Neuer Edeka-Markt öffnet am Candidplatz – trotz Edeka-Xpress in der Nähe
Am Candidplatz in München-Untergiesing steht die Eröffnung kurz bevor: Am Donnerstag, 5. November 2026, nimmt ein neuer Edeka-Markt den Betrieb auf. Betreiber ist Afet Rusiti, der bereits den Edeka-Markt in der Entenbachstraße 28 in der Au führt – und das seit Oktober 2022.
Die neue Filiale liegt an der Ecke Candidplatz/Hans-Mielich-Straße im Erdgeschoss von „Haus 1“, dem höchsten Gebäude des neuen Quartiers. Auf rund 250 Quadratmetern Verkaufsfläche soll sie die tägliche Nahversorgung in der dicht bebauten Umgebung abdecken. Frische Lebensmittel, Angebote und Service wurden auf Baustellenbannern bereits angekündigt.
Neuer Markt, altes Quartier im Wandel
Seit 2024 wurde an der Ecke Candidplatz/Candidstraße und Hans-Mielich-Straße gebaut. Nach rund zwei Jahren Bauzeit ist das Wohnquartier weitgehend fertiggestellt, zahlreiche Wohnungen sind bereits bezogen. Die Gesamtfertigstellung war laut Generalunternehmer PORR für Sommer 2026 vorgesehen.
Auf 27.600 Quadratmetern Bruttogeschossfläche entstanden 187 Mietwohnungen, Gewerbeflächen, eine Kinderkrippe, 95 Autostellplätze und Fahrradabstellflächen. Die „VIOkita Candidplatz“ nahm zum Kita-Jahr 2026/27 den Betrieb auf; rund 50 Kinder können dort betreut werden.
Für Edeka ist der neue Standort kein Grund, die nahe gelegene Konkurrenz aus dem eigenen Haus verschwinden zu lassen. Der rund 300 Meter entfernte Edeka-Xpress-Markt in der Jamnitzerstraße bleibt geöffnet. Nach Angaben von Edeka Südbayern können beide Märkte parallel betrieben werden. Edeka prüft nach eigenen Angaben regelmäßig weitere Standorte und sein Filialnetz.
Jahrelang Engpass auf der Candidstraße
Während der Bauarbeiten war die Candidstraße in Richtung Brudermühlbrücke über Jahre ein Nadelöhr. Von zwei Fahrspuren war eine gesperrt, besonders zu den Stoßzeiten kam es zu Verkehrsbehinderungen. Mit dem weitgehend fertigen Quartier wird nun eine Verbesserung der Verkehrssituation erwartet. Für viele Autofahrer dürfte das eine Nachricht sein, die mindestens so aufmerksam gelesen wird wie die Eröffnung des Supermarkts.
Das Projekt verbindet damit Wohnen, Kinderbetreuung, Gewerbe und Nahversorgung auf engem Raum. Die 187 Mietwohnungen liegen dort, wo zuvor über Jahre Baustellenverkehr, Absperrungen und die weggefallene Fahrspur den Alltag geprägt haben.
Wohnungsbau im Münchner Rahmen
Die Stadt München informiert über Programme und Projekte für bezahlbare Miet- und Eigentumswohnungen sowie über aktuelle Grundstücksausschreibungen. Ihre Angebote sind in die Bereiche Programme und Förderung, Grundstücksausschreibungen, Beratungsangebote, das Handlungsprogramm „Wohnen in München VII“ und die städtische Wohnungsbaugesellschaft Münchner Wohnen gegliedert.
Zum Förderangebot gehört das München Modell, ein kommunales Programm für günstige Mietwohnungen für Familien mit mittlerem Einkommen und Genossenschaftsmitglieder. Über die einkommensorientierte Förderung unterstützt der Freistaat Bayern mit dem Standardprogramm der sozialen Wohnraumförderung den Bau von Wohnungen mit niedrigen Mieten für Haushalte mit geringem Einkommen.
Beim konzeptionellen Mietwohnungsbau (KMB) vergibt die Stadt städtische Grundstücke nach einem Konzept, um steigenden Grundstückspreisen entgegenzuwirken und stabile Mieten zu fördern. Der preisgedämpfte Mietwohnungsbau (PMB) ermöglicht Haushalten unter bestimmten Voraussetzungen, auf privaten Grundstücken eine bezahlbare Wohnung zu beziehen. Für geförderte Eigentumswohnungen zur Selbstnutzung stellt die Bayerische Landesbodenkreditanstalt Haushalten mit mittlerem Einkommen zinsgünstige Darlehen für den Erwerb einer Wohnimmobilie bereit.
Weitere Bausteine sind das Zuschussprogramm „Holzwohnungsbau in München“, das seit März 2022 Holz- und Holzhybridbauweisen bei Vorhaben im geförderten und preisgedämpften Mietwohnungsbau unterstützt. Aktuell stehen dafür allerdings keine Finanzmittel zur Verfügung. Das Förderprogramm „Wohnen ohne Lärm“ richtet sich an Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngebäuden an stark belasteten Straßen und bezuschusst Schallschutzmaßnahmen. Flexiheime dienen der vorübergehenden Unterbringung wohnungsloser Haushalte.
Hinzu kommen das Bayerische Holzbauförderprogramm BayFHolz und Zuschüsse für barrierefreies Wohnen. Mit dem Ehrenpreis für guten Wohnungsbau 2023 wurden zum 15. Mal qualitätvolle und innovative Wohnungsbauprojekte in München ausgezeichnet.
Aktuelle Grundstücksausschreibungen und eine Vorschau auf geplante Projekte veröffentlicht die Stadt ebenfalls. Die Mietfachstelle gibt Auskünfte zu Miethöhen im geförderten und preisgedämpften Wohnungsbau sowie zum Ablauf von Mietpreis- und Belegungsbindungen. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung berät Bauherrinnen, Bauherren und Architektinnen und Architekten zu kostengünstigem und qualitätsvollem Wohnungsbau.
Unter dem Titel „Gemeinsam bauen – gemeinsam wohnen“ gibt es Unterstützung und Beratung für Genossenschaften und genossenschaftsähnliche Wohnprojekte. Der Ökologische Kriterienkatalog fördert seit 1995 nachhaltiges Bauen auf städtischen Grundstücken; die Kriterien werden privatrechtlich in Grundstückskaufverträgen vereinbart. Das Handlungsprogramm „Wohnen in München VII“ legt die wohnungspolitischen Handlungsfelder und Maßnahmen der Stadt für die Jahre 2023 bis 2028 fest. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft heißt Münchner Wohnen.
