Für die österreichischen Depot-Filialen läuft die Uhr: Die Dekoartikel-Kette zieht sich nach 17 Jahren vollständig aus Österreich zurück. Sämtliche Standorte werden geschlossen, nachdem die deutsche Muttergesellschaft Insolvenz angemeldet hat.

Die österreichischen Beschäftigten wurden am Dienstag zu Mittag über die Schließungen informiert. Eine eigenständige Weiterführung des Geschäfts sei nicht möglich, teilte die Gries Deco Austria GmbH mit Sitz in Bruck an der Leitha mit.

24 Standorte, rund 140 Arbeitsplätze betroffen

Die Gesellschaft stellt ihren Betrieb am 31. Jänner 2027 vollständig ein. Betroffen sind alle 24 österreichischen Filialen und Standorte. Rund 140 Beschäftigte verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz; einen Sozialplan gibt es nicht.

Noch soll das Weihnachtsgeschäft mitgenommen werden. Danach sind umfangreiche Abverkaufsaktionen mit Preisnachlässen geplant – in den Filialen dürfte es also bald deutlich leerer werden, erst bei den Regalen und dann überhaupt.

Bestehende Gutscheine können bis spätestens 31. Jänner 2027 eingelöst werden. Nach diesem Datum endet der Betrieb der Gries Deco Austria GmbH endgültig.

Insolvenz der Muttergesellschaft als Auslöser

Depot hatte 2024 erstmals Insolvenz angemeldet. Die deutsche Muttergesellschaft ist nun der Hintergrund für das Aus in Österreich. Für eine unabhängige Fortführung des österreichischen Geschäfts fand sich keine tragfähige Lösung.

Die Entwicklung trifft den österreichischen Nichtlebensmittelhandel in einer ohnehin schwierigen Phase. Ein Konjunkturreport von WIFO und Handelsverband beschrieb die Lage am 22. August 2025 als angespannt. Zwar stiegen die kalenderbereinigten Einzelhandelsumsätze im Juni 2025 gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent – der Handelsverband wertete das aber nur als begrenzten Lichtblick. Konsumdynamik und Wachstum blieben schwach.

Hohe Energiekosten, steigende Rohstoffpreise, sinkende Margen, zunehmende Insolvenzen und eine rückläufige Beschäftigung setzen vielen Betrieben zu. Im zweiten Quartal 2025 wurden 185 Insolvenzen im Handel eröffnet, 6,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – mehr als zwei pro Tag.

Teures Wohnen, vorsichtige Kundschaft

Die Inflationsrate nach dem Harmonisierten Verbraucherpreisindex lag im Juli 2025 bei 3,7 Prozent, im Euroraum bei 2,0 Prozent. Besonders die Ausgabengruppe „Wohnen, Wasser und Energie“ trug zur Teuerung bei. Laut WIFO blieb der Preisauftrieb in Österreich im internationalen Vergleich hoch.

Im Vergleich zu Deutschland war die allgemeine Inflation in Österreich höher, während die Lebensmittelpreise hierzulande langsamer stiegen. Der Lebensmittelhandel entwickelte sich in den vergangenen Jahren vergleichsweise stabil. Im Nichtlebensmittelhandel gingen die Umsätze dagegen unter anderem bei Sport- und Spielwaren sowie im Buch- und Zeitschriftenhandel zurück – ein Umfeld, in dem Dekoartikel offenbar ebenfalls keinen leichten Stand haben.

Im Juli 2025 waren rund 333.000 Menschen unselbstständig im Einzelhandel beschäftigt, 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig gab es etwa 11.000 offene Stellen, darunter mehr als 9.000 Vollzeitstellen. Das Verbrauchervertrauen verbesserte sich im Juli leicht und erreichte den höchsten Stand seit neun Monaten, blieb aber im pessimistischen Bereich. Die Sparquote war hoch; die privaten Konsumausgaben dürften 2025 nur geringfügig wachsen.

Hoffnung auf 2026

Für 2025 wurde ein Rückgang der realen Wertschöpfung im Handel um 0,2 Prozent erwartet. Für 2026 rechneten die Analysen mit einer möglichen Erholung der Ausgabenbereitschaft privater Haushalte. Der Handelsverband forderte Unterstützung für kleine Handelsbetriebe und faire Wettbewerbsbedingungen im Onlinehandel.

Für Depot in Österreich kommt diese mögliche Erholung zu spät. Bis zum 31. Jänner 2027 bleiben noch Weihnachtsgeschäft, Gutscheine und Abverkauf – und für die rund 140 Beschäftigten die schwierige Suche nach dem, was danach kommt.