In Nürtingen kursierten am Donnerstag Gerüchte, die Postfiliale an der Europastraße werde geschlossen. Als Hinweis galt, dass die Räume ausgeräumt worden seien. Das klang nach Abschied, war aber offenbar voreilig.

Tatsächlich blieb die Filiale am Donnerstagvormittag vorübergehend geschlossen. Auch andere Postfilialen, darunter die Zweigstelle im Nürtinger Roßdorf, hatten zu. Der Grund war eine entdeckte IT-Sicherheitslücke.

Filiale an der Europastraße bleibt geöffnet

Die wichtigste Nachricht für Kundinnen und Kunden: Die Filiale an der Europastraße ist weiterhin geöffnet. Von einer dauerhaften Schließung kann also keine Rede sein. Die vorübergehende Pause hatte einen technischen Sicherheitsgrund und betraf nicht nur diesen Standort.

Postversorgung bleibt vielerorts schwierig

Der Vorfall in Nürtingen fällt in eine Zeit, in der das Postfilialnetz bundesweit ohnehin unter Druck steht. Das Netz weist gesetzeswidrige Lücken auf: Mitte April fehlten laut Bundesnetzagentur an 130 sogenannten Pflichtstandorten die vorgeschriebenen Postfilialen.

Besonders im ländlichen Raum ist die Versorgung nicht flächendeckend. Die Deutsche Post nennt den Strukturwandel im Einzelhandel als wesentliche Ursache. Wo die letzten verbliebenen Geschäfte schließen, fehlen häufig auch Partner für Postschalter. Die Post erklärte, sie arbeite an Lösungen.

Nach eigenen Angaben betreibt die Deutsche Post in Deutschland 12.400 Filialen. Gesetzlich muss sie in Ortschaften mit mehr als 2.000 Einwohnern einen Standort vorhalten. Als Filialen gelten eigenständige Postniederlassungen ebenso wie Postschalter in Supermärkten oder Kiosken; seit 2025 zählen auch Automaten dazu.

Für Nürtingen heißt das erst einmal: Die Europastraße bleibt Anlaufstelle. Die Aufregung vom Donnerstag hatte einen realen Anlass – geschlossen war die Filiale ja tatsächlich, wenn auch nur vorübergehend. Das Gerücht von der endgültigen Schließung bestätigt sich nicht.