Wer eine Action-Filiale betritt, landet meist in einer ziemlich vertrauten Welt: breite, helle Gänge, schlichte Regale, Wochenangebote gleich am Eingang und Snacks und Getränke in Kassennähe. Das ist kein Zufall. Action nutzt europaweit ein weitgehend einheitliches Ladenkonzept, damit sich Kundinnen und Kunden schnell zurechtfinden – und damit Planung und Ausstattung weniger kosten.

Gegründet wurde Action 1993 im niederländischen Enkhuizen, zunächst als umgebauter Trödelladen. Heute besuchen weltweit etwa 21,6 Millionen Menschen pro Woche eine Filiale. In Deutschland haben mehr als 700.000 Menschen den Newsletter abonniert. Der Konzern erzielte 2025 einen Gesamtumsatz von 16 Milliarden Euro.

Feste Regeln für neue Standorte

Bei der Suche nach neuen Standorten setzt Action auf klare Vorgaben. Eine Filiale braucht mindestens 700 Quadratmeter Verkaufsfläche, ein Einzugsgebiet von mindestens 30.000 Einwohnern und eine gute Erreichbarkeit. Viele Geschäfte liegen deshalb an gut angebundenen Straßen oder in Gewerbegebieten. In Düsseldorf arbeitet dafür ein Vollzeitmitarbeiter als „Head of Expansion“.

Wie viel in die Regale passt, hängt direkt von der Fläche ab. Die 2025 eröffnete Filiale in der Flensburg Galerie verfügt über 1.023 Quadratmeter und bietet mehr als 6.000 Produkte aus 14 Kategorien. Üblicherweise arbeiten pro Filiale 15 bis 20 Mitarbeitende. Parkplätze gehören ebenso zum Konzept wie die hellen, großzügigen Gänge.

Das Sortiment reicht von Dekoration, Heimwerkerbedarf und Spielzeug über Haushaltswaren, Garten- und Outdoorartikel bis zu Körperpflege, Mode und Heimtextilien. Insgesamt gibt es 14 feste Kategorien, jede Warengruppe hat ihren klar abgegrenzten Bereich. Rund zwei Drittel der Produkte kosten weniger als zwei Euro.

Rund 95 Prozent des Sortiments sind europaweit identisch aufgebaut. Action beschafft die Waren zentral und in großen Mengen, um Kosten zu reduzieren. Auch der Ladenbau bleibt schlicht: keine aufwendigen Möbel, keine teure Dekoration. Dafür kommen pro Woche etwa 150 neue Artikel in die Regale. Große Teile des Angebots werden regelmäßig ausgetauscht – wer heute etwas entdeckt, findet es beim nächsten Besuch womöglich nicht mehr. Genau das soll Kunden wieder in die Filiale locken.

Mehr Filialen, mehr Kundschaft

In den ersten neun Monaten 2025 erzielte Action einen Nettoumsatz von 11,2 Milliarden Euro. Das waren 17,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Flächenbereinigt wuchs der Umsatz um 6,3 Prozent, hauptsächlich wegen gestiegener Kundenzahlen. Besonders stark entwickelten sich die Umsätze in Italien und Spanien. Das Sommersortiment mit Picknickartikeln und Urlaubsutensilien verkaufte sich gut; die schwächere Konsumstimmung, vor allem in Frankreich, bremste das flächenbereinigte Wachstum allerdings.

2025 empfing Action bislang durchschnittlich 20,6 Millionen Kundinnen und Kunden pro Woche, nach 20,2 Millionen im Vorjahr. In den ersten neun Monaten kamen 221 neue Filialen in den 14 Märkten hinzu, die Gesamtzahl stieg auf 3.139. Für das Gesamtjahr plante das Unternehmen rund 380 neue Geschäfte und damit mehr als das ursprüngliche Ziel von 370.

Am 24. September eröffnete Action in Pitești die erste Filiale in Rumänien und expandierte damit in den 14. europäischen Markt. Seit dem Markteintritt kamen dort vier weitere Filialen hinzu. Die Action-App, 2021 in den Niederlanden gestartet und inzwischen in allen Märkten verfügbar, wurde im dritten Quartal mehr als zehn Millionen Mal heruntergeladen. Sie zeigt Produktinformationen, wöchentliche Angebote und Neuheiten, ermöglicht Favoritenlisten und Empfehlungen und bietet digitale Kassenbons.

Auch intern gibt es Zahlen: An der zweijährlichen Mitarbeitendenbefragung im Sommer 2025 beteiligten sich mehr als 90 Prozent der Beschäftigten. Das unternehmensweite Mitarbeiterengagement lag über den relevanten Vergleichswerten und verbesserte sich gegenüber der vorherigen Befragung.

Für das Wachstum gab es mehrere Auszeichnungen. Action erhielt den Golden Scaler 2025 als schnellstwachsendes Unternehmen der Niederlande sowie „Winkelketen van het Jaar“ und „Retailer van het Jaar“ in den Niederlanden. In Deutschland und Österreich gab es jeweils zwei Auszeichnungen als „Bester Händler des Jahres“. In Italien wurde Action als „Migliore Insegna 2025“ in der Kategorie Non-Food-Discount ausgezeichnet.

Zwischen Schokolade und Schuhtrocknern

Anfang November, donnerstags um 12:30 Uhr, ist eine Action-Filiale in Düsseldorf-Unterrath stark besucht. Zwischen Schokolade und Pflegeartikeln stehen Kerzen und Lampenöl, daneben Toilettenreiniger und Weihnachtskugeln. Proteinpulver liegt nicht weit von elektrischen Schuhtrocknern entfernt. Ein bisschen Basar, könnte man denken: Kartons, Rollcontainer, Lagerregale. Laut Handelsblatt ist das Geschäft trotzdem auf effiziente Abläufe ausgerichtet.

Action betreibt inzwischen 3.190 Filialen in 14 europäischen Ländern. 2024 lag der Umsatz bei fast 14 Milliarden Euro. Zuletzt expandierte der Non-Food-Discounter unter anderem in die Schweiz, nach Rumänien und Portugal.

Mehrheitseigentümer ist der britische Finanzinvestor 3i. Laut Geschäftsbericht investierte 3i 2011 insgesamt 114 Millionen Pfund in Action, das damals 245 Filialen besaß. Mehr als 14 Jahre später bewertet der Investor seine Beteiligung mit knapp 21 Milliarden Pfund – laut Handelsblatt entspricht das etwa dem 188-Fachen der ursprünglichen Investition. In der Düsseldorfer Filiale rumpelt derweil vermutlich der nächste Rollcontainer durch den Gang.