Filialen & Standorte, 28.10.2026 – Im Drogerieregal ist ein alter Bekannter wieder da: Schaumfestiger. In den 1980er-Jahren gehörte der luftige Stylinghelfer zu Föhnwellen, toupiertem Haar und voluminösen Frisuren beinahe selbstverständlich dazu. Dann kamen Glätteisen und Sleek-Looks der 2000er-Jahre – und der Schaum verschwand ein Stück weit aus dem Rampenlicht.

Jetzt passt er wieder erstaunlich gut in die Zeit. Blowouts, Föhnwellen und Shag-Schnitte setzen auf Volumen, Bewegung und Schwung. Moderne Formulierungen sollen dabei weniger kleben und keinen harten Film hinterlassen. Viele enthalten Panthenol oder Hitzeschutz. Gerade reiferes Haar kann davon profitieren: Mit zunehmendem Alter wird es häufig feiner und weniger dicht, Frisuren verlieren schneller ihren Halt.

Mehr Fülle, ohne dass alles strähnig wird

Schaumfestiger gibt dem Ansatz Halt und lässt das Haar voller wirken, ohne es so schnell zu beschweren oder strähnig aussehen zu lassen wie Wachs oder Öl. Für die klassische Anwendung reicht etwa eine golfballgroße Menge. Sie wird in handtuchtrockenes Haar eingearbeitet, besonders am Ansatz.

Danach geht’s über eine große Rundbürste unter den Föhn. Wer den Kopf dabei nach unten hält, verstärkt den Schwung. Und falls die Frisur am nächsten Tag schlappmacht: Viele moderne Produkte lassen sich auch im trockenen Haar zum Auffrischen verwenden. Das ist praktisch, wenn morgens keine Zeit für die komplette Prozedur bleibt.

Bei Locken lohnt ein Blick auf den Haltegrad. Leichter Halt passt zu natürlichem, lockigem Haar mit eigener Sprungkraft: Er gibt Volumen und Definition, hält die Locken weich und lässt sie beweglich. Mittlerer Halt fixiert stärker, bremst Frizz und Kräuselungen, ohne die Beweglichkeit ganz zu nehmen. Starker Halt ist für dichte und widerspenstige Locken gedacht, sorgt für intensive, lang anhaltende Fixierung, mehr Struktur und Sprungkraft – kann das Haar aber steifer wirken lassen.

Die Skalen sind allerdings nicht genormt. Je nach Hersteller reichen sie etwa von 1 bis 4 oder von 1 bis 6; verbindlich festgelegt ist nicht, was „starker“ oder „sehr starker“ Halt bedeutet. Produkte mit sehr starkem Halt unterscheiden sich laut Herstellerangaben vor allem durch Konzentration und Art der Filmbildner oder anderer haltgebender Inhaltsstoffe.

So wird dosiert – und worauf Lockenköpfe achten

Für Locken wird der Schaum gleichmäßig im feuchten Haar verteilt. Am besten beginnt man an den Spitzen und arbeitet sich bis zu den Wurzeln vor. So sollen alle Locken ausreichend Produkt abbekommen, ohne dass die Frisur unnötig schwer wird. Bei mittellangem Haar genügt meist eine walnussgroße Menge; langes oder dichtes Haar kann mehr brauchen.

Übliche Flaschen enthalten 150 bis 300 Milliliter. Eine 200-Milliliter-Flasche reicht – abhängig von Haarlänge und verwendeter Menge – ungefähr für 30 bis 40 Anwendungen. Größere Packungen sind häufig günstiger. Für den Vergleich sollte man den Preis auf 100 Milliliter umrechnen: 200 Milliliter für 8 Euro entsprechen 4 Euro je 100 Milliliter. Die Anwendungsempfehlungen gehen trotzdem deutlich auseinander, etwa bei trockenem oder feuchtem Haar und bei der Schaummenge. Am Ende hilft oft nur Ausprobieren.

Hitzeschutz ist vor allem dann relevant, wenn regelmäßig Lockenstäbe, Lockenwickler oder andere heiße Stylinggeräte zum Einsatz kommen. Lockiges Haar neigt von Natur aus eher zu Trockenheit und Schäden. Auf der Verpackung stehen dafür Hinweise wie „Hitzeschutz“ oder „thermischer Schutz“. Solche Produkte sollen die Haarstruktur vor hohen Temperaturen bewahren, Feuchtigkeit erhalten und die Locken schützen.

Preislich bleibt der Klassiker meist bodenständig: Produkte von L’Oréal Elnett, Taft und Syoss kosten in Drogerien weiterhin meist nur wenige Euro. Die Testpreise reichen allerdings deutlich weiter. ÖKO-TEST untersuchte im September 2025 22 Schaumfestiger, darunter vier zertifizierte Naturkosmetikprodukte; die Preise lagen bei 1,15 bis 17,48 Euro je 250 Milliliter. In einer weiteren Darstellung des Tests wird genannt, dass die Preise bei 1,15 Euro begannen und neun Produkte mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet wurden.

Was im Test auffiel

Acht Produkte erhielten bei ÖKO-TEST die Bestnote „sehr gut“. Als Testsieger mit dieser Note werden Alterra Volumen Schaumfestiger von Rossmann, der Alverde Schaumfestiger von dm, L’Oréal Elnett und Taft Volumen von Henkel genannt. Alterra und Alverde sind zertifizierte Naturkosmetikprodukte. L’Oréal Elnett und Taft Volumen verzichten laut Artikel auf kritische Duftstoffe und bedenkliche Inhaltsstoffe.

Pantene Pro-V Perfect Volume bekam als einziges Produkt die Note „mangelhaft“. Der Grund war der synthetische Moschusduftstoff Galaxolid. Er kann sich im Fettgewebe anreichern und wurde in Muttermilch nachgewiesen. Die EU bewertet den Stoff derzeit neu im Hinblick auf eine mögliche krebserregende Wirkung.

ÖKO-TEST kritisierte außerdem PEG-Verbindungen und deren Abkömmlinge sowie synthetische Polymere und weitere Kunststoffverbindungen. PEG-Verbindungen fanden sich in 13 von 22 Produkten. Sie werden unter anderem als Emulgatoren oder Stabilisatoren eingesetzt; einige können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen.

Viele Hersteller verwenden Filmbildner wie „Acrylates Copolymer“, „PVP“ oder „Polyquaternium“. Sie legen sich auf das Haar und sorgen für Halt. Beim Waschen gelangen sie ins Abwasser, über Klärschlamm möglicherweise auch auf Felder – die Folgen sind laut Test noch nicht vollständig geklärt. Kunststofffreie Rezepturen setzen stattdessen beispielsweise pflanzliche Zucker, Proteine oder Stärke, etwa Kartoffelstärke, als Filmbildner ein.

Wella und Balea schafften es nicht in die Spitzengruppe, weil sie Kunststoffverbindungen enthalten, die die Umwelt belasten können. Nach dem ÖKO-TEST-Bewertungsschema führten Silikone und/oder synthetische Polymere bei den weiteren Mängeln zu einer Abwertung um zwei Noten. PEG beziehungsweise PEG-Derivate kosteten eine Note. Gemessene polyzyklische Moschusverbindungen über 10 Milligramm pro Kilogramm führten zu zwei Noten Abzug.

Galaxolid bleibt ein Thema – auch auf dem Etikett

Galaxolid gehört zu den polyzyklischen Moschusverbindungen. Der Stoff kann sich in der Umwelt und im menschlichen Fettgewebe anreichern, wurde in Muttermilch nachgewiesen und steht im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinträchtigen. Im Rahmen des EU-Aktionsplans CoRAP wird er neu bewertet. Anfang 2025 schlug die zuständige französische Behörde vor, Galaxolid als CMR-Stoff der Kategorie 1B einzustufen – also als wahrscheinlich reproduktionstoxisch für den Menschen.

Untersucht werden zusätzlich mögliche Umweltgefahren. Galaxolid ist schwer abbaubar, gilt als sehr giftig für Wasserorganismen und wurde unter anderem in Flüssen, Klärschlamm und der Nordsee nachgewiesen. Bislang muss der Stoff meist nicht einzeln auf dem Etikett stehen, sondern kann sich hinter „Parfum“ verbergen. Das ändert sich durch eine aktualisierte Duftstoffregulierung: Produkte ohne entsprechende Kennzeichnung dürfen noch bis Ende Juli 2026 in Verkehr gebracht werden, der Verkauf dieser Produkte ist noch bis Ende Juli 2028 erlaubt. In der Zutatenliste kann Galaxolid auch als „Hexamethylindanopyran“ auftauchen.

Im Labor wurden unter anderem allergene Duftstoffe, polyzyklische und Nitro-Moschusverbindungen, Cashmeran, Diethylphthalat, Formaldehyd beziehungsweise Formaldehydabspalter sowie bei einem Produkt mit Triethanolamin N-Nitrosodiethanolamin untersucht. Zusätzlich prüfte man Verpackungen auf PVC, PVDC und chlorierte Verbindungen. Per Deklaration erfasst wurden Silikone, synthetische Polymere, PEG-Verbindungen und UV-Filter.

Im Test vertreten waren unter anderem Eco Cosmetics, Bioturm, Alverde, Alterra, Pantene Pro-V, Wella, Today, Nivea, L’Oréal, Joolea, John Frieda, Isana, Hairwell, Elkos, Bevola, Balea, Lacura, Taft, Syoss und Aveo. Auch Verpackungsangaben zu Recyclingmaterial sowie Herstellerangaben zu haltgebenden Inhaltsstoffen und Veganität wurden überprüft. Die versprochenen Produktwirkungen selbst wurden aus rechtlichen Gründen nicht getestet.

Bei den Verpackungen dominierten Aluminiumflaschen, einige Produkte steckten in Kunststoff. Die meisten Anbieter verwendeten laut eigenen Angaben kein recyceltes Material, machten dazu keine Angaben oder konnten keinen ausreichenden chargenbezogenen Nachweis liefern. Nur ein Hersteller konnte nachweisen, mehr als 30 Prozent recyceltes Aluminium einzusetzen. Ein Recyclinganteil unter 30 Prozent, fehlende Angaben oder unzureichende Nachweise führten zu einer Abwertung um eine Note.

ÖKO-TEST untersuchte im Dezember 2025 ebenfalls insgesamt 22 Schaumfestiger, vor allem mit Blick auf die Inhaltsstoffe. Die Ergebnisse zeigen, warum beim Griff ins Drogerieregal nicht nur Halt und Duft zählen. Und warum die altbekannte Dose, die beim Aufsprühen so eigentümlich zischt, heute ruhig noch einmal genauer angeschaut werden darf.