Kämpgen gibt Filiale im Kölner Rhein-Center auf
Im Erdgeschoss des Kölner Rhein-Centers in Weiden ist Schluss: Das Traditionsschuhhaus Kämpgen gibt seine große Filiale auf. An den Schaufenstern hängen bereits die Hinweise „Geschäftsaufgabe“ und „Räumungsverkauf“, der Ausverkauf läuft.
Wann das Geschäft endgültig schließt, ist am 12.10.2026 noch offen. Auch die Gründe für die Aufgabe sind bislang nicht bekannt. Weder Kämpgen noch das Management des Rhein-Centers äußerten sich dazu. Unklar bleibt außerdem, ob ein Nachmieter die Fläche übernimmt oder sie zunächst leer steht.
Wieder ein Standort weniger
Für Kämpgen ist die Filiale in Weiden nicht der erste Rückzug aus Köln. 2020 schloss das Unternehmen bereits das Geschäft an der Schildergasse 120; auch der benachbarte Laden an der Schildergasse 70 wurde aufgegeben. Nach dem Aus in Weiden bleibt in Köln nur noch der Standort auf der Hohe Straße 81.
Bei der früheren Schließung an der Schildergasse 120 liefen ebenfalls Rabattaktionen und ein Ausverkauf. Die erst 2019 umfassend sanierte Filiale wurde aufgegeben, weil Kämpgen nach Unternehmensangaben aus wirtschaftlichen Gründen nicht alle drei damaligen Innenstadtfilialen weiterführen konnte. Als zusätzlicher Druck wurde die Corona-Krise genannt, die den ohnehin angespannten Schuhhandelsmarkt weiter verschärft habe. Kündigungen von Mitarbeitern sollte es laut Unternehmen nicht geben. Kämpgen betreibt außerdem mehrere Filialen in anderen Städten.
Vom Eigelstein zum größten Schuhhaus Deutschlands
Gegründet wurde Kämpgen 1938 von Clemens und Hanni Kämpgen. Das erste Kölner Geschäft befand sich am Eigelstein. Während des Wirtschaftswunders in den 1950er-Jahren eröffnete das Ehepaar weitere Filialen in Köln, Leverkusen und Aachen.
In den 1970er-Jahren galt die Kämpgen-Filiale an der Schildergasse als größtes Schuhhaus Deutschlands. Heute wirkt die Entwicklung deutlich nüchterner: Erst verschwanden mehrere Innenstadtadressen, nun trifft es den großen Laden im Rhein-Center.
Schuhhandel unter Druck
Der deutsche Schuheinzelhandel hat sich nach den Umsatzeinbußen während der Corona-Pandemie zwar wieder erholt. 2024 erzielte die Branche einen Nettoumsatz von mehr als 6,5 Milliarden Euro. Das Umsatzniveau aus der Zeit vor der Pandemie wurde damit allerdings noch nicht erreicht.
Gleichzeitig geht die Zahl der Unternehmen und Beschäftigten seit Jahren kontinuierlich zurück. Zuletzt waren rund 66.300 Personen im deutschen Schuheinzelhandel beschäftigt. Innerhalb von 25 Jahren sank die Zahl der Unternehmen von rund 7.900 auf knapp 2.700 Betriebe im Jahr 2023.
Der Großteil des Umsatzes entfällt auf Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als zehn Millionen Euro. Die Verteilung deutet auf eine zunehmende Dominanz großer Ketten hin. Veröffentlicht wurden diese Branchendaten am 17. Dezember 2025 vom Statista Research Department.
Quelle: Express · Quelle: TAG24 · Quelle: Statista Research Department
