Vom MediaMarkt zum Megastudio: Sports Club eröffnet 20. Standort am Saseler Damm
Am Saseler Damm in Poppenbüttel ist am 8. Oktober 2026 der inzwischen 20. deutsche Standort von Sports Club eröffnet worden. Rund 400 Gäste kamen zur Eröffnung – und sie trafen auf ein Studio, für das sich offenbar schon vor dem ersten Training einiges an Interesse angesammelt hatte: Mehr als 3.000 Voranmeldungen lagen zu diesem Zeitpunkt vor.
Untergebracht ist der Club auf 5.000 Quadratmetern, direkt neben dem Alstertal-Einkaufszentrum. Wo zuvor eine MediaMarkt-Filiale war, stehen nun Trainingsgeräte, Matten und Maschinen. Der vollständige Umbau der umgenutzten Gewerbeimmobilie dauerte fünf Monate. Viel Fläche, viele Angebote – und vermutlich ordentlich Bewegung auf der Baustelle.
Vom Cardiogerät bis zur HYROX-Zone
Das Konzept verbindet Kraft- und Ausdauertraining mit klassischen Cardiogeräten, geführten EGYM-Zirkeln und einem Faszienzirkel. Dazu kommen ein Athletikbereich mit Geräten von Hammer Strength, eine HYROX-Zone sowie ein separater Frauenbereich. Auch Reformer-Pilates-Kurse gehören zum Angebot.
Im Hammer-Strength-Bereich stehen unter anderem plate-loaded Geräte. Dazu zählen Pendulum-X Squats, Hack Squats, Belt Squats, Glute Drives und Multi Squats. Außerdem gibt es Vorrichtungen für Assisted Nordic Ham Curls. Wer nach all dem Training nicht sofort nach Hause möchte, kann in zwei Saunen oder im Relaxpool regenerieren.
Der neue Standort folgt damit einem Trend, der in der Fitnessbranche immer sichtbarer wird: Ehemalige Einzelhandelsflächen werden in multifunktionale Trainings- und Wellnesszentren umgewandelt. Aus Verkaufsfläche wird Bewegungsfläche – samt Wellnessbereich, Kursangeboten und großer Geräteauswahl.
Große Flächen, hohe Investitionen
Der Blick auf die Branche erklärt, warum solche Konzepte derzeit Rückenwind haben. Laut HFA Global Report verzeichneten Fitnessstudiobetreiber weltweit 2025 ein medianes Umsatzwachstum von 10,7 Prozent. In Deutschland und Westeuropa liegen die Ausbaukosten für Fitnessstudios typischerweise zwischen 800.000 und 2,5 Millionen Euro pro Standort.
Premium-Anlagen mit Pool- und Spa-Bereichen kosten regelmäßig mindestens drei Millionen US-Dollar. Zugleich gilt in der Branche ein Verhältnis von Nettoverschuldung zu operativem Ergebnis von unter 4 als solide. Betreiber im mittleren Preissegment ohne klares Profil erzielen laut Branchenanalysen dagegen häufig operative Margen von unter 15 Prozent. Fitnessketten setzen deshalb verstärkt auf differenzierte Großflächenkonzepte – mehr Angebot, mehr Zonen, mehr Gründe, regelmäßig wiederzukommen.
Fitnessbranche investiert weiter
Auch die deutschen Branchendaten zeigen eine hohe Investitionsbereitschaft. 2025 investierten 91,9 Prozent der Betriebe, nach 82,2 Prozent im Vorjahr. Das Investitionsvolumen stieg von 762 Millionen Euro auf 798 Millionen Euro.
Im Mittelpunkt bleibt die Trainingsinfrastruktur: 57,5 Prozent der Betriebe investierten in Krafttrainingsgeräte, 2024 waren es 53,9 Prozent. Geräte für das Herz-Kreislauf-Training schafften sich 45,2 Prozent an, gegenüber 40,5 Prozent im Vorjahr. 40,2 Prozent investierten in Kleingeräte, etwa für Functional- oder Personal Training.
Daneben fließt Geld in weitere Bereiche. 11,8 Prozent der Betriebe investierten in Angebote wie Yoga oder Pilates, 12,6 Prozent in Ernährungsberatung. Diagnostikgeräte für Trainings- und Gesundheitsanalysen standen bei 30,1 Prozent auf der Einkaufsliste. Am Saseler Damm ist davon vieles gleich nebeneinander zu finden: Kraftmaschinen, Ausdauergeräte, Pilates, Athletik und Regeneration – auf einer Fläche, auf der früher Fernseher und Waschmaschinen verkauft wurden.
