In Braunschweig sind ältere Menschen in den vergangenen Tagen beim Einkaufen wiederholt bestohlen worden. Die Taten ereigneten sich jeweils zur Mittagszeit in Filialen derselben Discounterkette – mindestens fünf Fälle wurden bekannt.

Am Montag meldete die Polizei vier Diebstähle: in Querum, Kralenriede, im nördlichen Ringgebiet und in der Weststadt. Bereits am vorherigen Donnerstag war es außerdem in Volkmarode zu einem weiteren Vorfall gekommen. Die unbekannten Täter nahmen Geldbörsen mit Bargeld und EC-Karten an sich.

Portemonnaie erst an der Kasse vermisst

Die Betroffenen hatten ihre Portemonnaies meist in Einkaufstrolleys oder Beuteln am Einkaufswagen aufbewahrt. Genau dort greifen Taschendiebe offenbar gern zu – und oft fällt der Verlust erst auf, wenn der Einkauf längst auf dem Kassenband liegt und bezahlt werden soll. Ein unangenehmer Moment, gerade wenn plötzlich Bargeld und Bankkarten fehlen.

Alle Betroffenen erstatteten Anzeige und ließen ihre Bankkarten sperren. Die Polizei ermittelt in allen Fällen wegen Diebstahls.

Für den Einkauf rät die Polizei, Wertsachen körpernah zu tragen, möglichst in einer Jackeninnentasche. Taschen, Rucksäcke und Geldbörsen sollten nie unbeaufsichtigt bleiben. Auch beim kurzen Griff ins Regal oder beim Blick auf das Handy lohnt es sich, aufmerksam zu bleiben und sich nicht ablenken zu lassen. Mitnehmen sollte man außerdem nur so viel Bargeld und Wertsachen, wie tatsächlich benötigt wird.

Taschendiebstahl passiert oft im Gedränge

Die Serie in Braunschweiger Discountern passt zu einem größeren Bild. Taschendiebe treten besonders häufig dort auf, wo viele Menschen dicht beieinanderstehen: bei Veranstaltungen, in Geschäften und im öffentlichen Verkehr. Tatgelegenheiten bieten unter anderem der öffentliche Nahverkehr, vor allem während der abendlichen Rushhour, Fernverkehrsmittel in Urlaubs- und Hauptreisezeiten, Einkaufszentren kurz vor Ladenschluss, Aktionstage wie Schlussverkäufe und die Vorweihnachtszeit.

Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes wurden 2025 in Deutschland 95.184 Taschendiebstähle angezeigt. 2024 waren es 107.720 Fälle. Der Gesamtschaden lag 2025 bei 32,4 Millionen Euro, nach 52,4 Millionen Euro im Jahr 2024. Die Aufklärungsquote betrug 2025 wie im Vorjahr 6,9 Prozent.

Viele Opfer bemerken den Diebstahl nicht sofort. Genau das macht die Ermittlungen schwierig; die meisten Fälle bleiben ungeklärt. Taschendiebe agieren häufig professionell und international, teils grenzüberschreitend in Europa.

Zahlen zu Tatverdächtigen

Für 2025 wurden bundesweit 5.025 Tatverdächtige registriert. 77,2 Prozent waren älter als 21 Jahre. 11,6 Prozent waren unter 18 Jahre alt – auch Kinder und Jugendliche werden beim Taschendiebstahl festgestellt.

Die Angaben der Bundespolizei wurden am 8. Mai 2026 veröffentlicht. Taschendiebstahl zählt neben Fahrraddiebstahl und Sachbeschädigung zu den häufigsten Delikten im öffentlichen Raum. In Braunschweig genügt derweil schon der Einkaufswagen neben dem eigenen Trolley – und ein kurzer Moment Unaufmerksamkeit.