Hetzenecker schließt Filiale in Münchens Neuhauser Straße wegen hoher Miete
Für die Lederwarenhandlung Hetzenecker ist in der Münchner Neuhauser Straße 2 zum Jahresende Schluss. Die Filiale im Augustinerblock wird geschlossen. Inhaber Hans Döbert, 74, macht dafür vor allem die aus seiner Sicht zu hohe Miete verantwortlich.
Döbert betreibt das Geschäft an dieser Stelle seit 1995. Im selben Gebäude befindet sich auch das Jagd- und Fischereimuseum. Drei Jahre lang, so sagt der Unternehmer, habe er mit dem Vermieter verhandelt – dem Freistaat Bayern. Eine Einigung kam nicht zustande.
23.000 Euro Miete für 190 Quadratmeter
Die Verkaufsfläche der Filiale beträgt rund 160 Quadratmeter, dazu kommen etwa 30 Quadratmeter Nebenflächen. Monatlich werden 23.000 Euro Miete fällig. Vor fünf Jahren investierte Döbert nach eigenen Angaben rund 250.000 Euro in die Modernisierung des Ladens. Trotzdem verursacht die Filiale inzwischen jedes Jahr zwischen 180.000 und 250.000 Euro Verlust.
Normalerweise hielten sich bei seinen Geschäften Personal- und Mietkosten ungefähr die Waage, erklärt Döbert. In der Neuhauser Straße sei dieses Verhältnis wegen der hohen Miete aus dem Gleichgewicht geraten. Bei 15.000 Euro Monatsmiete hätte er das Geschäft nach eigener Aussage weiterführen können.
Auch für das Ausräumen hätte sich der Inhaber mehr Spielraum gewünscht. Den Januar mietfrei nutzen zu dürfen, lehnte der Vermieter ab. Nach Döberts Einschätzung könnte das Ladengeschäft wegen eines angekündigten größeren Umbaus ohnehin längere Zeit leer stehen.
Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr erklärte auf Anfrage, grundsätzlich keine Vertragsdetails mit Dritten zu kommentieren.
Vom Stachus in drei weitere Häuser
Hetzenecker gibt es seit 1934. Döbert übernahm vor 55 Jahren als Student die Filiale am Stachus. Damals zählte die Münchner Innenstadt rund 25 Lederwarengeschäfte. Heute führt er neben dem schließenden Laden noch drei weitere Geschäfte: am Stachus, in der Sendlinger Straße 33 und am Isartor.
Diese Filialen liegen in Immobilien privater Eigentümer. Laut Döbert seien diese auch in schwierigen Zeiten an langfristigen Geschäftsbeziehungen interessiert. Die übrigen Standorte bleiben damit bestehen – vorerst zumindest.
Den stationären Handel setzt neben den Mieten auch der Online-Handel unter Druck. Hinzu kommt der Rückgang kaufkräftiger Touristen aus China, Russland und arabischen Ländern. Hetzenecker versucht laut Döbert, preislich etwas unter den Angeboten im Internet zu bleiben. Das ist kein Selbstläufer, gerade wenn in der Innenstadt jeder Quadratmeter mitredet.
Große Unternehmen könnten sich hohe Innenstadtmieten eher leisten, meint Döbert. Sie betrieben dort sogenannte Flagship-Stores als Präsentations- und Markenstandorte; die einzelnen Läden müssten nicht unbedingt Gewinne erzielen. Für Innenstädte hält er deshalb einen Mix aus neuen und traditionellen Geschäften für wichtig. Sonst sehe am Ende alles gleich aus.
Die verbliebenen Standorte und die Suche nach Öffnungszeiten
Wer die Hetzenecker-Filiale in der Sendlinger Straße 33 sucht, kann dafür etwa eine Suchfunktion für Öffnungszeiten nutzen. Dort lässt sich nach einem Firmennamen, einer Branche, einem Ort oder einer Postleitzahl suchen. Mögliche Eingaben sind beispielsweise „Bäckerei Hamburg“, „Apotheke 33602“ oder einfach „Rewe“.
Suchvorschläge erscheinen ab einer Eingabelänge von zwei Zeichen. Die Vorschlagssuche arbeitet mit einem kurzen Zeitverzug von 80 Millisekunden und einem Zwischenspeicher für bereits gestellte Anfragen. Mit den Pfeiltasten können Nutzer einen Vorschlag auswählen und ihn mit der Eingabetaste öffnen; die Escape-Taste schließt die Liste wieder. Wer mit der Maus über einen Eintrag fährt, aktiviert den entsprechenden Vorschlag. Ein Klick außerhalb des Suchbereichs beendet die Anzeige.
Über „In meiner Nähe“ lassen sich Einträge in der Umgebung finden. Sind Standortkoordinaten bereits in der Sitzung gespeichert, werden sie direkt verwendet. Andernfalls ermittelt die Geolocation-Funktion des Browsers den Standort. Die Abfrage läuft mit hoher Genauigkeit und maximal acht Sekunden. Erfolgreich ermittelte Koordinaten werden für die Sitzung gespeichert und auf sechs Nachkommastellen gerundet.
Die Suche kann mit der Standortsuche kombiniert werden. Ist keine Geolocation-Funktion verfügbar oder schlägt die Standortabfrage fehl, öffnet sich die allgemeine Seite „In der Nähe“, gegebenenfalls zusammen mit dem eingegebenen Suchbegriff.
Was lokale Geschäfte für die Innenstadt bedeuten
Wie wichtig solche Läden für das Gesicht einer Stadt sind, greift die bundesweite Kampagne „heimat shoppen“ auf. Sie will zeigen, welchen Beitrag lokale Einkäufe, Restaurantbesuche und Dienstleistungen vor Ort für lebendige Innenstädte und Ortszentren leisten. Angesprochen sind Werbegemeinschaften, Gewerbevereine, Stadtmarketingorganisationen, Kommunen und Unternehmen.
Geplant werden können etwa Aktionstage, Stadtfeste, besondere Einkaufsangebote oder gemeinsame Social-Media-Kampagnen. Die IHK für München und Oberbayern unterstützt die Einführung der Kampagne in ihrem Bezirk und möchte Werbegemeinschaften, Gewerbevereine, Kommunen und Stadtmarketingorganisationen dabei helfen, „heimat shoppen“ für eigene Aktivitäten zu nutzen.
Ein fester Termin ist nicht vorgeschrieben. Das bundesweite Aktionswochenende findet traditionell am zweiten Septemberwochenende statt, lokale Initiativen dürfen aber andere Zeiträume wählen und die Kampagne mit bestehenden Veranstaltungen und Aktionen verbinden. In München wird der frei werdende Laden in der Neuhauser Straße davon allerdings erst einmal nichts haben: Zum Jahresende zieht Hetzenecker dort die Tür zu.
