Kik schließt 2026 bundesweit 150 Filialen – diese Standorte sind betroffen
Bei Kik gehen in Deutschland 2026 zahlreiche Filialen zu. Für 76 Standorte ist die Schließung inzwischen offiziell bestätigt oder durch Lokalmedien berichtet. Das Unternehmen plant im laufenden Jahr insgesamt 150 Schließungen, weitere bislang nicht öffentlich bekannte Standorte könnten dazukommen.
Eine vollständige Liste veröffentlicht Kik nicht. Die Übersicht wurde deshalb aus Unternehmensangaben und Berichten lokaler Medien zusammengestellt. Neu hinzugekommen sind Fürstenberg in Brandenburg und Stockelsdorf in Schleswig-Holstein. Beide Filialen sollen nach aktuellem Stand im November 2026 schließen. An mehreren Standorten gab oder gibt es laut Medienberichten Räumungsverkäufe; Kik äußert sich dazu nicht im Detail.
Diese Filialen sind betroffen
Den 150 Schließungen stehen 15 Neueröffnungen gegenüber. Nach dem geplanten Abbau soll Kik noch gut 2.200 Filialen in Deutschland betreiben. Hintergrund ist ein im Frühjahr angekündigtes Programm: Das Filialnetz soll kleiner werden und sich stärker an der Profitabilität ausrichten.
- Baden-Württemberg: Bopfingen und Östringen wurden im 1. Quartal geschlossen. In Rottenburg erfolgte die Schließung zum 31. März, in Wutöschingen zum 18. September. Mengen schließt zum 16. Oktober, Pfullendorf im November. Eine Filiale in Stuttgart wurde im 1. Quartal geschlossen.
- Bayern: Bad Windsheim ist geschlossen. Burgthann, Freyung, Peißenberg und Wunsiedel schlossen im 1. Quartal. Schongau wurde im Januar geschlossen, Schweinfurt zum 11. Februar und Uffenheim zum 14. März. München-Neuperlach schloss zum 14. Juli, München-Aubing zum 12. September und München-Feldmoching zum 16. September. Gunzenhausen schließt zum 15. Oktober.
- Berlin: Zwei Filialen wurden im 1. Quartal geschlossen.
- Brandenburg: Doberlug-Kirchhain und Lübbenau schlossen im 1. Quartal. Fehrbellin und Vetschau sind geschlossen. Brandenburg an der Havel schloss zum 16. Juli. Fürstenberg schließt im November, Forst zum 28. November. Bad Liebenwerda schließt zum 14. Dezember, Potsdam-Babelsberg zum 31. Dezember.
- Hamburg: Bramfeld wurde im 1. Quartal geschlossen, Steilshoop zum 12. September.
- Hessen: Bad Wildungen Innenstadt, Dreieich-Sprendlingen und eine Filiale in Frankfurt schlossen im 1. Quartal. Bad Soden-Salmünster wurde zum 18. April geschlossen, Oberursel ist geschlossen. Eine Filiale in Heppenheim schließt Ende 2026.
- Mecklenburg-Vorpommern: Altentreptow und Hagenow schlossen im 1. Quartal. Stralsund ist geschlossen.
- Niedersachsen: Bergen, Dörpen, Emsbüren und Pattensen schlossen im 1. Quartal. Gieboldehausen und Nordenham Innenstadt sind geschlossen. Salzgitter schloss zum 12. März, Twistringen zum 14. März und Vechta zum 5. August. Dassel schließt zum 28. November, Salzhemmendorf Ende 2026.
- Nordrhein-Westfalen: Essen, Marl, Ochtrup und Troisdorf-Mitte schlossen im 1. Quartal. Radevormwald ist geschlossen, Wassenberg schloss zum 14. September. In Hamm schließt eine Filiale zum 27. August, eine weitere im Oktober.
- Sachsen: Eine Filiale in Dresden, Falkenstein und Seiffen schlossen im 1. Quartal. Gröditz und Plauen schlossen zum 17. September.
- Sachsen-Anhalt: Dessau und Halle-Südstadt schlossen im 1. Quartal. Eine Filiale in Magdeburg wurde zum 3. September geschlossen.
- Schleswig-Holstein: Marne ist seit Mitte Juli geschlossen, Stadtroda ist seit Mitte Juli geschlossen?
In Schleswig-Holstein schlossen außerdem Preetz zum 21. März und Büdelsdorf zum 13. April. Stockelsdorf folgt im November.
- Thüringen: Meiningen wurde im 1. Quartal geschlossen, Hildburghausen zum 16. Mai. Bad Frankenhausen schließt im Herbst, Stadtroda ist seit Mitte Juli geschlossen.
Einzelhandel unter Druck
Die Kik-Schließungen fallen in eine Zeit, in der sich der deutsche Einzelhandel kräftig verändert. Eine Untersuchung von Creditreform und dem Handelsblatt Research Institute beschreibt, dass die Zahl der Einzelhandelsbetriebe zwischen 2010 und 2025 um rund 16 Prozent auf 316.310 sank. Besonders stationäre, inhabergeführte Geschäfte in Innenstädten geraten unter Druck, während Onlineplattformen, Discounter und große Filialunternehmen Marktanteile gewinnen.
Die Zahl der Geschäfte mit einem Jahresumsatz unter 250.000 Euro ging von rund 236.100 auf etwa 170.800 zurück – ein Minus von 28 Prozent. Gleichzeitig verdoppelte sich die Zahl der großen Einzelhandelsunternehmen mit mehr als 25 Millionen Euro Umsatz. In Innenstädten verschwinden Fachgeschäfte, Leerstände nehmen zu, und auch das klassische Warenhausmodell verliert vielerorts an Bedeutung.
Als Beispiele für größere insolvente oder wirtschaftlich angeschlagene Unternehmen werden Galeria Karstadt Kaufhof, Hammer Fachmärkte, Esprit, Gerry Weber, Görtz und Depot genannt. 2025 gab es im deutschen Einzelhandel rund 2.440 Insolvenzen, etwa 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Bereits 2024 war die Zahl der Insolvenzen im Einzelhandel um fast 20 Prozent gestiegen. Überdurchschnittlich betroffen waren zuletzt der Buchhandel, der Handel mit Back- und Süßwaren sowie der Textileinzelhandel.
