Japan Post Bank in Urawa bleibt wegen Leckage vorerst geschlossen
Wer heute, am 14.10.2026, zur Japan Post Bank in Urawa wollte, steht vor verschlossenen Türen. Die Filiale bleibt vorübergehend geschlossen. Die Bank hatte am 13.10.2026 darüber informiert, dass eine Leckage technische Geräte beschädigt hat. Wann wieder geöffnet wird, ist noch offen; ein Termin soll später bekanntgegeben werden.
Auch für Kundinnen und Kunden mit digitalen Anliegen gibt es einen Hinweis: Am 20.10.2026 ist eine Systemwartung des Antragsportals für den Überziehungsservice geplant. An der Börse in Tokio schloss die Aktie der Japan Post Bank (ISIN: JP3946750001) am 09.10.2026 bei 3.178,00 JPY. Für den heutigen 14.10.2026 wurde vor dem Xetra-Start bei Lang & Schwarz kein laufender Kurs ausgewiesen.
Warum Yucho für viele Ausländer praktisch ist
Die Japan Post Bank, in Japan meist Yucho genannt, gilt als leicht zugängliche Bank für Ausländer. Sie gehört zur Japan Post Group und entstand 2007 nach der Privatisierung des Postsparsystems. Mit mehr als 24.000 Geldautomaten in Postämtern ist sie landesweit präsent – auch dort, wo die Auswahl an Banken dünn wird. Die Bank ist in allen 47 Präfekturen vertreten und zählt zu den japanischen Instituten mit dem größten Einlagenvolumen.
Für Neuankömmlinge ist das oft ein echter Vorteil: Filialen und Geldautomaten gibt es auch in ländlichen Regionen, die Kontoeröffnung ist vergleichsweise einfach, und bei normaler Nutzung fällt keine monatliche Kontoführungsgebühr an. Yucho wird für Gehaltseingänge, Rechnungszahlungen, Überweisungen und Geldtransfers ins Ausland genutzt. Auch Lastschriftverfahren und E-Wallets lassen sich anbinden.
Die meisten neuen Kunden entscheiden sich für 通常貯金, das gewöhnliche beziehungsweise reguläre Sparkonto. Es dient als Hauptkonto für Gehaltseingänge sowie tägliche Ein- und Auszahlungen und wird mit Cash Card und Sparbuch geführt. Daneben gibt es 通常貯蓄貯金, ein normales Sparkonto zum Sparen, das bei höherem Guthaben teilweise bessere Zinsen bietet, aber nicht für Gehaltseingänge oder automatische Zahlungen gedacht ist. 定期貯金 ist Festgeld mit fixer Laufzeit und höheren Zinsen; bei vorzeitiger Auszahlung können Zinserträge verloren gehen. Beim 定額貯金 wird langfristig bis zu zehn Jahre angelegt, eine Auszahlung ist frühestens nach sechs Monaten möglich – inklusive Zinseszinseffekt. Für Unternehmen und regelmäßige Zahlungen gibt es außerdem ein 振替口座.
Konto, Unterlagen und der Gang zum Postamt
Wer ein Konto eröffnen möchte, braucht üblicherweise einen Reisepass, eine gültige Aufenthaltskarte (在留カード) mit aktueller Adresse, einen Adressnachweis und eine japanische Telefonnummer. Eine My-Number-Karte oder das entsprechende Benachrichtigungsschreiben kann teilweise ebenfalls erforderlich sein. In der Postfiliale wird ein Antragsformular ausgefüllt; bei einfachen Fragen helfen Mitarbeiter meist auch auf Englisch. Außerhalb größerer Städte sollte man sich darauf allerdings nicht verlassen.
Für die Kontoeröffnung werden außerdem häufig ein Hanko-Stempel – teilweise wird auch eine Unterschrift akzeptiert – und bei einem Aufenthalt von weniger als sechs Monaten möglicherweise zusätzliche Nachweise verlangt, etwa ein Dienstausweis oder eine Immatrikulationsbescheinigung. Eine Mindesteinzahlung ist nicht nötig. Die vierstellige PIN für die Geldkarte wird festgelegt; Sparbuch und Geldkarte kommen üblicherweise innerhalb von ein bis zwei Wochen per Post. Die Bankschalter schließen meist werktags gegen 16 Uhr.
Ausgegeben wird zunächst eine Geldkarte, nicht automatisch eine Debitkarte. Eine Visa-Debitkarte kann separat beantragt werden. Kreditkarten stellt Japan Post Bank nicht aus – ein kleiner, aber wichtiger Unterschied, wenn man gerade erst in Japan angekommen ist und die Plastikkarten im Portemonnaie sortiert.
Geldautomaten und Überweisungen
Yucho-Geldautomaten stehen in allen Postämtern. Die Yucho-Karte funktioniert außerdem an allen 7-Eleven-Geldautomaten, an E-net-Automaten sowie teilweise an Automaten von MUFG und regionalen Banken. In 7-Eleven sind die Geräte rund um die Uhr verfügbar und normalerweise gebührenfrei. An Yucho-Automaten ist die Abhebung montags bis freitags von 8:45 bis 18:00 Uhr gebührenfrei; außerhalb dieser Zeit fällt eine geringe Gebühr an.
Mit einer Yucho-Karte mit internationaler Funktion (国際キャッシュカード) sind Abhebungen an Automaten im Visa- oder Mastercard-Netz möglich. Dafür werden etwa 150 bis 330 Yen je Abhebung berechnet, zusätzlich kann ein Aufschlag auf den Wechselkurs anfallen.
Der Dienst 国際送金 ist direkt am Postamtsschalter verfügbar und ermöglicht Überweisungen in 164 Länder. Der Mindestbetrag liegt bei 1.000 Yen, die Gebühr pauschal bei 2.500 Yen pro Überweisung; verwendet wird der Wechselkurs der Japan Post. Zwischenbankgebühren können vom überwiesenen Betrag abgezogen werden. Für gelegentliche kleinere Transfers ist das praktisch, bei größeren Beträgen wird Wise als deutlich günstiger beschrieben. Wer regelmäßig Geld ins Ausland schickt, sollte auch DCOM, SBI Remit und andere Anbieter vergleichen – entscheidend sind Betrag, Häufigkeit und gewünschte Geschwindigkeit.
Inländische Überweisungen von Yucho zu Yucho benötigen das Symbol (記号) und die Nummer (番号) des Empfängers. Die Gebühren sind niedrig und können je nach Bedingungen monatlich kostenlose Überweisungen umfassen. Geht das Geld an eine andere Bank, werden Bankcode, Filialcode und Kontonummer gebraucht; dann sind die Gebühren höher. Online geht es meist schneller und bequemer.
Online-Banking – praktisch, aber japanisch
Mit Yucho Direct (ゆうちょダイレクト) lassen sich Kontostand und Kontoverlauf prüfen, Inlandsüberweisungen durchführen, automatische Zahlungen und Daueraufträge einrichten sowie Auslandsüberweisungen registrieren. Die meisten Funktionen können per Smartphone genutzt werden, Online-Banking ist in der Regel günstiger als eine Überweisung am Schalter. Die Yucho-Sparbuch-App (ゆうちょ通帳アプリ) zeigt den Kontostand an.
Die Benutzeroberfläche ist überwiegend auf Japanisch. Google Translate kann helfen, auch wenn das beim Bankgeschäft manchmal etwas Nerven kostet. Für Online-Auslandsüberweisungen gibt es ゆうちょの国際送金, das am Computer oder Smartphone genutzt werden kann. Die Wechselkurse der Bank können ungünstiger sein als bei spezialisierten Geldtransferdiensten.
Für neue Einwohner bleibt Yucho damit eine naheliegende Adresse: viele Filialen, ein dichtes Automatennetz und keine Kontoführungsgebühren bei normaler Nutzung. Zusätzliche Dokumente können nötig sein, gerade bei einem kurzen Aufenthalt. Und in Urawa heißt es heute eben trotzdem: zurückkommen, wenn die Bank den Wiedereröffnungstermin bekanntgibt.
