In der Ulmer Olgastraße ist das Datum nun festgezurrt: Die Deutsche Bundesbank schließt ihre Filiale zum 31. März 2028. Derzeit arbeiten dort 47 Menschen. Für sie gilt: Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen, die Umsetzung soll sozialverträglich erfolgen.

Ulm ist eine von acht Bundesbank-Filialen, die im Zuge eines 2024 beschlossenen neuen Filialkonzepts geschlossen werden. In Baden-Württemberg trifft es außerdem Freiburg und Reutlingen – dort allerdings erst in den 2030er-Jahren. Die Ulmer Beschäftigten, Geschäftspartner und Privatkunden haben damit einen langen Vorlauf für die Planung.

Sanierung, neue Geldmaschine – und trotzdem das Aus

Die Entscheidung wirkt auf den ersten Blick durchaus überraschend. Die Ulmer Filiale war Anfang des Jahrzehnts zwei Jahre lang saniert worden. Im Frühjahr 2024 ging dort außerdem die Geldbearbeitungsmaschine BPS M7 in Betrieb. Sie zählt bis zu 33 Banknoten pro Sekunde; die vorherige Maschine schaffte 22.

Die Bundesbank erklärt, die Sanierung sei notwendig gewesen, um den kurzfristigen Weiterbetrieb des Standorts zu gewährleisten. Nun soll Ulm dennoch schließen. Als Gründe für die Neuaufstellung nennt die Notenbank die teilweise geringe Auslastung der Filialen, den Sanierungsbedarf vieler Gebäude und die hohen Investitionen, die dadurch in den kommenden Jahren erforderlich wären. Auch die teils schlechte Bausubstanz spielte eine Rolle.

Neben Ulm stellen 2028 auch die Filialen in Ludwigshafen und Osnabrück ihren Betrieb ein. Zwischen 2034 und 2039 folgen Augsburg, Freiburg, Koblenz, Reutlingen und Würzburg. Damit verschwinden acht von derzeit 31 Standorten.

Neue Geldspeicher näher an den Autobahnen

Vier neue Filialen entstehen in den Ballungsräumen Frankfurt, Hannover, Köln und Stuttgart – jeweils an logistisch günstigeren Standorten. Die Neubauten sollen Aufgaben benachbarter Filialen übernehmen. In Stuttgart ist ein neuer Geldspeicher nahe den Autobahnen A8 und B27 vorgesehen. Von dort aus soll sich Bargeld einfacher verteilen lassen als bisher aus der Innenstadt.

Die neuen Häuser werden nicht mehr mitten in Innenstädten liegen, sondern für Fahrzeuge von Wertdienstleistern besser erreichbar sein. Geplant sind Standorte mit hoher Bevölkerungsdichte und entsprechend hohem Bargeldaufkommen. Einheitliche Baustandards sollen die Baukosten senken, zugleich will die Bundesbank Geschäftsabläufe weiter automatisieren und verbessern. Das soll Effizienzsteigerungen bringen – ein sperriges Wort für schnellere, schlankere Abläufe.

Banknoten werden vor ihrer Ausgabe an Geldautomaten zur Bundesbank gebracht und dort auf ihre Echtheit geprüft. Auch in Frankfurt, Hannover und Köln sind neue, logistisch günstigere Standorte geplant. In Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen wird die Bundesbank künftig jeweils drei Filialen betreiben.

Regional erreichbar, aber mit weniger Häusern

Für Kreditinstitute, den Handel und Wertdienstleister soll der regionale Zugang zur Bundesbank erhalten bleiben. Als Maßstab gilt weiterhin ein Einzugsradius von etwa 75 Kilometern je Filiale. Die Bundesbank bleibt außerdem in allen Bundesländern vertreten, in denen sie bisher Filialen unterhält.

Privatkunden können auch künftig kostenlos D-Mark umtauschen, beschädigtes Bargeld einreichen und Sondermünzen erwerben. Für die Beschäftigten in Ulm, Ludwigshafen und Osnabrück bleibt vor allem die Zusage wichtig, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll. Die Schließungen sollen sozialverträglich umgesetzt werden.

Der Umbau des Netzes zieht sich bewusst über viele Jahre. Das soll Beschäftigten, Geschäftspartnern und Privatkunden Planungssicherheit geben. In Ulm läuft der Filialbetrieb also noch bis zum 31. März 2028 – auch wenn die nächste große Geldzählung dann bereits an einem anderen Standort stattfinden wird.