In Bottrop ist heute, am 29. Oktober 2026, eine Lidl-Filiale umgezogen: Aus dem älteren Markt an der Peterstraße wurde ein neuer Standort an der Friedrich-Ebert-Straße. Die beiden Häuser liegen nur wenige Hundert Meter auseinander, für Stammkunden ändert sich also vor allem die Tür, durch die sie künftig gehen.

Der bisherige Markt war sichtbar in die Jahre gekommen und schließt einen Tag vor der Neueröffnung. Am neuen Standort nutzt Lidl ein bestehendes Gebäude, einen kompletten Neubau gab es nicht. Früher war dort ein Promarkt untergebracht, zuletzt betrieb Expert die Fläche. In den vergangenen Wochen wurde das Haus umfangreich modernisiert und für Lidl umgebaut.

Frühes Anstehen für den Einkaufsgutschein

Die Neueröffnung fand am Donnerstag, 29. Oktober, statt. Die ersten 100 Kundinnen und Kunden erhielten jeweils einen Lidl-Einkaufsgutschein im Wert von 20 Euro. Zusätzlich wurden am Eröffnungstag kostenlose Heißgetränke angeboten – bei rund 9 Grad Außentemperatur vermutlich keine schlechte Idee.

Kurz vor 7 Uhr bildeten sich laut Aufnahmen der „WAZ“ bereits lange Warteschlangen vor der Filiale. Wer so früh gekommen war, musste also nicht nur Geduld, sondern auch ein bisschen Kälte mitbringen. Der neue Markt soll die bisherige Innenstadtfiliale ersetzen und die Nahversorgung sichern.

Parkplatz mit FitX geteilt

Ein Fragezeichen bleibt beim Parkplatz. Lidl-Kunden teilen sich die Fläche am neuen Standort mit Besuchern des darüberliegenden Fitnessstudios FitX. Einige Bottroper bezweifeln deshalb, dass der Platz für alle reicht. Ob die Parkplatzkapazität genügt, soll sich erst nach der Eröffnung und in den folgenden Wochen zeigen – beim Einkaufswagen-Schieben könnte es also gelegentlich eng werden.

Die Filiale soll nach dem aktuellen Lidl-Konzept gestaltet und an das Erscheinungsbild erneuerter Lidl-Märkte in Bottrop und Umgebung angepasst werden. Zum Sortiment gehören neben Lebensmitteln auch Kleidung, Werkzeuge und Haushaltsartikel. Das Geschäftskonzept setzt unter anderem auf Eigenmarken und wechselnde Aktionsangebote.

Vom ersten Markt in Ludwigshafen zum weltweiten Netz

Lidl eröffnete 1973 seine erste deutsche Discountfiliale in Ludwigshafen am Rhein. Heute gehört das Unternehmen zur Schwarz Gruppe, zu der auch Kaufland zählt. Lidl ist in 31 Ländern vertreten und betreibt weltweit mehr als 12.000 Filialen.

In Deutschland gibt es über 3.250 Lidl-Standorte. Das Filialnetz soll weiter ausgebaut und verdichtet werden, damit verbleibende Versorgungslücken geschlossen werden und Kunden kurze Wege behalten. Für Verkaufsflächen nennt Lidl mindestens 1.000 Quadratmeter; bei Neueröffnungen gelten rund 1.500 Quadratmeter als ideal. Eine neue Filiale führt rund 4.300 Einzelartikel.

Der häufigste Filialtyp bleibt die eingeschossige Standardfiliale mit vorgelagertem Parkplatz. Vorgesehen sind großzügige, barrierefreie Verkaufsflächen, viel Tageslicht, breite Gänge und niedrige Regale. Gleichzeitig will Lidl die jeweiligen Standortbedingungen und den städtebaulichen Kontext stärker berücksichtigen. Neben freistehenden Standardfilialen gibt es deshalb auch kompakte Innenstadtfilialen, große Fachmarktzentren sowie Standorte in Bahnhöfen und historischen Gebäuden.

Mehr als nur die klassische Filiale

In dicht besiedelten Gebieten entwickelt Lidl Mixed-Use-Immobilien, bei denen Filialen beispielsweise mit Wohn- oder Büroflächen kombiniert werden. Als flächensparendes Konzept wurde außerdem die zweigeschossige Metropolfiliale entwickelt: Die Parkflächen liegen im Erdgeschoss, die Filiale im ersten Obergeschoss.

Nachhaltigkeit ist ein weiterer Schwerpunkt der Portfolioentwicklung. Nach eigenen Angaben hat Lidl die Energieeffizienz seiner Gebäude verbessert und umweltschonende Technik eingesetzt. Die neue Baubeschreibung BBS 2024 für künftige Filialneubauten verfügt über eine Gold-Basiszertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, kurz DGNB.

Die Holzbau-Filialen in Albstadt und Wangen im Allgäu wurden für ihre Bauweise und Energieeffizienz über den gesamten Lebenszyklus mit dem DGNB-Platin-Zertifikat ausgezeichnet. Das Baukonzept soll den Energieverbrauch und den CO₂-Ausstoß reduzieren sowie die Recyclingfähigkeit bei der Demontage erhöhen.

Lidl will sein Filialportfolio quantitativ und qualitativ weiterentwickeln und dabei örtliche Gegebenheiten sowie gesellschaftliche Veränderungen berücksichtigen. Die Immobilien sollen sowohl die Nahversorgung sichern als auch das lokale Umfeld unterstützen. Als zentrale Ziele des Filialausbaus nennt das Unternehmen die Berücksichtigung von Kunden, lokalen Interessengruppen, Umwelt und veränderten gesellschaftlichen Anforderungen.

Für weiteres Wachstum im Immobiliengeschäft in Deutschland wurde die Lidl Immobilien Dienstleistung GmbH & Co. KG neu gegründet. Lidl ist hierzulande seit über fünf Jahrzehnten im Immobiliengeschäft aktiv. Der Beitrag zum flexiblen Filialkonzept stammt von Stephan Zwierzynski, Leiter Immobilien Region Nordwest bei der Lidl Immobilien Dienstleistung GmbH & Co. KG.