 20 bis 50 Prozent Rabatt. Geöffnet bleiben soll das Geschäft noch bis Mitte, spätestens bis Ende November 2026. Danach werden die Regale in Feuerbach leer sein – ein ungewohntes Bild für viele Stammkunden.
Online bestellt, nachdem vor Ort beraten wurde
Geschäftsführer Markus Müller arbeitet seit mehr als 30 Jahren im Unternehmen. Als Gründe für die Schließung nennt er sinkende Einnahmen durch den wachsenden Onlinehandel, steigende Kosten, unter anderem für Energie, und höhere Mieten im stationären Handel.
Manche Kunden hätten sich im Laden ausführlich beraten lassen, anschließend Fotos der Schuhe gemacht und die Produkte online gekauft, berichtet Müller. Für ein Fachgeschäft ist das bitter: Die Zeit für die Beratung bleibt vor Ort, der Kauf findet dann anderswo statt.
Noch 2024 hatte das Unternehmen sein langjähriges Bestehen und das Vertrauen der Kunden in Feuerbach und im Stuttgarter Norden hervorgehoben. Nun läuft der Abschied. In Stuttgart hatte zuvor bereits der Schuhhändler Häsler die Schließung seiner Filiale zum Jahresende angekündigt.
Schwierige Lage im Schuhhandel
Die Probleme treffen nicht nur einzelne Läden. Der Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren erklärte 2025, dass etwa jeder zweite Modehändler Verluste schreibe; in der Schuhbranche sei die Lage noch schwieriger. BTE-Präsident Mark Rauschen forderte im März 2025 politische Maßnahmen zur Förderung des Konsums.
Auch die bundesweiten Zahlen zeigen, wie stark sich der Markt verändert. Nach den Umsatzeinbußen während der Corona-Pandemie hat sich der Schuheinzelhandel in Deutschland zwar wieder erholt. 2024 erzielte die Branche einen Nettoumsatz von mehr als 6,5 Milliarden Euro. Das Umsatzniveau vor der Pandemie wurde damit allerdings noch nicht erreicht.
Parallel sinkt die Zahl der Unternehmen und Beschäftigten seit Jahren kontinuierlich. Zuletzt waren rund 66.300 Personen im deutschen Schuheinzelhandel beschäftigt. Innerhalb von 25 Jahren ging die Zahl der Unternehmen von rund 7.900 auf knapp 2.700 Betriebe im Jahr 2023 zurück.
Der größte Teil des Umsatzes entfällt auf Unternehmen mit mehr als zehn Millionen Euro Jahresumsatz. Das steht im Zusammenhang mit der zunehmenden Dominanz großer Handelsketten. In Feuerbach hält derweil der Ausverkauf an – zwischen Sportschuhen, Trainingskleidung und den letzten Gesprächen an der Ladentheke.
Quelle: Merkur.de, https://www.merkur.de/wirtschaft/alles-muss-raus-sport-schuh-laden-schliesst-nach-150-jahren-94549394.html
Quelle: Statista Research Department, veröffentlicht am 17. Dezember 2025, https://de.statista.com/themen/158/schuhhandel-in-deutschland/
