Walmex hat im dritten Quartal 2026 trotz höherer Kosten weiter expandiert. Insgesamt eröffnete das mexikanische Einzelhandelsunternehmen 42 neue Filialen: 39 in Mexiko und drei in Zentralamerika. Ende September kam Walmex damit auf 3.389 Filialen in Mexiko und 957 Standorte in Zentralamerika.

Beim Einkauf in den bestehenden Märkten legten die vergleichbaren Umsätze in Mexiko um 1,7 Prozent zu, in Zentralamerika sogar um 4,8 Prozent. In Mexiko stieg der durchschnittliche Einkaufsbon um 1,6 Prozent, während die Kundenfrequenz weitgehend unverändert blieb. Online lief es deutlich flotter: Der Umsatz im mexikanischen E-Commerce wuchs um 16 Prozent, die Auslieferung von Waren aus Filialen nahm um 21 Prozent zu.

Mehr Umsatz, weniger Nettogewinn

Der Umsatz erhöhte sich im dritten Quartal um 3,0 Prozent auf 248,83 Milliarden mexikanische Pesos. Unterm Strich blieben 11,03 Milliarden Pesos Nettogewinn – 6,1 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Der Grund liegt unter anderem in den gestiegenen allgemeinen Aufwendungen. Sie kletterten um 5,7 Prozent und entsprachen 17,4 Prozent des Umsatzes; im Vorjahresquartal waren es 17,0 Prozent.

Das Management hält dennoch an seiner Jahresprognose für 2026 fest. Der konsolidierte Umsatz soll bei konstanten Wechselkursen um 3,5 bis 4,5 Prozent wachsen. Bei der EBITDA-Marge rechnet Walmex mit einem Wert, der leicht unter dem Vorjahresniveau von 10,2 Prozent liegt. Expansion kostet eben – neue Märkte, Logistik, Personal. Das spürt man auch in der Bilanz.

Filialnetz von Mexiko bis Costa Rica

Walmart de México y Centroamérica S.A.B. de C.V., kurz Walmex, hat seinen Sitz in Mexiko-Stadt und ist eine Tochtergesellschaft des US-Konzerns Walmart. Das Unternehmen ist im Einzelhandel tätig, wurde in Mexiko 1954 gegründet und wird von David Cheesewright und Enrique Ostalé geleitet. Walmex beschäftigt 231.259 Menschen (2021), 2024 waren es mehr als 238.000.

Die Geschäfte, Supermärkte und Restaurants verteilen sich auf Mexiko, Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica. Zu den Marken gehören Superama, Suburbia, VIPS, Sam’s Club und Bodega Aurrerá. In diesen Ländern betreibt Walmex mehr als 4.000 Geschäfte und Clubs, 32 Vertriebszentren sowie 13 E-Commerce-Websites.

Die Unternehmensgeschichte reicht zurück zu Cifra, das Jerónimo Arango 1952 gründete. 1991 vereinbarten Cifra und Wal-Mart Stores, Inc. ein Joint Venture, um Walmart-Filialen und Sam’s Clubs in Mexiko zu eröffnen. Walmart erhöhte seine Beteiligung 1997 auf 51 Prozent; Cifra wurde in Wal-Mart de Mexico, S.A. de C.V. umbenannt. Im April 2000 stieg der Anteil auf 60 Prozent.

Der Schritt nach Zentralamerika folgte 2005. Walmart erwarb damals 33 Prozent der Central American Retail Holding Company (CARHCO) vom niederländischen Einzelhändler Royal Ahold NV. CARHCO betrieb Geschäfte in Guatemala, El Salvador, Costa Rica, Honduras und Nicaragua. 2006 erhöhte Walmart seinen Anteil auf 51 Prozent und benannte das Unternehmen in Walmart Centroamérica um. Nach dem Abschluss der Übernahme der Walmart-Geschäfte in Zentralamerika im Januar 2010 erhielt der Konzern den Namen Walmart de México y Centroamérica.

Ein Blick auf die Börse

Walmex ist unter der ISIN MXP810081010 an der Bolsa Mexicana de Valores gelistet und Bestandteil des Índice de Precios y Cotizaciones (IPC). In den Unternehmensdaten des vorliegenden Quartalsberichts wird außerdem die ISIN MX01WA000038 genannt; der Ticker lautet WALMEX, Heimatbörse ist die Bolsa Mexicana de Valores.

Am 2. November 2026 um 18:30 Uhr lag der Kurs der Walmex-Aktie bei Lang & Schwarz bei 2,43 Euro. Als Umsatz werden für 2014 441,0 Milliarden mexikanische Pesos genannt, umgerechnet 24,73 Milliarden Euro. Rechtsform: S.A.B. de C.V. – nüchtern notiert, während in den Filialen Einkaufswagen klappern und an den Kassen längst der nächste Bon aus dem Drucker rattert.

Der Fall Bodega Aurrerá in Teotihuacán

Ganz ohne Reibung verlief die Expansion nicht. 2004 geriet ein geplantes Geschäft der Marke Bodega Aurrerá in Teotihuacán in die öffentliche Kritik, weil es nahe an aztekischen Pyramiden errichtet werden sollte. Sergio Raúl Arroyo García, Leiter des Nationalen Instituts für Anthropologie und Geschichte (INAH), wurde in diesem Zusammenhang der Bestechung beschuldigt.

Nach der Kritik wurde das Geschäft etwa eine Meile von den historischen archäologischen Stätten entfernt gebaut. Zwischen Einkaufsmarkt, alter Steinlandschaft und den heutigen Filialzahlen liegt damit auch eine Erinnerung daran, dass Standortentscheidungen manchmal weit über Umsatz und Quadratmeter hinausreichen.