Lidl legt fünften Nachhaltigkeitsbericht vor: Weniger Emissionen, mehr Photovoltaik und gerettete Lebensmittel
Lidl in Deutschland hat seinen fünften Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Er trägt das Motto „Schritt für Schritt mehr bewegen“ und blickt auf das Geschäftsjahr vom 1. März 2025 bis zum 28. Februar 2026. Erfasst sind die gemeinsamen Aktivitäten der Lidl-Unternehmen in Deutschland – in den Filialen, Verwaltungs- und Warenverteilzentren sowie in der Hauptverwaltung in Bad Wimpfen.
Erstellt wurde der Bericht nach den Standards der Global Reporting Initiative (GRI). Lidl veröffentlicht ihn freiwillig. Ausgewählte Nachhaltigkeitsangaben wurden von EY mit begrenzter Sicherheit geprüft; diese Prüfung bezieht sich ausdrücklich nicht auf den gesamten Bericht. Der vollständige Bericht ist als PDF verfügbar, die dort vorliegenden Rohdaten und komprimierten Binärdaten enthalten keine zusätzlich lesbaren Artikelinhalte.
Weniger Emissionen, mehr Technik auf den Dächern
Die Nachhaltigkeitsstrategie gliedert sich in fünf Handlungsfelder: Klima schützen, Ressourcen schonen, Biodiversität achten, Gesundheit fördern und fair handeln. Beim Klima meldet Lidl einen Rückgang der betrieblichen Emissionen aus Scope 1 und 2 um 14,5 Prozent im Jahresvergleich.
895 Filialen sowie 24 Verwaltungs- und Warenverteilzentren verfügen inzwischen über Wärmepumpen. Auf 1.170 Gebäuden sind Photovoltaikanlagen installiert. Auch vor den Märkten tut sich etwas: Das Filialnetz umfasst 3.251 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge, allein 2025 kamen 1.389 hinzu.
Abfälle, Verpackungen und gerettetes Gemüse
Im Geschäftsjahr 2025 wurden mehr als 95 Prozent der Abfälle wiederverwendet, recycelt, kompostiert oder vergärt. Bei den Plastikverpackungen der Eigenmarken stieg der durchschnittliche Rezyklatanteil um acht Prozentpunkte auf 38 Prozent.
Über die „Rettertüte“ bewahrte Lidl mehr als 40.000 Tonnen Obst und Gemüse vor der Entsorgung. Das waren 13,5 Prozent mehr als im Geschäftsjahr 2024. Für Kundinnen und Kunden klingt das nach einem kleinen Griff ins Regal, dahinter stehen allerdings ordentliche Mengen an Lebensmitteln, die sonst nicht mehr verkauft worden wären.
Lebensräume, Bio und pflanzliche Alternativen
Gemeinsam mit der Heinz Sielmann Stiftung und Lieferanten entstanden seit 2022 mehr als fünf Millionen Quadratmeter Lebensräume. Dazu gehören 800.000 Quadratmeter Blühflächen und 150.000 Quadratmeter Streuobstwiesen. Weitere 150.000 Quadratmeter Moore wurden renaturiert. Das Bio-Sortiment wuchs auf mehr als 900 Artikel, darunter 292 Bioland-Artikel.
Auch bei pflanzenbasierten Lebensmitteln weist der Bericht Bewegung aus: Der Anteil pflanzenbasierter Proteinquellen stieg um 2,5 Prozentpunkte auf 13,8 Prozent. Rund 1.000 pflanzenbasierte Artikel umfasst das Sortiment. Preislich liegt ein pflanzlicher Warenkorb im Durchschnitt 18 Prozent unter einem vergleichbaren tierischen Warenkorb – ein Detail, das beim Einkauf am Ende des Monats durchaus spürbar sein kann.
Fairer Kakao und Hilfe vor Ort
Für Eigenmarken-Tafelschokoladen stammt der Kakao zu 100 Prozent aus Fairtrade-zertifiziertem Anbau. Seit Sommer 2026 ergänzt Lidl diese Herkunftssicherung durch ein Living-Income-Programm: Kakaobauern erhalten dabei einen zusätzlichen Betrag, den sogenannten „Booster“.
Für gemeinnützige Zwecke spendete Lidl insgesamt mehr als 3,8 Millionen Euro. Aus der von Kunden finanzierten Lidl-Pfandspende gingen im Geschäftsjahr 2025 knapp 3,3 Millionen Euro an die Tafeln in Deutschland. Zwischen Leergutautomat, Einkaufswagen und Kassenbon landet so ein Teil der Spenden direkt bei Organisationen, die Lebensmittel an Menschen weitergeben.
Der neue Bericht erzählt damit nicht nur von einzelnen Maßnahmen an den Filialen und Standorten, sondern legt auch offen, wie unterschiedlich die Stellschrauben ausfallen: Wärmepumpen und Photovoltaik auf der einen Seite, Moorflächen, Verpackungen, Sortiment und Pfandspenden auf der anderen. Die Zahlen beziehen sich auf ein klar abgegrenztes Geschäftsjahr; geprüft wurde nur ein ausgewählter Teil der Angaben. Genau diese Einordnung gehört bei Nachhaltigkeitsberichten eben dazu.
