Geschlossene Postfiliale in La Sarraz wird zur unfreiwilligen Falle
In La Sarraz VD wurde der Vorraum der ehemaligen Postfiliale nach deren Schliessung unfreiwillig zur Falle. Wer hineinging, kam zunächst nicht ohne Weiteres wieder hinaus – obwohl die automatische Eingangstür weiterhin funktionierte.
Die Filiale war am 14. August geschlossen worden. Drei Tage später eröffnete in einer Bäckerei beim Bahnhof eine neue Postagentur. Am früheren Standort wurde alles geräumt, der Postomat mit einer Holzplatte verschlossen. Nur die Eingangstür blieb aktiv.
Grüner Knopf hinein, versteckter Griff hinaus
Die automatische Tür liess sich weiterhin über einen grünen Knopf öffnen. Wer den Vorraum betrat, bemerkte allerdings oft nicht, wie er ihn wieder verlassen konnte. Mindestens fünf Personen blieben dort eingeschlossen.
Eine gegenüberliegende Friseurin musste mehrfach zu Hilfe kommen. Auch eine weitere Anwohnerin befreite mindestens eine Person. Die Helferinnen fanden schliesslich heraus, dass sich die Tür über einen im Inneren versteckten Griff öffnen liess.
Viele Betroffene übersahen diesen Griff. Offenbar blieb auch der Hinweis auf die Schliessung, der an der Glasscheibe angebracht war, von zahlreichen Passanten unbeachtet. Nachdem die Friseurin erneut zwei Personen helfen musste, befestigte sie deshalb einen eigenen Warnhinweis an der Tür. Danach lasen die Passanten den Zettel – und betraten den Vorraum nicht mehr.
Gemeinde meldet den Vorfall
Gemeindepräsident Guy Thonney kritisierte die Situation. Die Gemeinde meldete das Problem der Post.
Das Unternehmen erklärte, es nehme solche Meldungen ernst. Der Gebäudeeigentümer habe die Post bereits in der Vorwoche über das Problem informiert. Nach Angaben der Post wurden umgehend Massnahmen ergriffen: Seit Anfang der betreffenden Woche ist der Eingang verschlossen.
Für Menschen, die nur kurz einen Postomaten erreichen wollten, lag der entscheidende Unterschied damit an einer unscheinbaren Tür – und an einem Griff, den man im ersten Schreck offenbar leicht übersieht.
