Penny in Klagenfurt schließt eine Filiale und baut die nächste um
In der Penny-Filiale in der Klagenfurter Rosentaler Straße ist seit Dienstag, 27. Oktober 2026, früher Schluss: Montags bis samstags sperrt der Markt bereits um 17 Uhr zu. Der Aushang war zunächst nur bis 21. November befristet – und hat prompt Spekulationen ausgelöst. Wird hier bald zugesperrt?
Ja, lautet inzwischen die Antwort. Der Rewe-Konzern bestätigte, dass die Filiale ab dem 22. November 2026 dauerhaft geschlossen wird. Die verkürzten Öffnungszeiten begründet Rewe mit betrieblichen Erfordernissen und einer Anpassung an die Kundennachfrage.
Strategischer Umbau bei Penny
Penny verweist außerdem auf eine strategische Neuausrichtung und die laufende Optimierung des Filialnetzes. Zum Umbau gehören demnach nicht nur Schließungen, sondern auch Modernisierungen und Erweiterungen. Für die Kundinnen und Kunden in der Rosentaler Straße bleibt es vorerst bei einem früheren Einkaufsschluss – danach ist der Standort Geschichte.
In Klagenfurt-Viktring zeigt sich die andere Seite dieses Umbaus. Die dortige Penny-Filiale wird Ende November auf ein neues Store-Konzept umgebaut. Die Wiedereröffnung ist für den 3. Dezember 2026 geplant. Frische, neue Wege durch den Markt, andere Abläufe – solche Umbauten merkt man meist schon am Geruch von Farbe und an den ersten verschobenen Regalen.
Rewe übernimmt ehemalige Unimarkt-Standorte
Der Filialumbau steht im größeren Zusammenhang mit der Expansion und Neuordnung des Rewe-Konzerns in Österreich. Rewe Österreich übernimmt 20 ehemalige Unimarkt-Standorte; die Bundeswettbewerbsbehörde genehmigte die Übernahme Ende Jänner 2026. 14 dieser Märkte liegen in Oberösterreich und werden schrittweise in Adeg-, Billa- und Penny-Filialen umgewandelt. Der erste Markt soll noch in derselben Woche eröffnen.
Für zehn Filialen gelten Auflagen: Sie müssen über einen längeren Zeitraum von selbstständigen Kaufleuten geführt werden. Sieben Standorte sollen von selbstständigen Adeg-Kaufleuten betrieben werden. Seit Donnerstag, 26. Februar 2026, ist der Zeitplan für die Eröffnungen in Oberösterreich bekannt.
Die Angaben der Rewe Group nennen 21 übernommene Standorte der Unimarkt-Gruppe. Davon werden beziehungsweise wurden 2026 elf Standorte als Adeg-Märkte eröffnet, sieben von Billa übernommen und drei von Penny. Die Märkte liegen in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark. Für die Adeg-Kaufleuteorganisation sowie die Filialnetze von Billa und Penny sollen diese Standorte eine Verstärkung sein.
90 Millionen Euro für Penny-Filialen
Bei Penny selbst blieb der Umsatz 2025 nach einem Wachstum von insgesamt 14,5 Prozent in den beiden Vorjahren stabil – Veränderung: 0,0 Prozent. Gleichzeitig investiert das Unternehmen in den kommenden drei Jahren rund 90 Millionen Euro in die größte Filialmodernisierung seiner Geschichte. Das neue Ladenlayout legt den Schwerpunkt auf Frische, besonders bei Fleisch, Obst, Gemüse, Brot und Gebäck. In 237 Filialen arbeiten eigene Fleischhauer:innen.
Auch der Nachwuchs wird eingebunden: Seit 2025 gibt es einen „Zentraltag für Lehrlinge“ mit Einblicken in Zentrale und Logistik. Ab dem zweiten Lehrjahr können die Jugendlichen die Tafel des Roten Kreuzes unterstützen. Projektwochen geben ihnen die Möglichkeit, eigenständig eine Filiale zu führen und an Verkaufswettbewerben teilzunehmen. Das gilt auch für Lehrlinge im Fleischverkauf, die zusätzlich Praxiserfahrung bei Produzenten sammeln.
Der österreichische Lebensmittelhandel mit Billa, Billa Plus, Penny und Adeg legte 2025 um 1,9 Prozent zu. Trotz hoher Inflation und gedämpfter Konsumstimmung steigerte die Rewe Group Österreich ihren Bruttoumsatz um 2,2 Prozent auf 11,36 Milliarden Euro. Zum Jahresende beschäftigte sie rund 47.000 Menschen in Österreich, rund 2.300 Lehrlinge waren in Ausbildung.
Investiert wurden 2025 rund 300 Millionen Euro, für 2026 sind 350 Millionen Euro geplant. Bis Ende 2027 sollen insgesamt 1,5 Milliarden Euro in Österreich investiert werden. In Wiener Neudorf entsteht außerdem das Logistikzentrum „ALPHA“: Mit 600 Millionen Euro ist es die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte. Das automatisierte Zentrum soll Warenlogistik und Versorgungssicherheit stärken.
Billa, Bipa und die übrigen Geschäftsfelder
Billa wuchs 2025 um 1,4 Prozent und zählt rund 1,9 Millionen Kund:innen täglich. Bis Jahresende soll es 40 Billa-Kaufleute-Märkte geben, bis 2030 sind 200 geplant. Frischfleisch – einschließlich Geflügel und Aktionsware – bezieht Billa seit 2020 ausschließlich aus Österreich. Tierwohlprodukte machten bei Frischfleisch mehr als 50 Prozent des Verkaufsumsatzes aus. Jährlich kauft Billa bei österreichischen Lieferant:innen Waren im Wert von über zwei Milliarden Euro.
Bei Brot und Gebäck liegt der Bio-Anteil bei über 50 Prozent, bei Frischmilch bei über 30 Prozent und bei Gemüse bei 29 Prozent. Die Bio-Umsätze stiegen mehr als dreimal so stark wie jene im konventionellen Bereich. Billa Plus führt über 7.000 rein pflanzliche Produkte. Mehr als 900 Beschäftigte mit Behinderungen arbeiten im Unternehmen. In ausgewählten Märkten reduziert die seit 2021 bestehende „Stille Stunde“ akustische und visuelle Reize.
Mit 140 Sportvereinen und -verbänden kooperierte Billa; rund 30.000 Kinder wurden in verschiedenen Sportarten erreicht. Die Vereinskampagne „I leb‘ für mein‘ Verein!“ ermöglicht das Sammeln von Losen für Vereinsprämien – ein kleiner Zettel im Einkaufssackerl, der für den Verein nebenan plötzlich wichtig wird.
Bipa steigerte den Umsatz 2025 um 2,3 Prozent. Bipa Kroatien legte um 9,7 Prozent zu, außerdem eröffnete die erste Bipa-Filiale in Rumänien in Bukarest. Ab 2026 sollen dort jährlich 20 bis 25 Filialen dazukommen. Bipa Österreich erreicht wöchentlich rund eine Million Kund:innen.
Mit der Kampagne „Ehrlich gesagt“ positionierte sich Bipa im Themenfeld Frauengesundheit. Die Initiative „Rote Box“ stellt jungen Frauen und Mädchen monatlich insgesamt 27.000 Gutscheine für kostenlose Periodenprodukte bereit. Gemeinsam mit Lieferanten wurden 2025 in Caritas-Mutter-Kind-Häusern 12.000 Schlafplätze ermöglicht. Eigenmarken wie bi good und Babywell werden in Rewe-Ländern und -Märkten, darunter Deutschland und CEE-Märkte, angeboten.
Im Großhandel betrug das Umsatzwachstum 2025 7,9 Prozent. Treiber waren das Convenience-Geschäft, insbesondere rund 630 Tankstellenpartner, sowie Neukunden. Auch das Adeg-Markt-Netz entwickelte sich positiv. Der Touristikbereich DERTOUR Austria erzielte 326 Millionen Euro Umsatz, ein Plus von 11,6 Prozent. Besonders gefragt waren Mittelmeerziele wie Griechenland, Türkei, Spanien und Ägypten; bei Fernreisen lagen Malediven, Mauritius und Thailand vorne.
International kam Penny auf 9,9 Milliarden Euro Gesamtumsatz der Landesgesellschaften, ein Plus von 6,3 Prozent. Penny Rumänien wuchs im 20. Markenjahr um 13,8 Prozent und eröffnete 40 Filialen. In Mihăilești entstand ein neues Logistikzentrum mit Energie- und Wärmerückgewinnungstechnologie. Auch Penny in Tschechien und Ungarn verzeichnete deutliche Zuwächse; in Tschechien unterstützt ein neues Logistikzentrum in Smiřice die Expansion.
Billa CEE erzielte mit 891 Standorten 4,9 Milliarden Euro Umsatz, 6,2 Prozent mehr als zuvor. IKI in Litauen wuchs um 7,8 Prozent, Billa Tschechien um 6,9 Prozent und Billa Bulgarien um 6,3 Prozent. Billa Bulgarien feierte sein 25-jähriges Bestehen. Das neue Logistikzentrum in Zagore, in das rund 30 Millionen Euro investiert werden, schafft 250 Arbeitsplätze und ist der dritte Logistikstandort von Billa in Bulgarien.
