Bei Tedox wird das Filialnetz kleiner – und zugleich an anderer Stelle wieder größer. Der Renovierungs-Discounter nennt auf seiner Website aktuell 125 Standorte. Mehrere Geschäfte schließen 2026, eine weitere Schließung ist für 2027 angekündigt.

In Ingolstadt endet der Verkauf am 31. Oktober 2026. Bis dahin läuft dort eine Rabattaktion. In Eckernförde in Schleswig-Holstein ist der 14. November 2026 als letzter Tag vorgesehen; die „Kieler Nachrichten“ berichten von einem Räumungsverkauf. Ebenfalls am 14. November soll die Filiale in Mülheim an der Ruhr schließen, dort gibt es ebenfalls eine Rabattaktion.

Diese Standorte sind betroffen

Schon vorbei ist es in Gardelegen in Sachsen-Anhalt: Am 2. Oktober 2026 schloss die Filiale nach gut zwei Jahren, wie die „Volksstimme“ berichtete. In Lugau in Sachsen war der 18. Oktober 2026 der letzte Öffnungstag, meldete die „Freie Presse“.

Bereits am 23. Mai 2026 machten die Märkte in Hof und Beckum endgültig zu. In Hof hatte zuvor noch ein Ausverkauf stattgefunden. Die Filiale in Erding wurde am 22. August 2026 geschlossen.

Für Cham in Bayern ist das Ende erst für Ende September 2027 vorgesehen. Tedox-Prokurist Thomas Hürter bestätigte die Schließung gegenüber dem „Bayerwald-Echo“; auch Idowa berichtete darüber.

Bei der Mülheimer Filiale an der Weseler Straße ist die Geschichte etwas komplizierter. Tedox ist dort seit 2001 ansässig, das Geschäft soll in absehbarer Zeit schließen. Laut Hürter wurde die Schließung nicht von Tedox veranlasst. Das Unternehmen habe nach eigenen Angaben keinen Grund gehabt, den Standort aufzugeben. Warum der Markt Mülheim trotzdem verlassen muss und welche konkreten Folgen das für das Team hat, wird im vorliegenden Textausschnitt nicht erläutert. Der Beitrag von Tanja Weimer erschien am 9. November 2025.

Tedox wurde zu weiteren möglichen Schließungen und den Hintergründen angefragt. Eine Antwort soll gegebenenfalls ergänzt werden.

Neueröffnung in Borken-Gemen

Ganz auf Rückzug steht die Kette allerdings nicht. In Borken-Gemen in Nordrhein-Westfalen wird derzeit umgebaut. Dort soll im Februar oder März 2027 eine neue Tedox-Filiale eröffnen. Während andernorts also die letzten Rabattaufkleber an den Regalen hängen, wird wenige Kilometer weiter offenbar schon Platz für neue Ware geschaffen.

Vom Teppichmarkt zum Renovierungs-Discounter

Hinter Tedox steht die Tedox KG mit Sitz in Harste, einem Ortsteil von Bovenden im Landkreis Göttingen. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als „Renovierungs-Discounter“, ist als KG organisiert und gehört zum Einzelhandel. Rund 2.800 Mitarbeiter arbeiten für die Kette. Für 2015 wird ein Umsatz von etwa 450 Millionen Euro genannt. Die Website lautet tedox.de.

Gegründet wurde das Unternehmen 1972 als Teppich Domäne Harste GmbH & Co. KG von Karl-Heinz Rehkopf und Rainer Wunderlich. Der Unternehmenssitz liegt in einem ehemaligen Gutshof. 1986 teilten die Gründer das Geschäft auf: Rainer Wunderlich übernahm die auf Möbel spezialisierten Domäne Einrichtungsmärkte, während Karl-Heinz Rehkopf die Teppich Domäne Harste weiterführte.

Das Sortiment im Niedrigpreissegment war von Anfang an breit: Bodenbeläge, Farben und Tapeten, Gardinen, Lampen, Haushaltswaren, Lebensmittel, Möbel, Heimtextilien und Teppiche gehörten dazu. 2007 wurde die Teppich Domäne Harste in Tedox umbenannt. Der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von „Teppich“ und „Domäne“ sowie einem „x“ zusammen.

Der Einkauf sitzt in Nörten-Hardenberg. Bis in die frühen 2000er Jahre lagen die Filialschwerpunkte vor allem im Ruhrgebiet und in Niedersachsen, inzwischen reichen die Standorte über ganz Deutschland. Seit 2007 gibt es außerdem einen Online-Shop.

Auch die Entwicklung der Filialzahl erzählt von Bewegung: 2012 waren es 82 Standorte, 2017 bereits 111, und 2023 betrieb Tedox mehr als 120 Filialen in Deutschland. Von 1992 bis 2017 arbeitete das Unternehmen im Einkauf mit dem Möbelhausdiscounter Roller zusammen. Die Eigentümerfamilie Rehkopf war bis Juli 2007 mit 25,1 Prozent an Roller beteiligt.