Am ehemaligen Einkaufszentrum an der A602 bei Kenn tut sich wieder etwas: Am 19. November 2026 soll der Standort nach mehreren Jahren Stillstand wiedereröffnet werden. Im September 2021 hatte der frühere Real-Markt geschlossen. Seitdem blieb das Gelände nahe der Autobahn weitgehend ruhig.

Der Aldi-Konzern kaufte das rund vier Hektar große Areal im Jahr 2024 und sanierte den Komplex aus den 1960er-Jahren vollständig. Die Kreisverwaltung Trier-Saarburg hatte ALDI SÜD zuvor die Revitalisierung des 1969 errichteten Hauptgebäudes genehmigt. Das Grundstück umfasst rund 40.000 Quadratmeter und drei Gebäude, das Hauptgebäude verfügt über etwa 8.500 Quadratmeter Nutzfläche.

Vier große Namen zum Neustart

Die Aldi-Süd-Filiale sollte ursprünglich bereits am 5. November öffnen. Kurzfristig wurde der Termin jedoch um zwei Wochen verschoben. Zum neuen Eröffnungstag sollen Aldi, Rewe, dm und McDonald’s als Hauptmieter starten. Die Fertigstellung des gesamten Projekts ist für Ende 2026 vorgesehen.

Rewe-Betreiber Tim Schirra eröffnet in Kenn seinen sechsten Markt in der Region. Weitere Filialen betreibt er in Trier, Föhren und Saarburg. Im Markt sind außerdem eine Fisch- und Sushi-Theke sowie eine Filiale der Bäckereikette Lohners geplant. Für den Eröffnungstag sind Aktionen vorgesehen, Einzelheiten stehen allerdings noch nicht fest.

Zum neuen Nutzungsmix gehören daneben eine Sparkassen-Filiale, ein Toto-Lotto-Shop und das Eiscafé Siena. Weitere Flächen im Haupt- und in den Nebengebäuden werden noch abgestimmt. Vorgesehen sind kleinere Verkaufsflächen in der Mall, ein Gastronomiebetrieb sowie Angebote für Schönheits- und Gesundheitspflege.

McDonald’s richtet derzeit den Innenbereich ein. Das Unternehmen plant aktuell ebenfalls die Eröffnung am 19. November, prüft aber wegen des Baufortschritts eine frühere Öffnung. Da kann sich also noch etwas bewegen.

Rewe testet einen neuen Abholservice

Der Rewe-Markt soll zu den ersten Märkten in Deutschland mit einem „Drive-and-go“-Service gehören. Kunden bestellen über die Rewe-App, fahren anschließend zum Parkplatz und melden sich per Handy an. Mitarbeiter bringen die Waren dann direkt zum Auto. Aus technischen Gründen wird der Service voraussichtlich erst etwa eine Woche nach der Eröffnung starten.

Hinter dem McDonald’s, im sanierten ehemaligen Baumarkt, soll voraussichtlich im März 2027 außerdem der Rewe-Getränkemarkt eröffnen. Für die Kundschaft bedeutet das kurze Wege und mehrere Besorgungen an einem Ort – genau dieses „One-Stop-Shopping-Prinzip“ verfolgt ALDI SÜD am Standort.

Der Parkplatz bietet rund 350 Pkw-Stellplätze. Zusätzlich ist ein E-Ladepark mit mindestens acht Ladepunkten geplant, darunter Schnellladestationen. Die baulichen Voraussetzungen für eine spätere Erweiterung der Ladeinfrastruktur werden gleich mitgeschaffen.

Medizentrum folgt im Januar

Im Obergeschoss soll im Januar 2027 das Medizentrum Kenn eröffnen. Angeboten werden Physiotherapie, Podologie und Gerätetraining. Die bisherige Praxis aus der St.-Margarethen-Straße wird alleiniger Mieter des Obergeschosses; der Trainingsbereich soll mehr als dreimal so groß werden wie bisher.

Energetisch wird das Hauptgebäude auf den Standard „Effizienzgebäude 70 EE“ gebracht. Die künftige Beheizung erfolgt mit Wärmepumpentechnik, auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage mit etwa 50 kWp Leistung geplant. Das ist weniger sichtbar als ein neues Ladenschild, steckt aber tief in der Sanierung.

ALDI SÜD kooperiert nach eigenen Angaben an mehr als 1.300 Standorten mit insgesamt rund 400 Partnerunternehmen. Welcher Nutzungsmix jeweils entsteht, richtet sich nach baurechtlichen Vorgaben, kommunalen Anforderungen und den Bedürfnissen der Kundschaft. Bei Standortkonzepten und möglichen Partnerschaften beschreibt sich das Unternehmen als flexibel und offen.

Sanieren statt abreißen

Die Wiederbelebung in Kenn steht beispielhaft für die Revitalisierung von Bestandsimmobilien als Alternative zu Abriss und Neubau. Dabei werden zeitgenössische Architektur, moderne Baulösungen, digitale Planungsmethoden und technische Modernisierung miteinander verbunden. Maßgeschneiderte Lösungen sollen die künftige Nutzung ermöglichen, Kernprozesse möglichst störungsfrei fortführen, Kosten kalkulierbar halten und den langfristigen Wert einer Immobilie steigern.

Zum Ansatz gehören förderfähige und effiziente Gebäude mit Blick auf die spätere Nutzung. Gesteuert werden kann ein solches Projekt aus einer Hand – von der Bestandsaufnahme über das Sanierungskonzept bis zur schlüsselfertigen Umsetzung. Arbeiten sind dabei auch während eines laufenden Betriebs möglich; eine frühzeitige marktgerechte Preiseinschätzung und die präzise Koordination aller Gewerke gehören ebenfalls dazu.

Verknüpft werden Kompetenzen im Neu- und Bestandsbau: Bauen im Bestand, Bauen am Bestand und Bauen im Betrieb. Beratungs- und Planungsleistungen reichen von ökologischen Lösungen über Architektur und Tragwerk bis zur technischen Gebäudeausrüstung und den Außenanlagen. Digital vernetzt sollen daraus Gesamtlösungen entstehen – in Kenn bekommt diese Idee ab dem 19. November 2026 wieder volle Parkplatzauslastung, Einkaufswagenklappern und vermutlich auch den einen oder anderen neugierigen Rundgang.