Netto eröffnet in Geiselharz erstmals getrennten Lebensmittel- und Getränkemarkt
In Geiselharz bei Amtzell war am 29. Oktober 2026 einiges los: Netto hat an der Schomburger Straße 3 einen neuen Markt eröffnet, und der Parkplatz war zur Eröffnung stark ausgelastet. Wo früher ein rund 20 Jahre altes Gebäude stand, ist im Vorjahr ein Neubau entstanden. Viele Kundinnen und Kunden wollten offenbar gleich sehen, was sich verändert hat.
Verändert hat sich einiges. Netto setzt dort erstmals auf ein Konzept mit getrenntem Lebensmittel- und Getränkemarkt. Der Lebensmittelmarkt bietet 800 Quadratmeter Verkaufsfläche, daneben kommen 400 Quadratmeter für Getränke hinzu. Damit stehen den Kunden insgesamt 1.200 Quadratmeter zur Verfügung.
Zwei Märkte, zwei Öffnungszeiten
Der Grund für die Trennung liegt in den rechtlichen Vorgaben: Ab 800 Quadratmetern Verkaufsfläche gelten für Märkte höhere Auflagen. Im Lebensmittelmarkt finden sich rund 5.000 Artikel. Pfandflaschen gibt es dagegen ausschließlich im Getränkemarkt, der etwa 300 Getränkemarken führt. Netto will außerdem alle regionalen Brauereien ins Sortiment aufnehmen.
Wer für eine Feier größere Mengen braucht, kann Getränke als Privatkunde für Veranstaltungen auf Kommission vorbestellen. Eine Fremdbäckerei sucht man in der neuen Filiale allerdings vergeblich. Der Netto-Backshop verkauft aufgebackene Teiglinge.
Geöffnet ist der Lebensmittelmarkt montags bis samstags von 7 bis 21 Uhr. Der Getränkemarkt öffnet montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr. Digitale Preisschilder sollen zentral per WLAN geändert werden können. Für Kunden gibt es außerdem kostenlosen Internetzugang – praktisch, wenn der Einkaufszettel wieder irgendwo im Handy verschwindet.
Mehr Platz auf dem Parkplatz
Auch draußen wurde umgebaut. Der Parkplatz ist größer und neu angeordnet worden. Die Stellplätze sind nun 2,70 statt 2,50 Meter breit. Das klingt nach wenigen Zentimetern, macht beim Ein- und Aussteigen mit Einkaufswagen oder Kindersitz aber durchaus einen Unterschied.
Der Neubau ist das Ergebnis einer mehrjährigen kommunalen Debatte. Im Jahr 2020 beantragte ein Investor einen Lidl-Markt in Geiselharz. Nach knapp zwei Jahren lehnte der Gemeinderat die Ansiedlung ab – auch nachdem Netto und Feneberg eigene Ausbaupläne vorgelegt hatten. Schließlich erhielt das Netto-Konzept die Zustimmung des Gemeinderats.
Bürgermeisterin Manuela Oswald begrüßte den Neubau und bezeichnete den Feneberg im Ortskern als Ergänzung. Vor dem Markt regte sie zusätzlich mehr Begrünung mit Bäumen an. Netto-Expansionsleiterin Irina Merenca sagte zu, den Wunsch mitzunehmen, machte aber keine Zusage.
Vereinbarung mit den Grundstückseigentümern
Hinter dem Gebäude steht eine Vereinbarung mit den Grundstückseigentümern, der Kolb & Ott GbR. Netto errichtete den Neubau selbst und überträgt ihn anschließend an die Eigentümer. Im Gegenzug erhält die Netto-Stiftung einen 15-jährigen Mietvertrag ausschließlich für das Grundstück.
Betrieb und Unterhalt des Gebäudes übernimmt die Vermieterseite. Eine Verlängerung um weitere 15 Jahre ist möglich. Für die Energieversorgung soll nachträglich eine Photovoltaikanlage installiert werden. Sie soll unter anderem die Wärmepumpe mit Strom versorgen. Zusätzlich wird die Abwärme der Kühlregale zurückgewonnen.
Netto erwartet, dass die hohe Nachfrage nach dem Neubau anhält. Am ersten Tag jedenfalls war davon reichlich zu sehen: volle Stellplätze, neue Wege durch den Markt und die eine oder andere kurze Suche nach der richtigen Flasche – denn die steht jetzt nebenan.
