Lidl, Aldi Süd, Netto und Kaufland im Preisduell um Wildkamera, Fritteuse und Sneaker
Heute, am 19.10.2026, lohnt sich ein genauer Blick in die Prospekte: LIDL, ALDI Süd, Netto und Kaufland vergleichen im Oktober zahlreiche Non-Food-Angebote. Manche Produkte gibt es online, andere nur in den Filialen, wieder andere an beiden Verkaufsstellen. Und ja, beim Preis liegen teils erstaunliche Unterschiede drin.
Discounter haben in Deutschland weiterhin große Bedeutung. Ihr Sortiment ist kleiner als das von Supermärkten, reicht aber von Lebensmitteln über Haushaltswaren und Hygieneartikel bis zu Multimedia und Elektronik. Ein dichtes Filialnetz bringt die Märkte für die meisten Einwohner in greifbare Nähe. Kleine Verkaufsflächen, begrenzte Auswahl und viele Eigenmarken helfen dabei, die Preise niedrig zu halten.
Wildkamera, Ventilator und Kasserolle im Preisvergleich
Bei der Wildkamera tritt ALDI Süd gegen Netto an. ALDI Süd bietet ab Donnerstag, 22.10., eine Rollei-Wildkamera für 29,99 Euro an. Sie nimmt Fotos mit bis zu 48 Megapixeln und Videos bis zu 4K auf, arbeitet auch bei Nacht und bringt eine 8-GB-Speicherkarte mit. Netto verlangt für seine Wildkamera 34,99 Euro. Auch sie schafft bis zu 48-MP-Fotos, 4K-Video und Nachtaufnahmen; im Prospekt wird allerdings keine Speicherkarte erwähnt. Der Preisvorteil bei ALDI Süd beträgt 5 Euro.
Beim Kaminofen-Ventilator ist LIDL günstiger. Beide Modelle funktionieren ohne Stromanschluss und verteilen die aufsteigende Wärme im Raum. Der Tronic-Ventilator von LIDL kostet 14,99 Euro und ist zum Stellen oder zum Hängen erhältlich. Netto verlangt für den Star-Ventilator 19,99 Euro; weitere Modelle sind dort nicht angegeben. Macht ebenfalls 5 Euro Unterschied.
Bei der Gusseisen-Kasserolle liegt Kaufland vorn. Die Silvercrest-Gusseisen-Serie kostet 19,99 Euro, fasst ungefähr 2,2 Liter und bietet fünf Designs und Größen zur Auswahl. Mit der Kaufland-App sind zusätzlich 20 Prozent Rabatt möglich. LIDL verkauft eine Silvercrest-Servierpfanne im Kürbis-Design für 29,99 Euro. Sie fasst etwa 2,1 Liter, ist ofenfest und nur online erhältlich. Der Preisunterschied von 10 Euro geht zugunsten von Kaufland aus; wer unbedingt das Kürbis-Design möchte, landet bei LIDL.
Staubsauger und Heißluftfritteusen: mehr Geld, mehr Ausstattung?
Netto bietet den Cleanmaxx Akku-Zyklon für 55,55 Euro an. Der beutellose Staubsauger läuft bis zu 30 Minuten, sein Akku hat 2.200 mAh. Dazu kommen zwei EPA-11-Filter, eine Wandhalterung, Kombi-Bürstendüse und Bodendüse. LIDL verlangt für den Silvercrest SAS 24 A1 69,99 Euro. Dafür sind bis zu 42 Minuten Laufzeit auf Stufe 1, ein HEPA-14-Filter, eine Wandhalterung mit Ladefunktion, eine 60-Minuten-Schnellladestation sowie eine Bodendüse mit LED-Licht dabei. Der Preisunterschied beträgt 14,44 Euro. LIDL punktet mit längerer Laufzeit, geringerem Gewicht und dem LED-Licht.
Bei der Heißluftfritteuse ist Netto mit 33,33 Euro deutlich günstiger. Die GOURMETmaxx gibt es nur in Filialen, sie fasst etwa 4,5 Liter, arbeitet mit 1.400 Watt und ist für ungefähr drei bis vier Personen gedacht. Frittieren, Braten, Backen, Grillen, Garen und Erhitzen gehören zu den sechs Funktionen. Wer sie in der Filiale kauft, zahlt außerdem keine Versandkosten.
LIDL setzt bei der Silvercrest SHFD 2350 B2 auf mehr Volumen und Leistung: 49,99 Euro, ausschließlich online, etwa 6,7 Liter Fassungsvermögen beziehungsweise 5,6 Liter Nutzvolumen und 2.350 Watt. Das Gerät ist für etwa 750 Gramm Pommes ausgelegt und bietet sieben Programme: Reheat, Dehydrate, Roast, Bake, Prove, Air Fry und Ultra Crisp. Netto ist damit um 16,66 Euro günstiger, während LIDL mehr Platz und Kraft mitbringt.
Sneaker und die Tücken der Aktionsware
Kaufland verkauft Mustang-Sneaker für 29,99 Euro. Das Obermaterial besteht aus PU und Polyester, innen gibt es ein Textilfutter. Zwei Farben und zwei Modelle stehen zur Wahl, gekauft werden kann in der Filiale oder im Onlineshop. ALDI Süd bietet UP2FASHION-Sneaker für 9,99 Euro an. Sie bestehen außen aus Rindsleder, ergänzt durch Synthetik und Textil, und sind in zwei Farben erhältlich. Der Unterschied: 20 Euro. Kaufland liefert Markenschuhe, ALDI Süd die deutlich günstigere Variante mit Rindsleder.
Wo das Produkt liegt, ist allerdings nicht nebensächlich. Begrenzte Ladenflächen, regionale Verfügbarkeit und spontane Aktionen führen dazu, dass manches nur im Geschäft auftaucht. Sperrige oder erklärungsbedürftige Artikel werden dagegen häufig online angeboten. Aktionsware gibt es oft nur in begrenzter Menge. Für eilige Anschaffungen ist der Filialkauf meist schneller, während Onlinebestellungen je nach Händler mehrere Werktage brauchen können.
Vor einer Bestellung sollten Versandkosten, Mindestbestellwert und Lagerbestand geprüft werden. Online-Coupons können an ein Kundenkonto oder eine App gebunden sein; einige Rabatte gelten nur für registrierte Kunden oder über eine App. Preise und Verfügbarkeiten können sich kurzfristig ändern.
Warum Discounter längst mehr als Lebensmittel verkaufen
Wöchentlich bringen Discounter zusätzliche Waren und Rabatte über Prospekte in die Haushalte. Neben Cola, Bier, Lebensmitteln und Sekt finden sich dort Waschmittel, Kaffee, Obst, Gemüse und Blumen, außerdem Sonnenblumenöl, Butter, Kartoffeln, Nutella, Energydrinks, Spirituosen und Mineralwasser. Auch Marken wie Krombacher, Rotkäppchen, Nescafé, Ariel, Persil, Lavazza und Volvic werden regelmäßig angeboten.
Wegen der steigenden Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln haben viele Ketten eigene Bio-Marken eingeführt: Aldi führt „GUT BIO“, Penny „Naturgut“, Kaufland „K-Bio“ und Lidl „Combino“, „Freshona“ sowie „Milbona“. Discounter und Supermärkte nähern sich bei Sortiment und Preisgestaltung zunehmend an. Immer mehr Markenartikel stehen neben preiswerteren Eigenmarken im Regal.
Der Siegeszug begann laut dem Branchenüberblick 1962 mit der ersten Filiale von Theo und Karl Albrecht, den Gründern von Aldi. Der Anteil der Discounter am deutschen Einzelhandel ist kontinuierlich gestiegen und liegt bei etwa 40 Prozent. Aldi kommt auf rund 4.200 Geschäfte, Lidl betreibt mehr als 3.000 Filialen, Penny etwa 2.000 Standorte. In Deutschland eröffnen regelmäßig neue Discounter-Filialen.
Das Discountkonzept ist längst in andere Branchen gewandert: Bei Möbeln stehen Roller, Möbel Boss und Sconto dafür, bei Textilien Takko und KiK, bei Papier- und Bürobedarf McPaper.
Schmales Sortiment, breite Wirkung
Discounter wie Aldi und Lidl sind die wichtigste Vertriebslinie im deutschen Lebensmitteleinzelhandel – noch vor Supermärkten. Sie unterscheiden sich durch ein vergleichsweise schmales Sortiment, einen hohen Eigenmarkenanteil, niedrige Preise und eine schlichte Warenpräsentation. Während Supermärkte durchschnittlich knapp 12.000 Artikel führen, bieten Discounter in der Regel etwa 2.000 bis 3.500 verschiedene Artikel an. Der Schwerpunkt liegt auf schnell verkäuflichen Lebensmitteln; Near-Food- und Non-Food-Angebote bleiben meist begrenzt, können dafür aber zwischen Gartenzubehör, Küchengerät und Sneakern ordentlich überraschen.
Unterschieden wird weiterhin zwischen Hard- und Soft-Discountern. Hard-Discounter haben meist Verkaufsflächen von deutlich unter 1.000 Quadratmetern, mit steigender Tendenz, konzentrieren sich auf wenige schnell verkäufliche Produkte und führen häufig höchstens 1.500 Artikel. Ihr Eigenmarkenanteil ist besonders hoch. Dieses Format gilt als spezifisch deutsches Phänomen. Aldi sowie Lidl als Teil der Schwarz-Gruppe werden den Hard-Discountern zugerechnet; beide Unternehmen haben in den vergangenen Jahren stark im Ausland expandiert.
Netto Marken-Discount, eine Tochtergesellschaft von Edeka, gilt dagegen als großer Soft-Discounter. Das Unternehmen führt ein größeres Sortiment, bietet mehr Produktvarianten an und verkauft zahlreiche Markenprodukte. Die Grenzen zu Supermärkten verschwimmen trotzdem: Auch Aldi hat sich in Richtung „Premiumisierung“ entwickelt, mit mehr nachhaltigen Produkten, Markenartikeln, höheren Qualitätsangeboten und moderneren Filialen. Discounter bieten insgesamt mehr Bio-Produkte, Herstellermarken und modernere Märkte an.
Der Marktanteil der Discounter im deutschen Lebensmitteleinzelhandel stabilisierte sich nach dem starken Wachstum in den 2000er-Jahren bei knapp 38 Prozent. Zu den führenden Discountergruppen in Deutschland gehören Aldi Nord und Aldi Süd, Lidl, Netto Marken-Discount, Penny von Rewe und Norma. Aldi und Lidl wuchsen zuletzt auch international kräftig und steigerten ihre Umsätze unter anderem in Frankreich und Großbritannien. Diese Einordnung stammt aus dem vom Statista Research Department veröffentlichten Artikel vom 17. Dezember 2025.
