Wer heute einen Filmabend plant, klickt sich oft erst durch mehrere Apps, bevor überhaupt der Abspann des Entscheidungsprozesses läuft. Genau dort setzt JustWatch an: Aus der bisherigen Streaming-Suchmaschine soll im Herbst 2026 ein eigener Anbieter werden. Der Start von „JustWatch TV“ ist laut dem Fachportal „Digital Fernsehen“ noch im Oktober 2026 geplant.

Eine Beta-Version ist auf der JustWatch-Homepage bereits verfügbar. Derzeit lassen sich dort 941 Filme und Serien kostenlos ansehen – allerdings mit Werbeunterbrechungen. Zusätzlich soll es kostenpflichtige Leih- und Kaufoptionen geben. Die Inhalte werden direkt in die bestehende JustWatch-App und -Webseite integriert. Der Umweg zu einem Drittanbieter fällt damit weg.

JustWatch TV startet mit Gratisangebot und Pro-Abo

Das Modell verbindet kostenlose, werbefinanzierte Filme und Serien mit kostenpflichtigen Leih- und Kaufangeboten. Wer keine Werbung sehen möchte, kann das Pro-Abonnement buchen. Es kostet 3,99 Euro monatlich, 9,99 Euro jährlich oder 24,99 Euro lebenslang. Dafür gibt es werbefreies Streaming und zusätzliche Funktionen wie Watchlists.

Zum Start kooperiert JustWatch unter anderem mit Paramount und Fremantle. Das Angebot beginnt in mehreren Ländern, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. JustWatch erreicht monatlich rund 50 Millionen Nutzer. Gründer David Croyé begründet die Erweiterung mit der zunehmenden Aufteilung des Streamingmarktes: Wer einen bestimmten Titel sucht, soll künftig direkt bei JustWatch schauen können, ohne zwischen zahlreichen Anbietern hin- und herzuwechseln.

In Deutschland wartet allerdings eine gut besetzte Konkurrenz. Netflix startet laut den genannten Preisen bei 6,99 Euro, Disney+ bei 5,99 Euro und später bei 6,99 Euro. Amazon Prime Video kostet regulär 8,99 Euro, HBO Max und Paramount+ jeweils ab 5,99 Euro. WOW Filme & Serien beginnt zunächst bei 5,98 Euro und später bei 9,98 Euro, Apple TV+ liegt bei 9,99 Euro, RTL+ bei 5,99 Euro. Joyn+ kostet 6,99 Euro im Jahresabo oder 8,99 Euro monatlich.

Was die Streamingpreise im Herbst 2026 wirklich bedeuten

Der Preisvergleich von September 2026 weist darauf hin, dass sich Tarife häufig ändern. Netflix bleibt der teuerste große Anbieter, wobei monatliches Wechseln – „Buchen, Bingen, Kündigen“ – und rabattierte Guthabenkarten die Rechnung drücken können. Die günstigsten Tarife von Disney+, Netflix und Prime Video enthalten Werbung. Das Kleingedruckte sitzt also nicht ganz zufällig neben dem Preisschild.

Bei Netflix kostet der Basistarif 6,99 Euro monatlich mit Werbung. Wer werbefrei schauen möchte, zahlt 15,99 Euro für Standard oder 21,99 Euro für Premium. Zusatzmitglieder kosten 4,99 Euro mit Werbung beziehungsweise 5,99 Euro ohne Werbung. Kostenloses Teilen außerhalb des Haushalts ist blockiert; der Anbieter prüft Haushalte und unterbindet Gratis-Sharing zunehmend. Rabattierte Guthabenkarten mit 10 bis 15 Prozent Nachlass können helfen. Ein Rechenbeispiel: Premium für 21,99 Euro plus zwei Zusatzmitglieder zu je 5,99 Euro ergibt 33,97 Euro. Geteilt durch drei Haushalte sind das 11,32 Euro pro Person für 4K ohne Werbung.

Disney+ verlangt 6,99 Euro für den Basistarif mit Werbung, 10,99 Euro für Standard ohne Werbung und 15,99 Euro für Premium mit 4K. Das Teilen außerhalb des Haushalts ist durch Paid Sharing eingeschränkt. Das Jahresabo entspricht ungefähr zwei gesparten Monatsbeiträgen; im September gibt es häufig Aktionen für 1,99 Euro für drei Monate. Bundles, etwa über Telekom/MagentaTV oder Lidl Plus, können ebenfalls interessant sein.

HBO Max ist seit Januar 2026 in Deutschland verfügbar. Der Basistarif kostet 5,99 Euro mit Werbung, Standard 11,99 Euro ohne Werbung und in Full-HD, Premium 16,99 Euro mit 4K und Dolby Atmos. Sportinhalte kosten in jedem Tarif zusätzlich 3 Euro monatlich. Derzeit bleibt das Teilen auf den Haushalt beschränkt; kostenpflichtige Zusatzmitglieder und weitere Anti-Sharing-Maßnahmen sind für Ende 2026 angekündigt.

Eine Auslandsvariante führt über Hepsiburada Premium in der Türkei: Ein Jahresabo inklusive HBO-Max-Basiszugang soll für rund 10 Euro möglich sein. Für die erstmalige Verknüpfung wird ein türkisches VPN benötigt, danach soll der Zugang ohne VPN funktionieren. Als Zahlungsmittel werden unter anderem C24, N26 und Hanseatic genannt.

Von WOW bis Apple TV+: Wo sich genaueres Hinschauen lohnt

WOW Filme & Serien gibt es im Angebot ab 5,98 Euro, regulär kostet das Paket 9,98 Euro. Premium schlägt mit zusätzlich 5 Euro zu Buche und bietet Full-HD, 5.1-Ton sowie weniger Werbung. Im Basistarif bleiben 720p und Werbung vor Serien. Die Nutzung ist grundsätzlich auf den Haushalt beschränkt. Nach einer Kündigung kommen häufig Rückholangebote wie „Bleib bei uns“ für 5,98 Euro. WOW liefert Sky Originals und exklusive Serien; HBO-Inhalte sind seit Januar 2026 direkt bei HBO Max verfügbar.

Prime Video ist in Amazon Prime für 8,99 Euro monatlich enthalten. Wer werbefrei schauen möchte, zahlt zusätzlich 2,99 Euro, womit das Gesamtpaket knapp 12 Euro monatlich kostet. Attraktiv bleibt Prime vor allem für Menschen, die auch Gratisversand und Amazon Music nutzen. Studenten und Auszubildende erhalten 50 Prozent Rabatt sowie sechs Monate kostenlos.

YouTube ist kostenlos mit Werbung nutzbar. Premium Lite kostet 5,99 Euro und entfernt nur die Werbung bei Videos, während Premium inklusive YouTube Music bei 12,99 Euro liegt. Auslandsbuchungen über die Türkei, Ukraine oder Argentinien können den Preis auf etwa 1 bis 3 Euro senken. Google geht 2026 verstärkt dagegen vor; teilweise wird eine Kreditkarte aus dem jeweiligen Land verlangt. Der Family-Tarif kostet 23,99 Euro und lässt sich mit fünf weiteren Personen teilen – rechnerisch rund 4 Euro pro Person. Familienfreigaben gelten hier als offizielle Alternative zum VPN-Modell.

RTL+ startet bei 5,99 Euro im Basic-Tarif mit Werbung. Premium kostet 12,99 Euro, ist werbefrei und erlaubt zwei parallele Streams. Häufig sind Deezer sowie eine Hörbuch-App mit rund 100.000 Hörbüchern enthalten. Ein „Season Pass“ ermöglicht vier Monate Zahlung für sechs Monate Nutzung. Inhaltlich geht es vor allem um Reality-TV, dazu kommen unter anderem NFL Radio und die UEFA Europa League.

Apple TV+ kostet 9,99 Euro monatlich und ist grundsätzlich werbefrei. Bis zu sechs Personen können die Familienfreigabe nutzen. Der Katalog ist kleiner und konzentriert sich auf Eigenproduktionen wie „Ted Lasso“ und „Severance“, dafür bietet Apple hohe Bildqualität und hohe Bitraten. Beim Kauf eines iPhone, iPad, Mac, einer PlayStation oder bestimmter LG-Fernseher sind häufig drei kostenlose Monate enthalten.

Auch Joyn hat eine kostenlose Version mit Werbung. Joyn PLUS+ kostet 9,99 Euro. Gratis gibt es zahlreiche Serien sowie Live-TV und TV-Catch-up, meist nach Registrierung. PLUS+ lohnt sich vor allem für werbefreie komplette Staffeln und Live-Streams, etwa von „Big Brother“.

Sport, Werbung und die kleinen Fallen im Tarifdschungel

Für Bundesliga, Champions League oder Formel 1 sind insbesondere DAZN und Sky/WOW relevant. Bei DAZN können rabattierte Guthabenkarten aus Discountern wie Aldi oder Lidl die Kosten senken. WOW Sport bietet teilweise Studenten- oder Rückholangebote für 24,99 Euro statt 35,99 Euro.

Werbetarife können bis zu etwa 50 Prozent günstiger sein. Dafür laufen ungefähr vier bis fünf Minuten Werbung pro Stunde, und in günstigen Tarifen fehlen häufig 4K sowie Offline-Downloads. Im Zug oder unterwegs wird der Aufpreis deshalb schnell spürbar.

VPN- beziehungsweise Auslandsabos funktionieren, indem der Standort auf ein anderes Land gestellt und das Abo in Landeswährung abgeschlossen wird. Netflix und YouTube erkennen solche Modelle zunehmend, prüfen Zahlungsmittel und können Konten sperren. Laut dem Vergleich sind VPN-Modelle 2026 vor allem bei YouTube Premium und HBO Max über Hepsiburada noch möglich, allerdings mit Aufwand und Risiken. Bei anderen Diensten werden lokale oder offizielle Sharing-Modelle empfohlen.

Eine weniger nervöse Sparmethode heißt Abo-Hopping: Im ersten Monat Disney+, im zweiten Netflix, im dritten WOW oder HBO Max – jeweils nur so lange, bis die gewünschten Inhalte gesehen sind. Watchlists bleiben während Pausen erhalten, und JustWatch hilft bei der Suche nach dem Anbieter eines Films oder einer Serie. Gegenüber mehreren parallelen Abos sollen sich dadurch 60 bis 70 Prozent sparen lassen.

Offizielle Familien- und Gruppenmodelle gibt es bei Apple TV+, YouTube Premium, RTL+ und den Netflix-Zusatzmitgliedschaften. Je nach Tarif lässt sich die Rechnung durch vier bis sechs Personen teilen. Kostenlos bleiben Amazon Freevee, Pluto TV sowie die Mediatheken von ARD und ZDF, die werbefinanzierte Filme, Serien und Dokumentationen anbieten – gerade bei älteren Filmen und Dokus manchmal die angenehmste Lösung.

Für Familien wird Disney+ vorzugsweise mit Jahresabo empfohlen. Preisbewusste Nutzer greifen zu Prime Video wegen der Kombination aus Versand und Streaming oder zu kostenlosen Diensten wie Pluto TV. Qualitätsorientierte Zuschauer finden Apple TV+ interessant, häufig sogar über Hardwareaktionen zunächst kostenlos. Serienfans können Netflix und WOW monatlich wechseln, Sportfans DAZN und WOW abhängig von der jeweiligen Sportart nutzen.

Ein einzelner Dienst deckt das gesamte Serien- und Filmangebot nicht ab. Kombipakete wie Telekom MegaStream oder Waipu.tv bündeln mehrere Anbieter und können in Aktionen bis zu 40 Prozent günstiger sein als Einzelabos. JustWatch TV kommt also in einen Markt, in dem viele bereits müde vom Tarifwechsel sind – und genau deshalb könnte die Kombination aus Suche, Gratisangebot, Leihe und Kauf im Alltag ganz gut passen.