EU-Kommission nimmt Porta-Übernahme durch XXXLutz ins Visier
Die geplante Übernahme der deutschen Möbelhandelskette Porta durch den österreichischen Möbelkonzern XXXLutz bleibt offen. Die Europäische Kommission prüft das Vorhaben nun genauer, weil sie befürchtet, dass der wirksame Wettbewerb im Einzelhandel erheblich beeinträchtigt werden könnte.
Entschieden ist damit weiterhin nichts. Parallel untersucht die Kommission, ob die Unternehmen möglicherweise gegen EU-Wettbewerbsrecht verstoßen und die Übernahme bereits umgesetzt haben könnten, obwohl die erforderliche Genehmigung noch aussteht.
Transaktion bislang nicht förmlich angemeldet
XXXLutz und Porta hatten die geplante Transaktion Anfang Januar 2025 öffentlich bekannt gegeben. Bei der EU-Kommission wurde sie bislang jedoch nicht förmlich angemeldet. Nach vorläufiger Einschätzung der Behörde besitzt das Geschäft EU-weite Bedeutung und hätte deshalb gemeldet werden müssen.
Bis zu einer behördlichen Freigabe gilt eine Stillhalteverpflichtung. Einen faktischen Kontrollwechsel dürfen die Unternehmen demnach nicht herbeiführen. Untersagt sind unter anderem abgestimmte Geschäftsabläufe sowie der Austausch sensibler und wettbewerbsrelevanter Informationen.
Der Kommission liegen Hinweise vor, dass XXXLutz und Porta möglicherweise gegen diese Verpflichtung verstoßen haben. Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte eine Geldbuße von bis zu zehn Prozent des weltweiten Konzernumsatzes verhängt werden. Das ist kein kleines Warnlämpchen, sondern ein ziemlich großer Scheinwerfer.
Prüfung auch unabhängig vom Verdacht
Unabhängig von der Untersuchung eines möglichen Verstoßes prüft die EU-Kommission, ob die Übernahme grundsätzlich mit dem europäischen Wettbewerbsrecht vereinbar ist. Im Kern geht es also um zwei Fragen: Wurde das Geschäft womöglich vor der Freigabe vollzogen – und würde der Zusammenschluss den Wettbewerb im Möbelhandel zu stark beschneiden?
Verbände der deutschen Möbelindustrie hatten die geplante Übernahme im vergangenen Jahr als „dramatische Nachricht“ bezeichnet. Sie warnten vor einer weiteren Konzentration des deutschen Möbelhandels. Zur XXXLutz-Gruppe gehören unter anderem Mömax und Poco; XXXLutz bezeichnet sich selbst als einen der weltweit größten Möbelhändler.
Porta mit Wurzeln nahe Porta Westfalica
Porta besteht seit 1965. Damals wurde das erste Einrichtungshaus in der Nähe von Porta Westfalica eröffnet. Aus dieser Geschichte heraus reicht die geplante Übernahme weit über einen gewöhnlichen Unternehmensverkauf hinaus – für die Handelsbranche ebenso wie für die Wettbewerbsaufsicht.
Bis die EU-Kommission ihre Prüfungen abgeschlossen hat, bleibt der Ausgang offen. Die Übernahme von Porta durch XXXLutz ist weiterhin nicht entschieden.
