Das Pflegeteam Mira aus Schortens eröffnet eine weitere Filiale in Holtgast. Der neue Standort liegt in einem ehemaligen Fehnhaus an der Norder Straße. Zuvor gehörte das Gebäude einer Patientin des Pflegedienstes. Geschäftsführerin Mira Coskun und ihr Mann Kerin Coskun hatten länger nach einem passenden Haus gesucht – nun ist der Treffpunkt gefunden.

In Holtgast soll ein Ort entstehen, an dem Pflegebedürftige und Angehörige zusammenkommen, sich informieren und eigene Ideen einbringen können. Kaffee steht dabei nicht nur sprichwörtlich auf dem Programm: Die Filiale ist auch als persönliche Anlaufstelle gedacht, an der Interessierte bei einer Tasse Kaffee über die Angebote sprechen können.

Ein Treffpunkt mit eigenen Plänen

Träger des neuen Angebots ist „Mira e.V.“, ein vor drei Jahren gegründeter Verein. In Schortens organisiert er derzeit regelmäßige Nachmittage, Ausflüge und Möglichkeiten zum Austausch. Pflegebedürftige können dadurch an Ausflügen und Reisen teilnehmen, die für sie allein sonst schwer umzusetzen wären. Angehörige bekommen Unterstützung und Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen – manchmal hilft schon ein Gespräch, bei dem jemand wirklich zuhört.

Die Gruppe in Holtgast soll unabhängig von der Schortenser Gruppe eigene Aktivitäten planen. Das Pflegeteam bittet Patienten und Angehörige ausdrücklich darum, bei der Gestaltung der Angebote mitzuwirken. Was genau daraus entsteht, soll also nicht am grünen Tisch entschieden werden.

Zur Eröffnung am Freitag, 20. November, sind Patienten, Angehörige und Interessierte eingeladen. Von 14 bis 17 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen, Unterhaltung sowie eine Tombola. Im ehemaligen Fehnhaus dürfte es an diesem Nachmittag entsprechend lebendig werden.

Pflege aus einer Hand

Das Unternehmen wurde 2018 von Mira und Kerin Coskun gegründet. Beide hatten zuvor bei der AWO gearbeitet. Ihr Ziel war, Pflegeangebote aus einer Hand und mit kurzen Verwaltungswegen anzubieten. Zum erweiterten Angebot gehören inzwischen eine interne Fußpflegerin für Hausbesuche und ein Hausmeister, der bei Pflegebedürftigen kleinere Reparaturen übernimmt.

Nachdem der AWO-Pflegedienst in Wittmund im Jahr 2026 geschlossen wurde, wechselten einige Patienten und Mitarbeiter zum Pflegeteam Mira. Heute betreut das Unternehmen mehr als 700 Pflegebedürftige in den Landkreisen Wittmund und in Schortens. Mira und Kerin Coskun haben früher in Esens gewohnt und dort weiterhin persönliche Kontakte.

Die weitere Entwicklung bleibt aus Sicht des Unternehmens trotzdem schwer planbar. Wegen der geplanten Pflegereform auf Bundesebene sei insbesondere die Zukunft bei Pflegegrad 1 unklar. Eine verlässliche Vorausplanung sei deshalb derzeit nur eingeschränkt möglich.

Unterstützung auch im eigenen Zuhause

Pflege findet nicht automatisch im Heim statt. Als mögliche Alternative wird auch eine 24-Stunden-Pflege im eigenen Zuhause beschrieben. Dazu können Grundpflege, etwa die Körperpflege, ebenso gehören wie Haushaltstätigkeiten – Einkaufen, Kochen und das Sauberhalten der Wohnung. Betreuung und soziale Freizeitaktivitäten sind ebenfalls mögliche Bestandteile.

Für die Finanzierung stehen Zuschüsse zur Verfügung, beispielsweise Pflegegeld. Leistungen und Preise unterscheiden sich allerdings je nach Pflegeagentur. Wer Unterstützung sucht, sollte deshalb mehrere Anbieter vergleichen, um eine passende und zuverlässige Pflege zu finden.

Der als Quelle vorliegende Pflegeleitfaden des Bundes enthält darüber hinaus ausschließlich komprimierte beziehungsweise binäre PDF-Daten; ein lesbarer Nachrichtenartikel ist daraus nicht ersichtlich.