Penny schließt in Unterlenningen – ein Einkaufsweg endet am 12. Dezember 2026
Für den Penny-Markt in der Bahnhofstraße in Unterlenningen ist am Samstag, dem 12. Dezember 2026, der letzte Verkaufstag. Penny bestätigt damit den Rückzug von diesem Standort. Danach bleibt die Filiale im Lenninger Tal geschlossen.
Für Kundinnen und Kunden vor Ort ist das eine nüchterne Nachricht mit ganz praktischen Folgen: Ein vertrauter Einkaufsweg fällt weg. Weitere Angaben zu den Hintergründen lassen sich aus dem vorliegenden Bericht nicht zuverlässig zusammenfassen, da zusätzliche Textpassagen unleserlich beziehungsweise fehlerhaft übertragen sind.
Der Druck trifft nicht nur einzelne Märkte
Wie hart der Wettbewerb geworden ist, zeigt ein Blick auf drei bekannte Ketten: Real, Tegut und Feneberg verloren innerhalb von zwei Jahren zusammen mehr als 600 Filialen oder stehen vor deren Aufgabe. Als gemeinsames Problem nennt der zugrunde liegende Artikel den Wettbewerb mit Discountern und großen Handelskonzernen, die niedrigere Preise und größere Einkaufsmacht bieten.
Real schloss im März 2024 die letzten 48 Filialen. Die frühere deutsche SB-Warenhauskette hatte ursprünglich 276 Märkte. Seit 2020 wurde Real zerschlagen; Kaufland, Edeka und Rewe übernahmen die attraktivsten Standorte. Für 45 Märkte wurde kein Käufer gefunden. Der letzte CEO Bojan Luncer erklärte damit den Rückzug des Unternehmens vom deutschen Markt.
Bei Tegut kündigte die Schweizer Migros im März 2026 an, alle rund 300 Filialen abzustoßen. Rund 7.400 Beschäftigte sind betroffen. Edeka übernimmt den Großteil der Standorte, Rewe weitere Filialen. Die Marke Tegut soll bis Ende 2026 verschwinden. Migros bezifferte den Markt als hochpreis-, kosten- und wettbewerbsintensiv. Seit der Übernahme von Tegut durch Migros im Jahr 2013 entstanden Verluste von bis zu 600 Millionen Euro.
Der Allgäuer Edeka-Händler Feneberg beantragte Ende 2025 ein Schutzschirmverfahren. Das Unternehmen betreibt rund 70 Filialen und beschäftigt etwa 3.000 Menschen; der Umsatz lag bei 478 Millionen Euro. Seit dem Geschäftsjahr 2021/22 schrieb Feneberg durchgehend Verluste, im Geschäftsjahr 2024/25 zuletzt mindestens zehn Millionen Euro. Hohe Pensionsverpflichtungen und die Insolvenz der Tochtergesellschaft Allgäu Fresh Foods verschärften die Lage. Feneberg hatte rund 100 Millionen Euro an Pensionsrückstellungen.
Große Mengen, kleine Spielräume
Edeka einschließlich Netto, Rewe einschließlich Penny, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland sowie Aldi vereinen laut dem Artikel 88 Prozent des deutschen Lebensmittelmarktes auf sich. Diese vier Konzerne bestimmen maßgeblich die Preise für Verbraucher und die Konditionen für Lieferanten.
Regionale Supermärkte kaufen wegen geringerer Bestellmengen teurer ein. Große Eigenmarken wie Edekas „Gut & Günstig“ oder Rewes „Ja!“ lassen sich für sie schwer finanzieren. Auch groß angelegte Logistikzentren lohnen sich für kleinere Ketten wie Feneberg mit rund 73 Filialen nicht.
Im März 2026 stiegen die Lebensmittelpreise laut Destatis um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Große Unternehmen können Kostensteigerungen eher durch ihre Mengen ausgleichen. Bei regionalen Ketten schlagen sie dagegen unmittelbar auf die Gewinnmargen durch. Das ist kein besonders gemütlicher Rechenweg.
Traditionelle Unternehmen tragen zudem teilweise hohe Altlasten wie Pensionsverpflichtungen. Kleine Verkaufsflächen, ungünstige Standorte und veraltete Ausstattung machen die Lage nicht leichter. Notwendige Modernisierungen können ausbleiben, wenn das Geld dafür fehlt.
Bei Tegut scheiterte laut Artikel die Expansion zum Bio-Premiumanbieter. Das Konzept funktionierte eher in Universitätsstädten wie Göttingen und Marburg, nicht aber in ländlichen Regionen Hessens und Thüringens. Dort wechselten Kunden laut Artikel zu günstigeren Anbietern wie Aldi und Lidl. Beim ostdeutschen Groschen-Markt kamen schrumpfende Bevölkerung, sinkende Kaufkraft und weniger Kunden je Filiale hinzu; für den Nonfood-Discounter mit 47 Filialen verstärkten sich diese Faktoren gegenseitig.
Mehr Konzentration, weniger regionale Abnehmer
Durch die Übernahme der Tegut-Filialen wird Edeka größer, Rewe übernimmt weitere Standorte. Die Zahl der dominierenden Wettbewerber nimmt dadurch nicht zu. Verdi-Vorstandsmitglied Silke Zimmer bezeichnete die hohe Marktkonzentration als problematisch für Verbraucher und Beschäftigte.
Auch Lieferanten haben bei Verhandlungen mit vier marktbeherrschenden Konzernen wenig Spielraum. Regionale Erzeuger verlieren mit jeder geschlossenen Regionalkette einen Abnehmer für Produkte mit kurzen Lieferwegen und lokaler Herkunft. Für manche Höfe und kleinere Produzenten ist das mehr als eine Zahl in einer Filialstatistik.
Laut Branchenbeobachtern hat die Marktkonzentration mit einem Marktanteil von 88 Prozent eine Plateauphase erreicht. Der verbleibende Marktanteil von zwölf Prozent bietet regionalen Ketten allerdings nur begrenzte Chancen. Sie sind laut Artikel zu klein für große Skaleneffekte und zugleich zu groß für profitable Nischenmodelle. Außerdem hängen sie von Standorten ab, die für die großen Ketten weniger attraktiv sind.
Beschrieben wird ein Kreislauf: Größere Filialnetze ermöglichen günstigere Einkäufe, niedrigere Preise gewinnen Kunden, steigende Kundenzahlen ermöglichen weitere Expansion. Tegut, Feneberg und der Groschen-Markt werden als Beispiele für Unternehmen genannt, die unter diesen Marktbedingungen nicht bestehen konnten. In Unterlenningen endet der Penny-Verkauf nun am 12. Dezember 2026.
