Die USA haben ihre Reisehinweise für Kenia wegen steigender Ebola-Fallzahlen verschärft. Das US-Außenministerium setzte die Warnstufe am Montag von Stufe zwei („Erhöhte Vorsicht“) auf Stufe drei („Reise überdenken“). Kenianische Gesundheitsbehörden meldeten am Vortag acht bestätigte Ebola-Fälle in Nairobi.

Kenia hatte am 5. Oktober den ersten Ebola-Todesfall bekannt gegeben. Der jüngste Infizierte hatte Kontakt zum ersten Erkrankten und befand sich in Quarantäne. Eine Übertragung außerhalb der bekannten Infektionskette wurde bislang nicht festgestellt. Die US-Hinweise sind zwar nicht verbindlich, können aber die Reiseplanung von Touristen und Geschäftsreisenden beeinflussen. Reiseveranstalter und Versicherungen orientieren sich ebenfalls daran. Für Kenia steht damit einiges auf dem Spiel: Safari- und Naturtourismus gehören zu den wichtigen Wirtschaftszweigen des Landes.

Reisewarnung trifft auf eine angespannte Region

In der benachbarten Demokratischen Republik Kongo gibt es einen schweren Ebola-Ausbruch. Seit Mitte Mai wurden dort mindestens 9400 Infektionen und mehr als 4500 Todesfälle gemeldet. Die Africa CDC bezeichnete ihn als den am schnellsten wachsenden Ebola-Ausbruch der Geschichte.

Der aktuelle Ausbruch in der DRC ist nicht mit der großen Epidemie von 2018 bis 2020 gleichzusetzen, zeigt aber, wie schnell sich die Lage in der Region verändern kann. Seit dem 15. Mai 2026 ist im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo ein Ebolafieber-Ausbruch durch das Bundibugyo-Virus bekannt. Die WHO rief am 17. Mai 2026 eine „Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ (PHEIC) aus. Nach WHO-Angaben handelt es sich um den größten Ebolafieber-Ausbruch in der Geschichte der DRC; inzwischen erkrankten mehrere Tausend Menschen.

Das Zentrum und der mutmaßliche Ursprung liegen in den Provinzen Ituri und Nord-Kivu, weitere Provinzen sind ebenfalls betroffen. Wegen der Bevölkerungsmobilität, enger Handels- und Reiseverbindungen sowie der epidemiologischen Unsicherheit gelten die angrenzenden Länder als stark gefährdet. In Uganda wurden zunächst ebenfalls Fälle diagnostiziert; der dortige Ausbruch wurde am 25. August 2026 für beendet erklärt. Im Juni 2026 wurde bei einer aus der DRC nach Frankreich eingereisten Person eine Infektion festgestellt. Anfang Oktober 2026 meldeten die Behörden in Kenia einen reiseassoziierten Fall: Die Person war aus der DRC über Uganda eingereist.

Ein Virus mit verschiedenen Gesichtern

Das Bundibugyo-Virus ist seit 2007 bekannt. Beim Ausbruch 2007 gab es 131 laborbestätigte Fälle, 2012 waren es 38. Die Letalität lag damals zwischen 30 und 40 Prozent und damit unter jener des häufiger auftretenden Zaire-Stamms. Wie viele Menschen sterben, hängt bei Ebola allerdings wesentlich von der Qualität der unterstützenden medizinischen Behandlung ab.

Gegen das Bundibugyo-Virus gibt es bislang keine zugelassenen Medikamente und keine zugelassenen Impfstoffe. Im Ausbruchsgebiet laufen Studien zu Behandlung und Postexpositionsprophylaxe; ein Impfstoffkandidat befindet sich in der Phase-1-Testung.

Der Blick zurück macht die Dimension der früheren Epidemie greifbar. Nach WHO-Angaben wurden für den Zeitraum 2018 bis 2020, Stand 21. Juni 2020, 3.317 bestätigte und 153 wahrscheinliche Erkrankungsfälle registriert, insgesamt 3.470. Gemeldet wurden 2.134 bestätigte und 153 wahrscheinliche Todesfälle, zusammen 2.287. 1.183 Menschen überlebten. Die Letalität lag bei 65,9 Prozent. Die WHO schätzte außerdem, dass etwa 25 Prozent der Fälle unentdeckt blieben.

In Nord-Kivu wurden 2.927 Erkrankungen und 2.006 Todesfälle verzeichnet, in Ituri 537 Erkrankungen und 492 Todesfälle, in Sud-Kivu sechs Erkrankungen und fünf Todesfälle. Aus Ugandas Western Region wurden drei Fälle dokumentiert. Statistisch wurden diese Uganda zugerechneten Fälle der Demokratischen Republik Kongo zugerechnet und nicht doppelt gezählt.

Die DRC erlebt seit dem ersten dokumentierten Ebola-Ausbruch 1976 wiederholt lokale Ausbrüche; vor 2018 waren acht Ausbrüche bekannt. Das Land gilt als Ebola-Endemiegebiet. Das natürliche Reservoir des Virus ist unbekannt, Flughunde gelten als möglicher Reservoirwirt. Ebola ist eine Zoonose. Als mögliche Infektionsquelle für Menschen gilt der Verzehr infizierter Wildtiere, „Bushmeat“ also, insbesondere von Affen oder Flughunden.

Von Wangata bis Uganda

Zwischen Mai und Juli 2018 erkrankten im Westen der DRC nahe Wangata 54 Menschen, 33 starben. Dieser Ausbruch galt vermutlich als unabhängig von der späteren Epidemie im Osten. Der erste bestätigte Fall der ostkongolesischen Epidemie wurde im Juli 2018 in Nord-Kivu von der WHO erfasst; wahrscheinliche Fälle waren bereits im April oder Mai 2018 in Mabalako aufgetreten. Als Erreger wurde das Zaire-Ebolavirus (ZEBOV) identifiziert.

Anfangs war vor allem Mabalako betroffen. Am 12. August 2018 entfielen dort 41 von 52 registrierten Erkrankungen auf den Ort. Später verlagerte sich das Geschehen in umliegende Orte: Beni erreichte im Oktober 2018 einen deutlichen Höhepunkt, Butembo und Katwa verzeichneten erste Spitzen im Januar 2019 und weitere im April 2019. Ab April 2019 traten erneut Fälle in Mabalako auf. Vom 1. Mai bis 1. Juni 2019 wurden in Nord-Kivu und Ituri 484 Neuerkrankungen und 345 Todesfälle registriert. Im August 2019 war schließlich Sud-Kivu als dritte kongolesische Provinz betroffen.

Bis zum 8. September 2019 registrierte das kongolesische Gesundheitsministerium 3.099 Fälle: 2.988 waren bestätigt, 111 wahrscheinlich. Gemeldet wurden 2.074 Todesfälle, davon 1.963 bestätigte und 111 wahrscheinliche. 938 Menschen überlebten, die Letalität lag bei knapp 69 Prozent. Nach der westafrikanischen Ebola-Epidemie 2014–2016 war dies der weltweit zweitgrößte dokumentierte Ausbruch.

Bis zum 19. August 2019 waren 157 Erkrankte, etwa fünf Prozent der Fälle, Gesundheitspersonal. Bis zum 19. Juli 2019 starben 41 infizierte Beschäftigte des Gesundheitswesens. Die tatsächliche Zahl der Erkrankungen und Todesfälle dürfte wegen der Sicherheitslage und bewaffneter Angriffe höher gelegen haben. Die WHO schätzte, dass nur etwa drei Viertel der Fälle erfasst wurden.

Mehr als ein Drittel der Erkrankten war jünger als 18 Jahre. Bis zum 28. Mai 2019 waren 15 Prozent der gemeldeten Fälle jünger als fünf Jahre, sechs Prozent jünger als ein Jahr. Kinder unter fünf Jahren starben deutlich häufiger als ältere Patienten; als möglicher Grund galt eine verspätete Aufnahme in Behandlungs- und Isolationszentren. Unter den Erkrankten über 14 Jahren waren Frauen überproportional vertreten. Einschließlich der Fälle unter 15 Jahren waren zum 4. Januar 2019 61 Prozent der Erkrankten weiblich und 39 Prozent männlich. Als Grund wurde die häufige Pflege erkrankter Angehöriger durch Frauen genannt.

Im Mai 2020 trat in Mbandaka im Nordwesten des Landes erneut Ebola auf. Vier Infizierte starben, vier weitere Menschen wurden laut UNICEF in Krankenhäusern isoliert. Der Ausbruch wurde als vermutlich isolierter, elfter Ausbruch ohne Zusammenhang zur seit 2018 bestehenden Epidemie im Osten eingestuft.

Uganda hatte vor 2019 zwischen 2000 und 2013 fünf Ebola-Ausbrüche erlebt. Am 11. Juni 2019 wurde dort der erste Fall außerhalb der DRC bestätigt. Damit war die Epidemie nach Westafrika 2014–2016 die zweite länderübergreifende Ebola-Epidemie und die erste, die Zentral- und Ostafrika betraf.

Betroffen war der Distrikt Kasese in Ugandas Western Region. Der erste Patient war ein fünfjähriger Junge, der mit fünf Angehörigen aus dem Kongo eingereist war. Die Familie war im Mai in den Kongo gereist, um den an Ebola erkrankten Großvater zu pflegen. Der Junge starb am 12. Juni 2019. Bei seiner Großmutter und seinem Bruder wurde ebenfalls Ebola festgestellt; die Großmutter starb am folgenden Abend. Am 13. Juni wurden fünf Angehörige zur Behandlung in den Kongo gebracht, der dreijährige Bruder des ersten Patienten starb noch am selben Tag. Später wurden die Fälle statistisch der Gesundheitszone Mabalako in Nord-Kivu zugerechnet.

Ende August 2019 wurde bei einem neunjährigen Mädchen, das mit seiner Mutter aus dem Kongo eingereist war, ein weiterer Fall festgestellt. Am 20. September 2022 begann in Uganda ein erneuter Ebola-Ausbruch; im Januar 2023 wurde er für beendet erklärt. Bei diesem Ausbruch starben insgesamt 55 Menschen.

Kontrollen, Impfungen und Misstrauen

Im östlichen Kongo und in angrenzenden Gebieten wurden 117 Einreise- und Gesundheitskontrollpunkte eingerichtet. Goma wurde durch rund um die Uhr betriebene Kontrollpunkte abgesichert. Bis zum 8. September 2019 fanden mehr als 93 Millionen Personenkontrollen statt. Erkrankte wurden in Ebola-Behandlungszentren versorgt. Personen mit Symptomen wurden isoliert und innerhalb von 48 Stunden zweimal getestet.

Die Zentren verfügten über getrennte Bereiche, Duschen, Toiletten und Besuchszonen. Angehörige konnten sich Erkrankten im Besuchsbereich bis auf zwei Meter nähern. Verstorbene wurden in virendichten Leichensäcken aufbewahrt und bestattet. Ein nüchterner Ablauf, der auf Papier klar klingt und vor Ort doch alles andere als leicht gewesen sein dürfte.

Die Impfkampagne im Osten des Kongo begann am 8. August 2018. Bis zum 9. September 2019 waren 217.172 Menschen geimpft. Bis zum 23. Juni 2019 erhielten unter anderem 34.466 Menschen in Katwa, 27.730 in Beni, 18.696 in Butembo und 13.220 in Mabalako eine Impfung. Verwendet wurde der Impfstoff rVSV-ZEBOV von Merck; Studien zufolge lag seine Wirksamkeit bei etwa 97 Prozent.

In Uganda wurden seit November 2018 vorsorglich Beschäftigte des Gesundheitswesens geimpft. Bis zum 13. Juni 2019 waren 4.699 Personen in 165 Einrichtungen immunisiert. Nach den Fällen im Juni 2019 begann eine Ringimpfung für Kontaktpersonen und deren Kontaktpersonen. Ruanda und Südsudan starteten ebenfalls Impfkampagnen, Burundi begann im August 2019 mit vorsorglichen Impfungen.

Vier experimentelle Therapien wurden in klinisch begleiteten Verfahren eingesetzt: Zwei nutzten Antikörper, zwei antivirale Medikamente. Im August 2019 erwiesen sich REGN-EB3 und mAB114 als besonders wirksam; bis zu 90 Prozent der damit behandelten Patienten konnten geheilt werden. Zwei weitere experimentelle Medikamente wurden wegen unzureichender Wirksamkeit nicht weiter eingesetzt.

Das kongolesische Gesundheitsministerium startete die Informationskampagne „Ebola pas chez moi“ („Ebola nicht bei mir“). Desinformation und fehlendes Wissen erschwerten Impfungen und andere medizinische Maßnahmen. Verbreitet wurden Behauptungen, Impfstoffe verursachten Unfruchtbarkeit oder seien tödlich, Ebola werde absichtlich verbreitet oder durch Hexerei verursacht, und Vitamin C könne die Krankheit heilen. Solche Erzählungen führten wiederholt zu Angriffen auf Gesundheitspersonal und Hilfsorganisationen. Aufklärung erfolgte über soziale Medien, bei Besuchen vor Ort und von Tür zu Tür.

Hilfe unter Beschuss

Uganda, Ruanda, Südsudan und Burundi wurden als Länder mit höherem Übergreifrisiko eingestuft. Angola, Sambia, Tansania, die Zentralafrikanische Republik und die Republik Kongo galten als Länder mit nachrangiger Priorität. Im Juni 2019 stellte die WHO zunächst keinen internationalen Gesundheitsnotstand fest. Das regionale Risiko für die DRC wurde als sehr hoch, das globale Risiko als niedrig bewertet. Die WHO riet weiterhin von Reise- oder Handelsbeschränkungen gegenüber der DRC ab.

Am 17. Juli 2019 erklärte die WHO nach Fällen in Goma den internationalen Gesundheitsnotstand. Reiseverbote und Grenzschließungen wurden dennoch nicht empfohlen. Ruanda schloss am 1. August 2019 kurzzeitig seine Grenze zum Kongo und öffnete sie wenige Stunden später wieder.

Die Weltbank bewilligte im Dezember 2019 250 Millionen US-Dollar für ein Pandemie-Bekämpfungsprojekt in Afrika, einschließlich Laboren, Gesundheitsdatenerfassung und Notfallmechanismen. Die WHO wies wiederholt auf eine unzureichende Finanzierung des Einsatzes hin. Die Kosten des Einsatzes von Februar bis Juli 2019 wurden auf etwa 98 Millionen US-Dollar geschätzt; im Juni war etwa die Hälfte finanziert. Im April 2019 bestand bei einem budgetierten Bedarf von 150 Millionen US-Dollar eine Finanzierungslücke von 104 Millionen US-Dollar.

Auch die Wahlen gerieten unter Druck. Wegen der Epidemie wurden die kongolesischen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2018 mehrfach verschoben. Die ursprünglich für den 23. Dezember geplante Wahl wurde zunächst auf den 30. Dezember verlegt. Für Beni und Butembo wurde die Wahl am 26. Dezember 2018 auf März 2019 verschoben.

Am 27. Dezember kam es in Beni zu Demonstrationen; dabei wurde ein Ebola-Transitzentrum angegriffen. Dort wurden 24 Verdachtsfälle behandelt, 21 Menschen flohen, drei schwer Erkrankte wurden in ein Behandlungszentrum verlegt. In der Folge wurden Tests und Impfungen rund um den Wahltermin teilweise ausgesetzt oder reduziert, Oxfam unterbrach seinen Einsatz zeitweise.

Vom 1. August 2018 bis 20. Mai 2019 wurden 132 Angriffe auf medizinisches Personal oder Einrichtungen registriert; vier Menschen starben, 38 wurden verletzt. Am 24./25. Februar 2019 wurde ein von Ärzte ohne Grenzen betriebenes Zentrum in Katwa mit Steinen angegriffen und niedergebrannt, ein Angehöriger eines Patienten starb. Am 27. Februar wurde das Behandlungszentrum in Butembo angegriffen und in Brand gesetzt. Am 9. März folgte ein weiterer Angriff; ein Polizist starb, ein medizinischer Mitarbeiter wurde verletzt.

Am 19. April 2019 wurde der WHO-Epidemiologe Richard Valery Mouzoko Kiboung aus Kamerun bei einem Angriff in Butembo getötet, zwei weitere Mitarbeiter wurden verletzt. Am selben Tag wurde erneut das Zentrum in Katwa angegriffen. Im Mai 2019 kam es unter anderem zu Angriffen in Vuhovi, Butembo, Katwa und Kayna. Am 25. Mai starb ein Hygieniker nach einem Angriff auf ein Ebola-Reaktionsteam in Vusahiro.

Am 24. Juni wurden in der Nähe von Beni ein Impfteam und ein psychosoziales Unterstützungsteam angegriffen; zwei Mitarbeiter wurden verletzt, ein Fahrzeug brannte aus. Ende Juni 2019 meldete die WHO für das Jahr 2019 bereits 174 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen, Personal, Patienten oder Transporte. Das war zu diesem Zeitpunkt weltweit der höchste Wert; zum Vergleich wurden 41 Angriffe in Afghanistan und 35 in Syrien genannt. In der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 2019 wurden nahe Butembo zwei Mitarbeiter des Ebola-Reaktionsteams ermordet.

Ein WHO-Untersuchungsbericht vom September 2021 dokumentierte schwere sexuelle und andere Übergriffe durch Mitarbeiter mehrerer Hilfsorganisationen während des Ebola-Einsatzes. Befragt wurden 63 Frauen und zwölf Männer. Dokumentiert wurden neun Vergewaltigungsvorwürfe und 29 ungewollte Schwangerschaften. Insgesamt wurden 83 mögliche Täter identifiziert; 21 arbeiteten laut Untersuchung sicher für die WHO. Betroffene waren unter anderem Köchinnen, Reinigungskräfte und Mitarbeiterinnen von Informationsprogrammen. Mehr als 50 Frauen berichteten, Männer hätten sie zwischen 2018 und 2020 im Gegenzug für Arbeitsangebote zum Sex gezwungen oder ihnen bei Ablehnung gekündigt.

Was das für Europa und Deutschland bedeutet

Das ECDC bewertet das Risiko für Menschen in der EU als sehr gering, weil die Wahrscheinlichkeit einer Einschleppung und einer Sekundärübertragung in Europa sehr niedrig ist. Die WHO empfiehlt anderen Staaten angesichts der Lage, keine Grenzen zu schließen und keine Reise- oder Handelsbeschränkungen zu verhängen. Das Auswärtige Amt warnt dennoch vor Reisen in die betroffene Region.

Das RKI stellt unter www.rki.de/ebolafieber die WHO-Karte der aktuellen Ausbruchsgebiete, Hinweise für zurückkehrende Hilfskräfte, mehrsprachige Informationen für Reisende aus dem Nordosten der DRC und angrenzenden Regionen, ein Flussschema für Ärztinnen und Ärzte bei Ebolafieberverdacht sowie Hinweise zur Diagnostik des Bundibugyo-Virus bereit. Die mehrsprachigen Reisehinweise sollen in den Ankunftsbereichen deutscher Flughäfen sichtbar ausgelegt werden.

Bei fiebernden Personen mit Verdacht auf eine reiseassoziierte Infektion durch einen Erreger viraler hämorrhagischer Fieber muss stets auch an Malaria gedacht werden. Sie muss unverzüglich behandelt werden. Das RKI-Rahmenkonzept zu Ebola bündelt Informationen, Empfehlungen und Regelungen zum seuchenhygienischen und klinischen Management in Deutschland.

Die Ebola-Diagnostik erfolgt in spezialisierten Laboren: im Konsiliarlabor für Filoviren an der Universität Marburg, im Nationalen Referenzzentrum für tropische Infektionserreger am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und im Speziallabor für hochpathogene virale Erreger am RKI. Für die Versorgung von Patienten mit Krankheiten durch hochpathogene Erreger gibt es das bundesweite Expertennetzwerk STAKOB. Die STAKOB-Geschäftsstelle befindet sich am RKI; der STAKOB veröffentlicht auch Empfehlungen zu Therapie und Prophylaxe von Ebolafieber.

Zwei US-Amerikaner infizierten sich bei Hilfseinsätzen im Ausbruchsgebiet mit dem Bundibugyo-Virus. Sie wurden nach Deutschland evakuiert und in STAKOB-Behandlungszentren behandelt: eine Person in der Charité Berlin, eine Person am Universitätsklinikum Frankfurt. Transporte und Behandlungen erfolgten unter kontrollierten Bedingungen, dadurch bestand kein Risiko für die Bevölkerung. Beide Patienten sind genesen und wurden entlassen.

Bereits während des Ebola-Ausbruchs in Westafrika 2014/15 wurden mehrere evakuierte Hilfskräfte in deutschen STAKOB-Zentren behandelt. Die WHO koordiniert die internationale Unterstützung im Ausbruchsgebiet und in den Nachbarländern. Das RKI ist über internationale Netzwerke in die Gesundheitszusammenarbeit eingebunden, darunter WHO-Kooperationszentren für neu auftretende Infektionskrankheiten und biologische Gefahren, GOARN und Emergency Medical Teams. Diese Strukturen koordinieren und unterstützen Maßnahmen bei nationalen und internationalen Gesundheitskrisen. Weitere Informationen bietet die Ebola-Internetseite des RKI unter www.rki.de/ebola.