Die Geschäftsstelle der Raiffeisenbank Liestal Oberbaselbiet an der Rathausstrasse 58 wird umgebaut. Der Hauptsitz bleibt deshalb während der rund eineinhalbjährigen Bauphase geschlossen – für Kundinnen und Kunden heißt das zunächst: umplanen.

Wegen des Umzugs ist die Geschäftsstelle am Donnerstag, 22. Oktober, und Freitag, 23. Oktober 2026, geschlossen. Ab Montag, 26. Oktober 2026, empfängt die Bank ihre Kundschaft provisorisch an der Poststrasse 13 in Liestal. Dort sind die Kapazitäten für den Kundenempfang und die Dienstleistungen allerdings eingeschränkt.

Provisorium an der Poststrasse

Für Bankgeschäfte können nach Möglichkeit auch die Geschäftsstellen in Gelterkinden und Sissach genutzt werden. Ein Bancomat an der Rathausstrasse 58 bleibt während der gesamten Bauphase verfügbar. Bargeldbezüge sowie Ein- und Auszahlungen sind dort rund um die Uhr möglich.

Der Baustart ist voraussichtlich für Ende 2026 geplant. Die neuen Räumlichkeiten sollen voraussichtlich ab Mitte 2028 geöffnet werden. Laufende Informationen zum Umbauprojekt gibt es unter raiffeisen.ch/liestal-oberbaselbiet/umbau.

Modernes Banking, aber nicht nur digital

Hinter dem Projekt steht der Leitgedanke «neu gestaltet – lokal verankert». Der Umbau soll modernes Banking mit persönlicher Beratung, Begegnungen und Gesprächen verbinden. Also nicht bloß ein Schalter, ein Bildschirm und weiter – sondern Räume, in denen auch noch Platz für das Gespräch bleibt.

Auch der BLKB-Hauptsitz wird saniert. Weitere sachliche Angaben zu den Sanierungsplänen enthält die bereitgestellte Information allerdings nicht.

Weniger Filialen in Deutschland

Der Blick über die Grenze zeigt, warum Umbauten und vorübergehende Standortlösungen in der Bankenwelt längst zum Alltag gehören. Die Konsolidierung im deutschen Bankensektor setzte sich 2025 moderat fort. Die Zahl der Kreditinstitute sank netto um 39 auf 1.329 Institute; 2024 waren es 35 weniger.

45 Abgänge standen sechs Zugängen gegenüber. 34 Institute verschwanden durch Fusionen, nach 33 im Vorjahr. Vier gaben ihre Erlaubnis zurück, einem Institut wurde die Erlaubnis entzogen. Drei Abgänge entfielen auf Schließungen im Bereich der Zweigniederlassungen, drei Institute wurden umgruppiert. Die sechs Zugänge umfassten zwei ausländische Kreditinstitute, ein erweitertes Wertpapierinstitut sowie drei Umgruppierungen.

Deutlich sichtbar wird der Wandel bei den Standorten: Die Zahl der inländischen Zweigstellen sank von 17.870 auf 16.799. Das sind 1.071 Filialen beziehungsweise 6 Prozent weniger. Im Vorjahr hatte der Rückgang noch 1.631 Filialen beziehungsweise 8,4 Prozent betragen. Als Gründe nennt die Deutsche Bundesbank die Digitalisierung, den Kostendruck und ein verändertes Kundenverhalten.

Fusionen prägen den Bankensektor

Im Genossenschaftssektor entfielen 27 der 45 Abgänge auf Fusionen, nach 25 im Jahr 2024. Die Zahl der Genossenschaftsbanken sank dadurch um 3,7 Prozent auf 647 Institute. Im Sparkassensektor verringerte sich die Zahl der Institute durch Zusammenschlüsse um fünf auf 344 Sparkassen. Die Zahl der Landesbanken blieb unverändert bei sechs.

Bei den Kreditbanken ging die Zahl um sechs auf 232 Institute zurück; 2024 waren es vier weniger. Die Zahl der Großbanken blieb bei drei. Regionalbanken und sonstige Kreditbanken wurden von 133 auf 129 weniger. Zwei Institute kamen durch Erlaubniserweiterungen hinzu: eine Bürgschaftsbank und ein Wertpapierinstitut. Sechs Institute schieden aus, unter anderem durch Fusion, Erlaubnisrückgabe, Erlaubnisentzug, die Umwandlung in ein Wertpapierinstitut und Umgruppierungen in den Genossenschaftsbereich.

Die Zahl der Zweigstellen ausländischer Banken sank um zwei auf 100. Bei Realkreditinstituten, Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtungen und Bürgschaftsbanken gab es jeweils einen Abgang.

Großbanken bauen am stärksten ab

Bei den inländischen Zweigstellen fiel der Abbau 2025 geringer aus als im Vorjahr: minus 1.071 beziehungsweise 6 Prozent auf 16.799, nachdem es 2024 noch minus 1.631 beziehungsweise 8 Prozent gewesen waren.

Den stärksten Rückgang verzeichneten die Großbanken. Sie reduzierten ihr Netz um 755 Filialen beziehungsweise 34,6 Prozent auf 1.429 Standorte. Davon entfielen 709 Filialschließungen auf die Deutsche Bank. Der Anteil der Großbanken am gesamten Filialbestand sank von 12,2 auf 8,5 Prozent.

Regionalbanken verkleinerten ihr Filialnetz um 16 auf 927 Standorte. Die Zweigstellen ausländischer Banken erhöhten sich dagegen um neun auf 174. Insgesamt sank die Zahl der Zweigstellen der Kreditbanken netto um 762 auf 2.530. Ihr Anteil am gesamten inländischen Filialbestand fiel von 18,4 auf 15,1 Prozent.

Auch bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken verlangsamte sich der Filialabbau. Sparkassen einschließlich Landesbanken kamen auf minus 116 Filialen und 6.810 Standorte; 2024 waren es minus 178. Ihr Anteil am gesamten Filialbestand lag bei 40,5 Prozent. Im Genossenschaftssektor gingen 161 Filialen verloren, sodass 6.241 übrig blieben; 2024 hatte der Rückgang 186 betragen. Der Anteil lag bei 37,2 Prozent.

Private Bausparkassen reduzierten ihre Filialen um 15 auf 707, öffentliche Bausparkassen um elf auf 469. Zahlen, die ziemlich nüchtern wirken – bis man vor einer geschlossenen Tür steht und merkt, dass der nächste Standort eben nicht um die Ecke liegt.

Bei den inländischen Zweigstellen berücksichtigt die Statistik reine Standorte mit ausschließlich automatisierten Bank- oder Finanzdienstleistungen nicht. Als ausländische Tochterunternehmen gelten Beteiligungen von mehr als 50 Prozent an einem ausländischen Kreditinstitut.

Die Zahl der ausländischen Tochterunternehmen deutscher Banken blieb mit 73 unverändert. Großbanken unterhielten 59 Auslandstöchter, Regionalbanken sechs, Landesbanken drei, die DZ BANK vier und Banken mit Sonderaufgaben eine Auslandstochter.

Mehr Bewegung gab es bei den Auslandsfilialen deutscher Kreditinstitute: Ihre Zahl stieg um sechs auf 277, ein Plus von 2,2 Prozent. Rund 77 Prozent der Auslandsfilialen und 48 Prozent der Auslandstöchter lagen in Europa, überwiegend in EU-Ländern.