Bei Tedox ist Bewegung im Filialnetz. Die deutsche Kette für Böden, Malerbedarf und Dekoration schließt mehrere Standorte in verschiedenen Bundesländern. Grundlage der bisher bekannten Angaben sind Berichte regionaler Zeitungen sowie angekündigte Räumungsverkäufe.

Heute, am 22. Oktober 2026, sind einige Schließungen bereits vollzogen, andere stehen unmittelbar bevor. Für die betroffenen Filialen wurden Räumungsverkäufe angekündigt. Auf der Tedox-Website wirbt das Unternehmen unterdessen weiterhin mit „125x in Deutschland“.

Diese Tedox-Filialen schließen oder haben bereits geschlossen

  • Erding (Bayern): Die Filiale schloss laut den vorliegenden Angaben im Frühjahr 2026; als konkretes Datum wird der 22. August 2026 genannt.
  • Hof (Bayern): Der letzte Verkaufstag war der 23. Mai 2026. Zuvor gab es einen Ausverkauf. In Medienberichten wurde die Schließung dem Frühsommer 2026 zugeordnet.
  • Beckum (Nordrhein-Westfalen): Der Standort schloss im Mai 2026, konkret am 23. Mai.
  • Lugau (Sachsen): Der letzte Öffnungstag war der 18. Oktober 2026.
  • Gardelegen (Sachsen-Anhalt): Die Schließung erfolgte am 2. Oktober 2026, nach gut zwei Jahren Betrieb.
  • Ingolstadt (Bayern): Letzter Verkaufstag ist der 31. Oktober 2026. Derzeit läuft eine Rabattaktion.
  • Eckernförde (Schleswig-Holstein): Die Filiale soll am 14. November 2026 schließen; dort läuft ein Räumungsverkauf.
  • Mülheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen): Auch hier ist der 14. November 2026 der letzte Verkaufstag. Eine Rabattaktion läuft.

Für Kundinnen und Kunden in Ingolstadt, Eckernförde und Mülheim bleibt damit nur ein knappes Zeitfenster. Wer noch Farbe, Tapeten, Bodenbeläge oder Dekoration braucht, dürfte in den kommenden Tagen auf reduzierte Ware stoßen – und vermutlich auch auf zunehmend leere Regale.

Eine weitere Standortaufgabe ist für Cham in Bayern angekündigt. Dort soll Ende September 2027 Schluss sein. Das bestätigte Tedox-Prokurist Thomas Hürter.

Unternehmen nennt unterschiedliche Gründe

Laut Tedox haben die Schließungen unterschiedliche Ursachen. In einigen Fällen seien wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend. Die Aufgabe des Standorts in Mülheim an der Ruhr gehe dagegen nicht vom Unternehmen aus, erklärte Hürter. Tedox habe nach seinen Angaben keinen Grund gehabt, die Filiale aufzugeben.

Zu weiteren möglichen Schließungen und den jeweiligen Hintergründen wurde Tedox angefragt; eine Antwort sollte gegebenenfalls ergänzt werden. Einen Rückzug aus ganzen Regionen plant das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht.

Gleichzeitig verschwindet Tedox nicht einfach von der Landkarte. In Borken-Gemen in Nordrhein-Westfalen wird derzeit umgebaut. Ein neuer Markt soll dort im Frühjahr 2027 eröffnen, nach den vorliegenden Angaben voraussichtlich im Februar oder März.

Vom Teppichhandel zum Renovierungs-Discounter

Die Tedox KG ist ein Einzelhandelsunternehmen im Baumarktbereich mit Sitz in Harste, einem Ortsteil von Bovenden im Landkreis Göttingen. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als „Renovierungs-Discounter“. Gegründet wurde es 1972 von Karl-Heinz Rehkopf und Rainer Wunderlich; die Rechtsform ist eine KG, die Branche der Einzelhandel.

Rund 2.800 Mitarbeiter arbeiten für das Unternehmen. Der Umsatz lag 2015 bei etwa 450 Millionen Euro. Der Sitz befindet sich in einem ehemaligen Gutshof, der zunächst Sitz der Teppich Domäne Harste GmbH & Co. KG war. Der Einkauf sitzt in Nörten-Hardenberg.

1986 teilten die Gründer das Unternehmen in zwei Geschäftsbereiche. Rainer Wunderlich übernahm die auf Möbel spezialisierten Domäne Einrichtungsmärkte, während Karl-Heinz Rehkopf die Teppich Domäne Harste GmbH & Co. KG weiterführte. Das Sortiment umfasste unter anderem Bodenbeläge, Farben und Tapeten, Gardinen, Lampen, Haushaltswaren, Lebensmittel, Möbel, Heimtextilien und Teppiche – stets im Niedrigpreissegment.

2007 wurde die Teppich Domäne Harste GmbH & Co. KG in Tedox umbenannt. Der Name leitet sich aus den Anfangsbuchstaben von „Teppich“ und „Domäne“ sowie einem „x“ ab. Seit 2007 gibt es außerdem einen Online-Shop unter tedox.de.

Bis in die frühen 2000er-Jahre lagen die Filialen vor allem im Ruhrgebiet und in Niedersachsen. Inzwischen erstrecken sich die Standorte über ganz Deutschland. 2012 gab es 82 Filialen, 2017 waren es 111, und 2023 verfügte Tedox über mehr als 120 Filialen. Zwischen 1992 und 2017 arbeitete das Unternehmen im Einkauf mit dem Möbelhausdiscounter Roller zusammen. Die Eigentümerfamilie Rehkopf war bis Juli 2007 mit 25,1 Prozent an Roller beteiligt.

Der Unternehmenssitz liegt bei 51° 36′ 0,6″ N, 9° 51′ 15,9″ O. Und während in mehreren Städten die Räumungsverkäufe laufen, wird andernorts schon wieder gehämmert: In Borken-Gemen soll im Februar oder März 2027 eine neue Tedox-Filiale aufmachen.