Zentriq übernimmt Payr-Gruppe und sichert 35 bis 40 Arbeitsplätze in Patergassen
Die Payr-Gruppe hat einen neuen Eigentümer: Die Salzburger Zentriq-Unternehmensgruppe übernimmt die Kärntner Unternehmensgruppe mit 31. Oktober 2026 aus der Insolvenz. Der Produktionsstandort in Patergassen bleibt erhalten – ebenso das bisherige Team und die gewohnten Ansprechpartner.
Für die Beschäftigten bedeutet das zunächst eine wichtige Nachricht. Rund 35 bis 40 Arbeitsplätze werden übernommen. Auch Johannes Payr bleibt im Unternehmen und arbeitet künftig für Zentriq Hightech Assemblies.
Weiterarbeit unter neuem Namen
Das Geschäft wird künftig unter dem Namen Zentriq Hightech Assemblies geführt. Dahinter steht die Zentriq HTA GmbH. Der Betrieb in Patergassen im Kärntner Wiederschwing soll damit Teil einer auf hochpräzise Fertigung und technische Baugruppen spezialisierten Unternehmensgruppe werden.
Payr bringt Engineering, Präzisionsfertigung und die Montage anspruchsvoller Baugruppen ein. Diese Kompetenzen sollen das Angebot von Zentriq ergänzen. Zentriq-Geschäftsführer Martin Schacherl erklärte, durch die Integration solle technisches Know-how mit den Möglichkeiten der Unternehmensgruppe verbunden und weiter ausgebaut werden.
Der Umsatz der übernommenen Einheit liegt 2026 bei rund 4 Millionen Euro. Als nächste Schritte sind der Ausbau der Fertigungskapazitäten und effizientere Produktionsprozesse geplant. Außerdem soll es weitere Verbesserungen bei Qualität, Flexibilität und Liefertreue geben.
Insolvenzverfahren seit diesem Jahr
Über das Vermögen von vier Gesellschaften der PAYR-Gruppe waren am Landesgericht Klagenfurt Insolvenzverfahren eröffnet worden: der PAYR Production GmbH, der PAYR Engineering GmbH, der PAYR Construction GmbH und der PAYR Group GmbH. Es handelte sich um Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung.
Laut Alpenländischem Kreditorenverband betrugen die Gesamtverbindlichkeiten rund 11,05 Millionen Euro. Betroffen waren etwa 220 Gläubiger und zunächst 51 Beschäftigte. Alle vier Unternehmen wollten den Betrieb fortführen und Sanierungspläne abschließen.
Finanziert werden sollten die Sanierungsplanquoten durch die Fortführung des Betriebs, Restrukturierungsmaßnahmen, den teilweisen Verkauf nicht betriebsnotwendiger Anlagen und möglicherweise zusätzliche liquide Mittel von Dritten.
Fasergusstechnologie als Auslöser
Als Insolvenzursachen nannte der AKV den Verkauf der Fasergusstechnologie im März 2025, eine verhaltene Marktentwicklung, die Personalentwicklung und langfristige Auswirkungen der Energiekrise. Der Verkauf sollte die industrielle Umsetzung, die Weiterentwicklung und die internationale Vermarktung des von PAYR entwickelten Know-hows ermöglichen.
Der Kaufpreis sollte anteilig an alle Gesellschafter der PAYR-Gruppe fließen. Nach Angaben des AKV soll die Käuferin eine fällige Kaufpreisrate fortlaufend und ohne rechtliche Grundlage nicht bezahlt haben. Dadurch sei die PAYR-Gruppe zahlungsunfähig geworden.
Insolvenzverwalter Klaus Haslinglehner organisierte nun die Übernahme der operativen Payr-Gesellschaften. Die Verwertung dieser operativen Einheiten ist abgeschlossen. Weitere nicht-operative Payr-Einheiten befinden sich allerdings noch in Insolvenzverfahren.
Am Standort in Patergassen geht die Arbeit damit weiter – künftig unter dem Dach von Zentriq Hightech Assemblies und mit einem neuen Kapitel für die Mannschaft, die dort bereits Erfahrung, Handgriffe und Ansprechpartner kennt.
