Heute, am 14. Oktober 2026, schließt die Jim-Block-Filiale in der Kirchenallee direkt am Hamburger Hauptbahnhof endgültig. Der letzte Öffnungstag ist Mittwochabend, ab Donnerstag bleibt das Restaurant zu. Fast 20 Jahre lang wurden hier Burger serviert – nun läuft der Mietvertrag aus.

Für viele Reisende gehörte der Standort in St. Georg zum Bahnhofsumfeld: kurz rein, Burger bestellen, weiter. Doch die Lage rund um die Kirchenallee habe sich aus Sicht des Unternehmens so verändert, dass ein Weiterbetrieb nicht mehr möglich sei. Gemeint ist vor allem die zunehmende Drogenszene am Hauptbahnhof.

„Nicht mehr gewährleistet“

Geschäftsführer Jan-Philip Kotucha sagt, Gäste und Mitarbeitende müssten sich sicher und wohlfühlen können. An diesem Standort sei das nicht mehr gewährleistet. Der Drogenkonsum finde inzwischen auch innerhalb des Restaurants statt.

Zeitweise seien auf den Toiletten Blaulichter eingesetzt worden, um den Konsum zu erschweren. Besonders im Sommer seien Gäste wiederholt von Drogenabhängigen belästigt worden. Für Mitarbeiterinnen sei die Situation nach Einbruch der Dunkelheit belastend gewesen. Das klingt nach einem Arbeitstag, der schon vor dem ersten Burger schwer im Magen liegt.

Filiale seit Anfang 2006

Eröffnet wurde das Restaurant Anfang 2006 als damals dritte Jim-Block-Filiale. Damit bestand der Standort fast 20 Jahre. Zuletzt gab es neun Jim-Block-Filialen in Hamburg; mit der Schließung sinkt ihre Zahl.

Die Beschäftigten sollen auf andere Hamburger Standorte verteilt werden. Jim Block bleibt mit Restaurants am Jungfernstieg und in der Dammtorstraße in der Innenstadt vertreten. An Hamburg als Standort will das Unternehmen festhalten und sucht nach eigenen Angaben bereits eine neue Fläche.

Burger mit Steakhouse-Anspruch

Jim Block eröffnete 1973 und brachte den Burger nach eigenen Angaben als erstes Unternehmen nach Hamburg. Die Tochterkette des Block-Konzerns verbindet Steakhouse-Qualität mit Elementen eines Fast-Food-Restaurants: Die Burger werden frisch vor den Gästen gegrillt, ein großer Teil der Zutaten stammt aus der Region.

Jim Block gehört zur Unternehmensgruppe des Block-House-Gründers Eugen Block. Die Suche nach einer neuen Innenstadtfläche läuft nun neben dem Abschied aus der Kirchenallee – dort, wo bald keine Bestellung mehr über die Theke geht und die letzten Geräusche aus Küche und Gastraum verstummen.

Öffentlicher Raum unter Druck

Die vorliegenden Informationen aus einer Veröffentlichung der Landesanstalt für Medien NRW zur Fachtagung „Crack und Opioide“ enthalten keinen ausreichend lesbaren Artikeltext. Das Dokument liegt als binär codierter PDF-Datenstrom vor; konkrete Aussagen daraus lassen sich deshalb nicht zuverlässig wiedergeben.

Die Schließung steht damit sichtbar im Zusammenhang mit einer Situation, die nicht an der Eingangstür des Restaurants endet: Wenn Drogenkonsum und Belästigungen in einem stark frequentierten Umfeld auch Innenräume erreichen, geraten Alltag, Gastronomie und Sicherheitsgefühl unmittelbar aneinander. Für den Standort an der Kirchenallee ist heute der letzte Abend.