Die Schweizer Möbelkette Micasa bekommt neue Eigentümer. Eine Investorengruppe um den Logistikunternehmer Toni Shala hat die Aktien übernommen und stellt zusätzlich frisches Kapital für die Weiterentwicklung des Unternehmens bereit. Shala verfügt nach eigenen Angaben über langjährige Erfahrung in der Logistik- und Möbelbranche.

Für Micasa ist der Eigentümerwechsel ein weiterer Schritt in einer turbulenten Phase. Im Februar 2025 hatte Migros die Möbelkette im Rahmen eines Management-Buy-outs an den damaligen CEO Philipp Agustoni und COO Manuel Landolt verkauft. Unterstützt wurden die beiden dabei von der Investmentgesellschaft Rethink und privaten Investoren. Seit September 2025 führt die neu gegründete Micasa AG das Geschäft eigenständig.

Investitionen und neue Führung

Nun soll vor allem in IT und digitale Lösungen investiert werden. Im Mittelpunkt stehen Einkauf, Logistik, Warenverfügbarkeit und Kundenservice. Gerade die Ablösung von Migros sowie der Aufbau eigener IT-, Logistik- und Service-Strukturen haben Micasa operativ belastet. Die Folgen waren unter anderem Verzögerungen bei Zahlungen an Lieferanten.

Die operative Führung übernimmt der bisherige COO Manuel Landolt als CEO. Philipp Agustoni hat das Unternehmen nach eigenen Angaben im gegenseitigen Einvernehmen verlassen. Véronique Rath leitet neu den Einkauf, während Beatrix Ferkinghoff den Verwaltungsrat präsidiert.

Beim Personal fällt der Schnitt deutlich aus: Micasa baut 70 Stellen ab, teilweise kommt es zu Kündigungen. Für betroffene Mitarbeitende prüft das Unternehmen Weiterbeschäftigungen innerhalb der Firma.

Vier Standorte schließen

Auch das Filialnetz wird kleiner. Geschlossen werden vier Standorte: Crissier Ende Dezember 2026, Langendorf, Brügg und Buchs AG jeweils Ende Januar 2027. In der zweiten Darstellung wird Buchs als „Buchs“ bezeichnet. Weitere Filialschliessungen sind laut Micasa nicht vorgesehen.

Für Kundinnen und Kunden in den betroffenen Regionen bedeutet das: Noch läuft der Betrieb an den Standorten weiter, doch die Tage der vier Filialen sind gezählt. Zwischen Ausstellungsflächen, Möbelkartons und dem üblichen Einkaufsverkehr dürfte diese Nachricht bei den Beschäftigten trotzdem schwer im Magen liegen.

Lieferungen sollen wieder pünktlich laufen

Während der Loslösung von Migros kam es zu Verzögerungen bei Zahlungen an Lieferanten. Micasa will mit den betroffenen Lieferanten verbindliche Vereinbarungen treffen; laut den vorliegenden Angaben wurden solche Vereinbarungen bereits getroffen. Die Zahlungen sollen so schnell wie möglich wieder fristgerecht erfolgen.

Bestellabwicklung, Logistik und Kundendienst sind nach Unternehmensangaben inzwischen stabilisiert. Offene Lieferungen und Kundenanliegen werden prioritär bearbeitet – mit hoher Priorität und im direkten Austausch mit den betroffenen Kundinnen und Kunden. Gerade bei Möbelkäufen, bei denen eine verspätete Lieferung schnell das halbe Wohnzimmer durcheinanderbringt, dürfte das für viele entscheidend sein.