Action eröffnet neue Filiale in Rheinberg und setzt auf wechselnde Schnäppchen
In Rheinberg, Nordrhein-Westfalen, eröffnet Action eine neue Filiale. Mehr ist zur Eröffnung in dem vorliegenden Bericht nicht überprüfbar: Angaben zu Standort, Eröffnungstermin, Verkaufsfläche oder Sortiment vor Ort enthält der Text nicht. Zu sehen ist lediglich ein Foto, angegeben mit „Armin Fischer (arfi)“.
Der Bericht wurde am 17. Oktober 2026 zuletzt aktualisiert. Für Rheinberg reiht sich die Nachricht in die Expansion einer Handelskette ein, deren Konzept auf häufig wechselnde Non-Food-Angebote und niedrige Preise setzt.
Vom niederländischen Laden zur europäischen Kette
Action entstand 1993 in Enkhuizen in den Niederlanden. Gerard Deen und Rob Wagemaker verkauften dort Haushaltswaren, Drogerieartikel und Dekoration zu niedrigen Preisen. Die ersten Filialen waren schlicht ausgestattet und führten ein überschaubares Sortiment.
2005 eröffnete Action die ersten Geschäfte außerhalb der Niederlande in Belgien. 2009 folgte die erste deutsche Filiale in Schüttorf nahe der niederländischen Grenze. In Deutschland überschritt das Unternehmen 2016 die Marke von 100 Filialen, 2023 waren es bereits mehr als 500.
2011 stieg die britische Private-Equity-Gesellschaft 3i bei Action ein. Sie hält heute rund 80 Prozent der Anteile und bezeichnet Action als wichtigste Beteiligung ihres Portfolios. Zusätzliches Kapital und strategische Unterstützung halfen bei der Expansion in Europa.
Niedrige Preise, wechselnde Ware
Action betreibt inzwischen mehr als 3.100 Filialen in 14 Ländern, in Deutschland rund 650. Andere Angaben nennen über 3.300 Filialen in 15 Ländern. Europaweit verfügt das Unternehmen über 18 Verteilzentren und vier Logistik-Hubs; 2025 kamen drei weitere Logistikzentren hinzu.
Das Prinzip hinter den Preisen klingt nüchtern, wirkt im Einkaufswagen aber unmittelbar: Masseneinkäufe und große, planbare Bestellmengen verschaffen bessere Lieferkonditionen. Ein chinesischer Kleiderbügelproduzent aus Shenzhen, der Action beliefert, nennt eine Gewinnmarge von fünf Prozent; in seiner Branche seien zehn bis 15 Prozent üblich. Er verdient nach eigener Aussage wenig an den Geschäften mit Action, arbeitet wegen der stabilen Bestellmengen aber weiter mit dem Unternehmen zusammen.
Auch die Filialen und Abläufe sind standardisiert. Action spart unter anderem bei Beleuchtung, Ladenausstattung und Werbung und gibt die geringeren Kosten über die Preise weiter. Rund 6.000 Produkte gehören zum Sortiment, darunter Reinigungsmittel, Spielzeug, Elektronik und Dekoration. Etwa zwei Drittel der Artikel kosten weniger als zwei Euro.
Der kleine Haken für alle, die später wiederkommen wollen: Jede Woche treffen ungefähr 150 neue Produkte ein, ungefähr zwei Drittel des Sortiments wechseln laufend. Was heute noch im Regal liegt, kann in der kommenden Woche schon verschwunden sein. Genau dieser Wechsel soll zu regelmäßigen Besuchen bewegen.
Wachstum in Deutschland und darüber hinaus
Frankreich ist der größte europäische Markt von Action. Dort gibt es mehr Filialen als in jedem anderen europäischen Land; seit Jahren gilt Action dort als beliebteste Einzelhandelskette. Deutschland bleibt ebenfalls ein wichtiger Wachstumsmarkt, das deutsche Landesbüro befindet sich in Düsseldorf. Seit 2024 betreibt Action außerdem ein eigenes Distributionszentrum in Peine.
Die Versorgung mit Filialen ist in den deutschen Regionen nach Angaben des Artikels unterschiedlich stark. Darin sieht das Unternehmen weiteres Wachstumspotenzial. Für das Gesamtjahr 2025 plante Action rund 380 neue Filialen in Europa – mehr als das ursprüngliche Ziel von 370. Durchschnittlich 20,6 Millionen Kunden pro Woche besuchten zuletzt die Action-Filialen.
In den ersten neun Monaten 2025 stieg der Nettoumsatz laut einer Action-Pressemitteilung auf 11,2 Milliarden Euro, 17,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das flächenbereinigte Wachstum betrug 6,3 Prozent. 2024 erzielte Action mit gut 2.900 Filialen einen Nettoumsatz von 13,8 Milliarden Euro. Tedi kam mit mehr als 3.500 Filialen auf einen Bruttoumsatz von rund drei Milliarden Euro.
2025 wurde Action in Deutschland in zwei Kategorien als „Bester Händler des Jahres“ ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt das Unternehmen den „Golden Scaler Award“ als am schnellsten wachsendes Unternehmen der Niederlande.
Wenn Haushalte bei Deko sparen
Der Trend zu günstigen Non-Food-Artikeln fällt in eine Zeit steigender Preise. Laut Consumer Panel Services GfK wuchsen die Ausgaben für Non-Food bei Billigdiscountern von 2,6 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2022 auf 3,2 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2024. Bei Lebensmitteldiscountern sanken die Ausgaben in derselben Produktkategorie im gleichen Zeitraum dagegen von vier auf rund 3,5 Milliarden Euro.
Handelsexperte Carsten Kortum beobachtet, dass Haushalte vor allem bei nicht existenziellen Produkten sparen – etwa bei Dekoration, Zubehör und Haushaltswaren. Da kommt ein wechselndes Regal mit Kleinigkeiten für wenig Geld gelegen, manchmal nimmt man dann doch mehr mit als geplant.
Die nächste große Etappe ist bereits angelegt: Bis Ende 2027 oder Anfang 2028 soll die erste Action-Filiale im Südosten der USA eröffnen. Bis 2030 sind dort rund 100 Standorte geplant.
