In Eberswalde verschwindet ein weiterer Anlaufpunkt für günstige Einkäufe: Der Schnäppchenmarkt Pfennigland schließt seine Filiale in der Friedrich-Ebert-Straße 17. Am Schaufenster kündigt ein Plakat mit den Worten „Wir schließen“ das Ende des Standorts an.

Wer künftig in die Verkaufsfläche einzieht, ist bislang offen. Angaben zu einem Nachmieter oder zur weiteren Nutzung liegen nicht vor. Die Aufgabe der Filiale reiht sich laut Bericht in das anhaltende Ladensterben in Eberswalde ein.

Pfennigland-Standorte und Öffnungszeiten

Auf der Standortübersicht von Pfennigland wird die Eberswalder Filiale noch mit Öffnungszeiten geführt: montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr, samstags von 9 bis 16 Uhr. Daneben nennt das Unternehmen weitere Standorte:

  • Alt-Rudow 21, 12357 Berlin: Mo.–Fr. 9–18 Uhr, Sa. 9–12 Uhr
  • Turmstraße 37, 10551 Berlin: Mo.–Fr. 9–19 Uhr, Sa. 9–14 Uhr
  • Treskowallee 110, 10318 Berlin: Mo.–Fr. 9–19 Uhr, Sa. 9–16 Uhr
  • Carl-Schurz-Straße 49, 13597 Berlin: Mo.–Fr. 9–18:30 Uhr, Sa. 9–13 Uhr
  • Schönhauser Allee 84, 10439 Berlin: Mo.–Fr. 9–18:30 Uhr, Sa. 9–14 Uhr
  • Müllerstraße 32–33, 13357 Berlin: Mo.–Fr. 9–19 Uhr, Sa. 9–16 Uhr
  • Juri-Gagarin-Ring 1, 17036 Neubrandenburg: Mo.–Fr. 9–19 Uhr, Sa. 9–14 Uhr
  • Eisenbahnstraße 41, 15517 Fürstenwalde: Mo.–Fr. 9–19 Uhr, Sa. 9–16 Uhr
  • Berliner Straße 114, 03099 Kolkwitz: Mo.–Fr. 9–19 Uhr, Sa. 9–16 Uhr
  • Friedrich-Ebert-Straße 17, 16255 Eberswalde: Mo.–Fr. 9–19 Uhr, Sa. 9–16 Uhr
  • Mittelstraße 17, 16615 Oranienburg: Mo.–Fr. 9–19 Uhr, Sa. 9–16 Uhr
  • Berliner Straße 65–67, 16278 Angermünde: Mo.–Fr. 9–19 Uhr, Sa. 9–14 Uhr
  • Bahnhofstraße 42, 12555 Berlin: Mo.–Fr. 9–19 Uhr, Sa. 9–16 Uhr
  • Tempelhofer Damm 192, 12099 Berlin: Mo.–Fr. 9–19 Uhr, Sa. 9–16 Uhr
  • Kühlhausberg 8, 17235 Neustrelitz: Mo.–Fr. 9–18 Uhr, Sa. 9–134 Uhr (so im Artikel angegeben)

Leerstände nehmen zu

Der Fall in Eberswalde passt in ein größeres Bild. Der Strukturwandel trifft deutsche Innenstädte seit Jahren: Kaufhäuser, Handelsketten und kleinere Geschäfte geraten unter Druck. Traditionsunternehmen wie Hertie, Horten, Kaufhof und Karstadt verschwinden bereits seit Jahrzehnten; inzwischen beschleunigt sich die Entwicklung.

In deutschen Innenstädten stehen mittlerweile durchschnittlich rund 15 Prozent der Flächen leer. Vor der Corona-Pandemie waren es etwa 10 Prozent. Creditreform registrierte 2025 rund 2.440 Insolvenzen im Einzelhandel – neun Prozent mehr als im Vorjahr. Für Ende 2026 prognostiziert der Handelsverband Deutschland (HDE) nur noch 296.600 stationäre Einzelhandelsgeschäfte, rund 70.000 weniger als vor zehn Jahren.

Betroffen sind große Warenhäuser ebenso wie mittelgroße Modefilialisten, kleine Buchhandlungen, Traditionsgeschäfte und Handelsketten. Wo Fachgeschäfte verschwinden, wird die Auswahl dünner; gleichzeitig wachsen die leeren Schaufenster. Der HDE fordert deshalb unter anderem Steuervorteile und faire Wettbewerbsbedingungen.

Onlinehandel und Zurückhaltung beim Einkauf

Eine wichtige Ursache liegt im anhaltenden Wachstum des Onlinehandels. Der reale Einzelhandelsumsatz lag im Juni 2026 um 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Internet- und Versandhandel wuchs im selben Zeitraum dagegen um 4,9 Prozent.

Viele Verbraucher halten sich außerdem wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage mit Ausgaben zurück. Der GfK-Konsumklimaindex lag nach einem starken Einbruch im Frühjahr 2026 weiter deutlich im Minus; für August 2026 wurden −29,6 Punkte erwartet. Gespart wird vor allem bei nicht lebensnotwendigen Waren – etwa Bekleidung, Büchern, Möbeln und Unterhaltungselektronik.

Für Händler wird die Rechnung dadurch eng: Steigende Energiekosten, höhere Mieten und Inflation drücken auf die Gewinnmargen. Sind finanzielle Rücklagen aufgebraucht, bleibt vielen Betrieben nur die Schließung. Und wenn ein Geschäft nach dem anderen zusperrt, kann das auch weitere Besuche in der Innenstadt verhindern. Einkaufen ist schließlich für viele noch immer ein wichtiger Grund, überhaupt ins Zentrum zu fahren.

Was Innenstädte künftig bieten müssen

Der Onlinehandel wird voraussichtlich dauerhaft bestehen bleiben. Auch die wirtschaftliche Stagnation dürfte nicht kurzfristig enden. Innenstädte können daher nicht ausschließlich als Konsumzentren funktionieren. Als mögliche Maßnahme wurde unter anderem die Zulassung von Sonntagsöffnungen genannt, um die Zentren attraktiver zu machen.

Experten empfehlen darüber hinaus neue Nutzungskonzepte: öffentliche Räume sollen umgestaltet, Handel, Wohnen und Freizeit stärker verbunden werden. Es braucht zusätzliche Gründe für Menschen, in die Innenstadt zu kommen – nicht nur die Aussicht auf einen Einkauf.

Eine Analyse von Creditreform und dem Handelsblatt Research Institute kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass Innenstädte ihre Funktionen erweitern müssen. Als Beispiel gilt Kempen: Dort setzt die Stadt auf inhabergeführte Geschäfte, persönlichen Service und eine historische Kulisse. In Eberswalde bleibt derweil an der Friedrich-Ebert-Straße 17 zunächst die Frage offen, was hinter dem Schaufenster mit dem Plakat „Wir schließen“ als Nächstes passiert.