Nach sechs Wochen Umbau kehrt Bewegung ins Zentrum Rössli in Erlinsbach zurück: Der Migros-Supermarkt öffnet am Donnerstag, 15. Oktober 2026, wieder seine Türen. Auf rund 1000 Quadratmetern warten etwa 15’000 Artikel – von Lebensmitteln bis zu regionalen Spezialitäten.

Schon beim Eingang soll es schnell gehen. Backwaren, Sandwiches, Salate, Getränke und Snacks liegen im Bereich «Jetzt» bereit. «Heute» ist den frischen Lebensmitteln wie Früchten und Gemüse gewidmet, während «Morgen» die Produkte für den Wocheneinkauf bündelt. Eine klare Beschriftung hilft bei der Orientierung, gerade wenn man eigentlich nur kurz Milch holen wollte und dann doch mit einer vollen Tasche hinausgeht.

Drei bediente Kassen und sechs Self-Checkouts

Für den Abschluss des Einkaufs stehen drei bediente Kassen und sechs Self-Checkout-Kassen zur Verfügung. Die Recyclingstation und der PickMup-Paketservice bleiben bestehen.

Marktleiter Michael Huber führt die Filiale seit eineinhalb Jahren. Unterstützt wird er von 18 Mitarbeitenden und drei Lernenden. Am Samstag, 17. Oktober, geht es vor der Filiale ab 10 Uhr auch kulinarisch los: Für 2,50 Franken gibt es Grillwürste mit Brot und ein Softgetränk, dazu werden Give-aways verteilt.

Das Kulturprozent der Migros Aare unterstützt ausserdem die Schützengesellschaft Erlinsbach und den Fussballclub Erlinsbach jeweils mit 2500 Franken.

Heizen mit der Abwärme der Kälteanlage

Auch hinter den Kühlregalen wurde einiges neu gedacht. Die Kälteanlage arbeitet mit dem natürlichen Kältemittel CO₂. Ihre Abwärme wird im Winter zum Heizen des Supermarkts eingesetzt. Moderne Kühlmöbel und LED-Beleuchtung sollen den Energieverbrauch zusätzlich senken.

Das passt zu den Klimazielen der Migros: In den Filialen setzt das Unternehmen auf natürliche Kältemittel, Solarenergie und möglichst geringen Energieverbrauch. Neue Filialen werden vollständig durch die Abwärme ihrer Kälteanlagen beheizt; Öl- und Gasheizungen werden dort nicht mehr installiert. Die beim Kühlen entstehende Wärme landet also nicht einfach irgendwo, sondern wird für die Verkaufsflächen genutzt.

Bei der Beleuchtung steckt ebenfalls einiges an Einsparpotenzial. Sie verursacht etwa ein Viertel des Stromverbrauchs einer Filiale, LED-Technik halbiert diesen Energieverbrauch. Glastüren an Kühlregalen können den Verbrauch gegenüber offenen Kühlmöbeln um bis zu 45 Prozent reduzieren. Energieeffizienz gilt bei Migros als Priorität – vor jeder neuen Installation wird geprüft, ob sie überhaupt notwendig ist.

Von Zuzwil bis Unterwetzikon

Wie weit solche Konzepte reichen können, zeigt ein Blick auf andere Standorte. 2015 eröffnete Migros in Zuzwil den ersten Schweizer Supermarkt, der mehr Energie produziert als verbraucht; laut Artikel war es weltweit der erste Supermarkt mit Energieüberschuss. Das Konzept der Plusenergie-Filialen verbindet Energieeffizienzmassnahmen mit Photovoltaikanlagen.

In Schlieren speichert eine Salz-Strombatterie mit 540 kWh Kapazität den Solarstrom und deckt auch den nächtlichen Stromverbrauch. Heiden setzt auf einen Holzbau mit drei Photovoltaik-Fassaden und einer Anlage auf dem Dach; die Filiale wurde 2020 mit dem Schweizer Solarpreis ausgezeichnet. Amriswil/Aachtal produziert jährlich 39 Prozent mehr Energie, als die Filiale verbraucht, und erhielt 2017 das PlusEnergieBau-Diplom. In Unterwetzikon wird der Supermarkt überwiegend durch seine eigene Abwärme beheizt, ergänzt durch eine Photovoltaikanlage auf dem Gründach.

Migros nutzt Solarenergie und versucht zugleich, die Umgebung ihrer Firmenareale möglichst naturnah zu gestalten – auch auf Filialdächern. Der Beitritt zur Science Based Targets Initiative (SBTi) erfolgte 2020, um den Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen messbar zu machen.

Nachhaltigkeitsziele bis 2050

Die Migros-Gruppe stellt nach eigenen Angaben Mensch und Natur in den Mittelpunkt ihrer Geschäftstätigkeit. Dazu gehören der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit. 2025 verabschiedete die Gruppe strategische Nachhaltigkeitsziele für die vier Geschäftsfelder Food, Non-Food, Gesundheit und Finanzdienstleistungen.

Die Nachhaltigkeitsstrategie konzentriert sich auf «Natur» – also Klima, Biodiversität und Kreislaufwirtschaft – sowie auf «Mensch» mit Produktverantwortung, Marketing und Konsum, Menschenrechten und Arbeitsbedingungen. Bis 2050 will die Migros-Gruppe Netto-Null-Emissionen erreichen.

Bis 2030 sollen Kundinnen und Kunden bei Eigenmarken und Dienstleistungen transparent über deren Auswirkungen auf Klima, Tierwohl und Fischbestände informiert werden. Ebenfalls bis 2030 soll die Lebensmittelverschwendung in Betrieben und Filialen gegenüber 2017 um 50 Prozent sinken.

Erste Zahlen liegen bereits vor: 2025 senkte die Migros-Gruppe ihre betrieblichen Treibhausgasemissionen gegenüber 2019 um 60 Prozent. Der Foodwaste-Anteil an der Einkaufsmenge in den Migros-Filialen ging 2025 auf 1,07 Prozent zurück, nach 1,18 Prozent im Jahr 2024.

Mehr als 400 Photovoltaikanlagen gehören inzwischen zur Gruppe. 2025 kamen 24 neue Anlagen hinzu, die jährlich 2,3 Millionen kWh Strom erzeugen. Damit zählt die Migros-Gruppe zu den grössten privaten Solarstromproduzentinnen der Schweiz.

Dokumentiert werden die Fortschritte in einem jährlich veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht nach dem GRI-Standard. Der GRI-Gruppenbericht soll jeweils Mitte des Jahres auf der angegebenen Webseite verfügbar sein. In Erlinsbach wird derweil am Donnerstag erst einmal aufgesperrt – und am Samstag vor der Filiale der Grill angeworfen.