Taco Bell startet in München: Erste öffentliche Filialen eröffnen im Herbst 2026
Für Taco-Bell-Fans in Deutschland wird es konkret: Die ersten öffentlich zugänglichen Restaurants der US-Kette sollen in München eröffnen. In München-Riem und München-Freiham laufen bereits die Umbauarbeiten. Die Lehmann Holding GmbH bestätigte die beiden Standorte und die Eröffnungsmonate September und Oktober 2026. Ein exakter Termin ist noch nicht bekannt.
Der Standort München-Riem soll in den Riem Arcaden entstehen. Medienberichten zufolge hat Taco Bell dort den ersten Standort vorgesehen. Freiham liegt in einem großen Stadtentwicklungsgebiet und soll als zweiter Münchner Anlaufpunkt folgen. Im Juni 2026 unterzeichnete Christian Lehmann die Pachtverträge für beide Flächen.
15 Filialen bis 2031 geplant
Die Ebersberger Lehmann Holding treibt den Ausbau als exklusiver Franchisepartner voran. Nach eigenen Angaben besitzt das Unternehmen die exklusive Taco-Bell-Gebietslizenz für Bayern. Bis 2031 sollen im Freistaat insgesamt 15 Filialen entstehen. München dient dabei als Ausgangspunkt; weitere Standorte sind unter anderem in Nürnberg und Passau vorgesehen.
Die beiden Münchner Restaurants waren zunächst allgemein für das vierte Quartal 2026 angekündigt worden. Die nun bestätigten Monate September und Oktober machen den Zeitplan greifbarer. Die Erfahrungen aus den ersten Standorten sollen außerdem zeigen, ob und wie sich das Konzept in weiteren Bundesländern ausrollen lässt.
Eine reguläre Taco-Bell-Filiale hat bereits am 3. Oktober in Köln eröffnet. Damit stehen drei öffentliche deutsche Standorte fest: Köln sowie München-Riem und München-Freiham. Bisher existieren in Deutschland fünf Taco-Bell-Standorte, vier davon auf US-Militärbasen in Grafenwöhr, Wiesbaden, Ramstein-Miesenbach und Spangdahlem. Diese Restaurants sind für die allgemeine Bevölkerung beziehungsweise die Zivilbevölkerung nicht ohne Weiteres zugänglich.
Neustart nach dem Streit mit der İş Holding
Der neue Anlauf folgt auf eine geplatze Deutschland-Expansion. Im Mai 2024 hatte die İş Holding 25 Filialen für 2024 und 100 bis 150 Standorte bis 2030 angekündigt. Eine erste Eröffnung in Berlin war für den Sommer 2024 vorgesehen, fand jedoch nicht statt. Im November 2024 wurde der Start wegen Verzögerungen auf Sommer 2025 verschoben.
Anfang 2025 distanzierte sich Yum! Brands von der İş Holding, im Mai wurden die Deutschland-Pläne offiziell abgesagt. Drei Berliner Standorte waren zwar angemietet, eröffnet wurden sie aber nicht. Whistleblower erhoben Vorwürfe wegen unbezahlter Rechnungen und fragwürdiger Geschäftspraktiken. Die WirtschaftsWoche berichtete über interne Dokumente, in denen sämtliche geplanten Eröffnungen als abgesagt aufgeführt waren. Yum! Brands beendete die Zusammenarbeit Anfang 2025 öffentlich.
Im Dezember 2025 kündigte Taco Bell einen Neustart mit neuen Area Developern für 2026 an. Laut Franchise-Focus befanden sich sechs von acht möglichen Area Developern in der finalen Verhandlungsphase, zwei Gebiete waren noch offen. Das aktuelle Modell ist dezentral angelegt: Mehrere regionale Partner sollen jeweils bestimmte Gebiete betreuen, statt dass ein einziger Master-Franchisenehmer ganz Deutschland übernimmt. Jeder Area Developer soll mindestens fünf Restaurants eröffnen.
Geplant sind vor allem Standorte in Städten und Einkaufszentren. Ein konkretes Eröffnungsdatum und ein erster Standort waren in den allgemeinen Neustart-Planungen zunächst noch nicht festgelegt; für München liegen inzwischen jedoch die Monate September und Oktober 2026 auf dem Tisch. Bei der früheren Planung galten Berlin und Frankfurt am Main als Schwerpunkte. Erste weitere Eröffnungen könnten im Laufe des Jahres 2026 erfolgen.
Tacos, Burritos und Crunchwraps
Taco Bell wurde 1962 von Glen Bell in Kalifornien gegründet und gehört zum US-Konzern Yum! Brands, zu dem auch KFC und Pizza Hut zählen. Die Kette ist auf Tex-Mex-Gerichte spezialisiert: knusprige oder weiche Tacos, Burritos mit Fleisch, Bohnen, Reis und Käse, Quesadillas, Nachos, Crunchwraps und Bowls ohne Tortilla.
Auf der Karte gibt es zahlreiche vegetarische und vegane Optionen. Viele Gerichte können mit Bohnen statt Fleisch bestellt werden. Für manche Kundinnen und Kunden dürfte genau das den Unterschied machen; andere werden vermutlich einfach wegen der würzigen Füllungen und des geschmolzenen Käses neugierig. Weltweit betreibt Taco Bell nach Angaben von Yum! Brands mehr als 9000 Filialen in über 35 Ländern. Eine weitere Quelle nennt weltweit mehr als 8200 Restaurants.
In Europa gibt es rund 400 Standorte. Spanien kommt auf mehr als 100 Filialen, in Großbritannien ist Taco Bell in über 40 Städten vertreten. Restaurants gibt es außerdem unter anderem in den Niederlanden – etwa in Amsterdam, Rotterdam, Utrecht und Eindhoven –, in Griechenland, Finnland und Island. In Zypern bestehen Standorte in Nikosia, Limassol und Paphos; auch in der Schweiz sind Filialen angekündigt. Der nächstgelegene öffentlich zugängliche Taco-Bell-Standort für deutsche Kunden befindet sich derzeit in den Niederlanden.
Was der Ausbau für Bayern bedeutet
Für die geplanten Area Developer werden laut FranchiseDirekt eine Eintrittsgebühr von 25.000 bis 45.000 Euro, Gesamtinvestitionen zwischen 575.000 und 3.350.000 Euro sowie etwa 700.000 Euro erforderliches Eigenkapital genannt. Die Lizenzgebühr soll 5,5 Prozent des Umsatzes betragen, die Werbegebühr 4,25 Prozent. Taco Bell bietet Schulungen sowie Unterstützung bei der Standortauswahl und beim Betrieb an.
Die Münchner Filialen stehen damit nicht isoliert da. Sie sollen zeigen, ob das US-Konzept mit Tacos, Burritos, Quesadillas, Nachos, Crunchwraps und Bowls auch jenseits der Militärbasen funktioniert. Dort werden die Restaurants vom Army & Air Force Exchange Service betrieben und sind nur für US-Militärangehörige und deren Familien zugänglich. Öffentlich zugängliche Taco-Bell-Filialen gab es in Deutschland bislang nicht – nun wird es in München-Riem und München-Freiham ernst.
