In Olching ist am Mittwochmorgen der erste Kentucky-Fried-Chicken-Standort im Landkreis Fürstenfeldbruck eröffnet worden. Die neue Filiale liegt an der Hagn-Kreuzung, direkt am Hagn-Kreisel und neben einer Tankstelle. Wer dort vorbeikommt, dürfte den typischen Duft von frittiertem Hähnchen kaum übersehen – oder besser gesagt: überriechen.

Lange war für das Grundstück zunächst ein Burger-King-Restaurant erwartet worden. Vor drei Jahren bekundete dann allerdings KFC Interesse an dem Standort. Der Olchinger Bauausschuss genehmigte das Projekt im Dezember 2023, der Spatenstich folgte Mitte Juni 2026.

30 Plätze drinnen, 32 auf der Terrasse

Nach Angaben von KFC umfasst das Restaurant 182 Quadratmeter. Im Innenbereich stehen auf 58 Quadratmetern 30 Sitzplätze bereit. Draußen kommen auf der Terrasse weitere 32 Plätze dazu. Wer es eilig hat, muss aber nicht einmal aus dem Auto steigen: Zur Filiale gehört ein Drive-Thru.

Bestellungen lassen sich außerdem online aufgeben und anschließend über „Click & Collect“ abholen. Geöffnet ist von Sonntag bis Donnerstag jeweils von 10 bis 23 Uhr. Freitag und Samstag läuft der Betrieb eine Stunde länger, also von 10 bis 24 Uhr.

Mit der Eröffnung entstehen laut KFC rund 25 Arbeitsplätze. Betreiber und Franchisepartner ist die EG Deutschland, die auch die benachbarte Esso-Tankstelle betreibt. Das Unternehmen sieht im Restaurant eine Ergänzung des Tankstellenstandorts um ein gastronomisches Angebot.

Standort für Anwohner und Reisende

KFC Deutschland bezeichnet Olching als gut erreichbaren Standort für Anwohner und Reisende in einer Wachstumsregion. Die Lage an der Hagn-Kreuzung passt dazu: kurz tanken, etwas essen, weiterfahren – oder doch noch ein paar Minuten sitzen bleiben. Beides ist möglich.

Die Olchinger Eröffnung fällt in eine Phase, in der KFC sein deutsches Netz deutlich ausbauen will. Der US-Konzern Yum! Brands, zu dem neben KFC auch Pizza Hut und Taco Bell gehören, betreibt in Deutschland mehr als 200 Restaurants – ausschließlich im Franchise-Modell. 2025 kamen 11 neue Standorte hinzu; bis Ende 2027 sollen rund 100 weitere Restaurants eröffnet werden.

Neue Führungskraft soll Expansion ordnen

Dafür hat KFC Deutschland erstmals die Position des Chief Development Officer, kurz CDO, geschaffen. Julia Lehnert übernahm die Funktion am 1. Mai 2026 und verantwortet seitdem Expansion sowie Markenentwicklung. Die neue Position soll das Wachstum strukturieren, das Expansionstempo sichern und künftig zentral steuern, in welchen Lagen neue KFC-Restaurants entstehen.

Zu Lehnerts Aufgaben gehören die Identifikation von Wachstumsfeldern, Entscheidungen über Investitionen und Expansion sowie die Modernisierung bestehender Restaurants. Dazu kommen Markenführung, Design, Portfoliosteuerung, Franchise-Management und die Entwicklung neuer Restaurantkonzepte. Standortentscheidungen sollen dadurch schneller fallen und die Expansion professioneller ablaufen.

KFC setzt dabei auf unterschiedliche Standort- und Storeformate: kompakte Innenstadtfilialen gehören ebenso dazu wie größere Erlebnisrestaurants, Drive-throughs sowie Standorte an Bahnhöfen und Flughäfen. Gerade bei attraktiven Lagen ist die Konkurrenz groß – mit McDonald’s, Burger King und weiteren Hähnchen-Spezialisten.

Lehnert bringt mehr als 15 Jahre internationale Führungserfahrung in Markenentwicklung, Recht, Franchise und Transformation mit. Zuletzt war sie bei der AmRest Group als Director Development für die Portfoliostrategie mehrerer Marken verantwortlich, darunter KFC, Starbucks, Pizza Hut, Sushi Shop und La Tagliatella. Damit wechselt sie von der Franchisenehmer- auf die Markenseite.

Ihr juristischer Hintergrund umfasst praktische Erfahrung mit Vertrags- und Partnerschaftsstrukturen. Digitale Technologien, künstliche Intelligenz und eine klare Strategie nennt Lehnert als wichtige Faktoren für Skalierbarkeit, Umsetzung und Agilität. Langfristig strebt KFC rund 500 Restaurants in Deutschland an. Für Franchiseinteressierte könnten durch die Netzerweiterung neue Regionen und Standortformate verfügbar werden.