Hunkemöller schließt Filiale in Itzehoe – neue Nutzung für Ladenfläche gesucht
In der Itzehoer Innenstadt wird eine Ladenfläche frei: Das Textilunternehmen Hunkemöller schließt seine Filiale zum 15. Oktober 2026. Für die Einkaufsstadt ist das ein Einschnitt, auch wenn die Nachfrage nach Gewerbeflächen weiterhin hoch bleibt. Leerstand droht also nicht automatisch – Interessenten gibt es offenbar.
Hunkemöller zieht sich damit aus Itzehoe zurück. Gleichzeitig laufen in Deutschland weitere Schließungen. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das mancherorts: Räumungsverkauf, reduzierte Ware und bald eine verschlossene Tür.
Mindestens 14 Filialen schließen
Hunkemöller schließt 2026 in Deutschland mindestens 14 Filialen oder hat sie bereits geschlossen. Bestätigt sind unter anderem Lübbecke in Nordrhein-Westfalen, dort ist die Filiale seit Frühjahr 2026 zu, sowie Schwandorf in Bayern seit dem 30. April. In Dillingen endete der Betrieb am 13. Mai, in Neuss seit Mai beziehungsweise Juni, in Goch seit dem 26. Mai.
Auch Kulmbach ist seit dem 3. Juni geschlossen, Höxter und Görlitz seit dem 16. Juni. In Bad Tölz fiel der letzte Verkaufstag auf den 18. Juli. Mannheim ist ebenfalls betroffen; dort lag der Standort im Einkaufszentrum Q6Q7.
Weitere Termine folgen dicht gedrängt: In Rheine war der 5. September der letzte Verkaufstag, Essen-Innenstadt schloss am 15. September, Meschede am 16. September. Die Filiale in Essen-Rüttenscheid soll am 15. Oktober schließen – am selben Tag wie der Standort in Itzehoe.
Räumungsverkauf und offene Fragen
In mehreren betroffenen Filialen läuft ein Räumungsverkauf. In Rheine wurde der Verkauf als „Pop-Up Store“ bezeichnet. Auf der Schaufensterbeschriftung stand dort außerdem, dass kein Umtausch und keine Anprobe möglich waren. Ein Einkauf mit kleinen Einschränkungen also.
In Essen schließen die Filiale in der Kettwiger Straße am 15. September und jene in Rüttenscheid am 15. Oktober. Die Rüttenscheider Filiale sollte offenbar erhalten bleiben, doch bei den Mietkonditionen kam keine Einigung zustande. Für den Essener Standort an der Limbecker Straße wurde der Mietvertrag laut WAZ gekündigt; wie es dort weitergeht, ist unklar.
Gleichzeitig plant Hunkemöller einen neuen Store am Limbecker Platz in Essen. Die Eröffnung ist für 2026 vorgesehen, ein genauer Termin steht noch nicht fest. Das Unternehmen äußert sich nicht zu einzelnen Filialen oder konkreten Standortentscheidungen. Ob über die genannten Standorte hinaus weitere Filialen geschlossen werden, ist ebenfalls nicht bekannt.
Deutschland bleibt wichtiger Markt
Hunkemöller erklärt, das Filialnetz regelmäßig zu überprüfen, in neue und bestehende Standorte zu investieren und ein neues Store-Konzept einzuführen. Deutschland bleibe einer der wichtigsten Märkte des Unternehmens. Der Rückzug aus einzelnen Städten heißt damit nicht, dass der stationäre Handel hierzulande komplett aufgegeben wird.
Der Umbau des Netzes hat allerdings Vorgeschichte. Im vergangenen Geschäftsjahr sank der Umsatz um mehr als 40 Millionen Euro auf 542,3 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis stagnierte bei 42,8 Millionen Euro. Als Grund nannte Hunkemöller den herausfordernden internationalen Einzelhandelsmarkt.
Damals wurden 45 Filialen geschlossen und elf neue Standorte eröffnet – nach Unternehmensangaben an besseren Standorten. Die Optimierung des Filialportfolios soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Bestehende Läden sollen renoviert, das Ladenkonzept erneuert und interaktive Technologien eingeführt werden.
Mitte 2024 sollte zudem ein neues Vertriebszentrum eröffnet werden, damit die Filialen effizienter beliefert werden können. Geplant sind außerdem die Erschließung neuer Märkte, bessere Vertriebskanäle und ein Produktangebot, das stärker auf einzelne Kundengruppen zugeschnitten ist.
Für diese Wachstumsinitiativen erhielt Hunkemöller zusätzlich 50 Millionen Euro. Verantwortlich ist der neue Geschäftsführer Brian Grevy, der im Februar 2024 die Nachfolge von Philip Mountford antrat. In Itzehoe bleibt unterdessen die Frage, wer ab dem 16. Oktober 2026 in die frei werdende Fläche einzieht – angesichts der hohen Nachfrage nach Gewerbeflächen vielleicht schneller, als man denkt.
