Zgonc eröffnet seine erste Pinzgauer Filiale im neuen Einkaufszentrum Einsa in Saalfelden
Am 29. Oktober 2026 hat Zgonc seine erste Filiale im Pinzgau eröffnet. Der neue Standort liegt in Saalfelden – für Geschäftsführer Michael Dockal ist das mehr als eine weitere Adresse auf der Landkarte. Er ist in Saalfelden aufgewachsen, hat weiterhin enge Verbindungen zur Stadt und bezeichnete die Eröffnung als lang gehegten Wunsch.
Das Einzugsgebiet sei groß, die Lage für Zgonc strategisch günstig. Untergebracht ist die Filiale im neuen Einkaufs- und Freizeitzentrum Einsa im ehemaligen Kika-Gebäude. Für den Händler ist es der zweite Standort im Bundesland Salzburg und zugleich die insgesamt 39. Filiale. Zehn neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dort beschäftigt; österreichweit kommt Zgonc auf rund 600 Beschäftigte.
Werkzeug, Akku-Technik und ein bekannter Skifahrer
Auf 760 Quadratmetern Verkaufsfläche liegen mehr als 10.000 Artikel bereit. Das Sortiment reicht von Werkzeugen und Maschinen über Baugeräte bis zu Gartengeräten. Ein Schwerpunkt liegt auf Akku-Technologien – praktisch für alle, die beim Heimwerken nicht ständig über Kabel stolpern wollen.
Zum Start gab es Angebote, Produktvorführungen und Beratungen durch Experten namhafter Marken. Auch Skilegende und Zgonc-Markenbotschafter Hans Knauß schaute vorbei und nahm an einer Autogrammstunde teil. Am Freitag, 30. Oktober, ist um 10 Uhr eine weitere Autogrammstunde mit dem Lokalmatador und Skilegenden Hans Enn in der Filiale geplant.
Ein Einkaufszentrum wächst Schritt für Schritt
Im früheren Kika-Gebäude entsteht das Einkaufs- und Freizeitzentrum „EINSA“ – der Name steht für „Einkaufen in Saalfelden“. Die ersten Geschäfte öffneten am 8. und 9. Oktober 2026, während im Gebäude anfangs noch Bauarbeiten liefen. Zgonc und der Discounter Action starteten am Donnerstag als erste Mieter.
Hinter dem Projekt liegen laut Betreibern drei Jahre Planung und Umbau. Der ursprünglich geplante Zeitplan konnte nicht vollständig eingehalten werden, deshalb erfolgt die Eröffnung schrittweise. Im oberen Bereich ist ein Indoor-Fun-Park vorgesehen, mit Social Bar, Ninja-Parcours, Indoor-Golf, Bowling, Darts und kleiner Gastronomie. Als weitere Mieter sind Lidl und der Einrichtungshändler JYSK mit einem Megastore geplant. Zwei Flächen sollen lokalen Jungunternehmern als Pop-up-Stores zur Verfügung stehen.
Zwischen Leerstand und neuen Nutzungsideen
Wie anspruchsvoll neue Handelsstandorte derzeit sind, zeigt der „City Retail Health Check 2025“, den der Handelsverband und Standort + Markt am 26. Februar 2025 präsentierten. Seit 2013 erfasst die Studie Shopflächen in den 20 größten österreichischen Städten. Untersucht wurden 24 Geschäftsbereiche sowie 16 Kleinstädte mit insgesamt rund 13.300 Shops auf etwa 2 Mio. m² Fläche.
Die Verkaufsfläche in den 20 größten Städten stieg 2024 zwar um 0,26 Prozent. Fast vollständig ging dieses Plus jedoch auf die Wiener Shopping Mall Vio Plaza mit 10.600 m² zurück. Ohne Vio Plaza wäre die Verkaufsfläche um 0,37 Prozent gesunken. Sieben von zehn Innenstadtbereichen größerer Städte verloren Fläche, in 13 von 16 untersuchten Kleinstädten ging sie ebenfalls zurück.
Die größten Verkaufsflächen entfielen auf Wien, Mariahilfer Straße mit 211.800 m², Wien, City mit 210.500 m², Graz mit 169.100 m², Linz mit 141.500 m², Innsbruck mit 114.100 m² und Klagenfurt mit 92.100 m².
Parallel stieg die Leerstandsquote in den 24 größten Innenstadtbereichen von 4,9 auf 5,5 Prozent. In den Kleinstädten erreichte der Leerstand 15,6 Prozent. Mehr als 20 Prozent wurden in Hartberg, Knittelfeld, Bruck an der Mur, Bruck an der Leitha, Horn, Liezen und Hollabrunn verzeichnet. Der Flächenanteil des Einzelhandels in österreichischen Citys sank seit 2014 von 72,8 auf 65,5 Prozent; 2024 wurde der stärkste Leerstandsanstieg seit Beginn der Studie registriert.
Am niedrigsten war der Leerstand in Mödling mit 1,8 Prozent, gefolgt von Wels mit 2,7 Prozent, Wien, Landstraßer Hauptstraße mit 2,9 Prozent, Linz mit 3,0 Prozent, Salzburg mit 3,1 Prozent, Feldkirch mit 3,5 Prozent, Bregenz mit 4,4 Prozent, Wien, Favoritenstraße mit 4,6 Prozent, St. Pölten mit 4,7 Prozent sowie Wien, Meidlinger Hauptstraße und Dornbirn mit jeweils 4,8 Prozent. Die höchsten Quoten meldeten Steyr mit 17,4 Prozent, Wiener Neustadt mit 14,4 Prozent und Eisenstadt mit 11,2 Prozent.
Handel bleibt Besuchsgrund – aber nicht mehr allein
Der Modehandel verlor in Primär- und Sekundärstädten binnen zehn Jahren rund 123.000 m² Verkaufsfläche, also 20 Prozent. Sein Flächenanteil sank auf 26,2 Prozent. Die Nahversorgung expandierte und nähert sich flächenmäßig der Hälfte des Modehandels. Gastronomieflächen zeigen erste Sättigungstendenzen, während Dienstleistungen und Freizeitangebote wie Barbershops und Casinos an Bedeutung gewinnen. Nach den Leiner-Schließungen sank der Flächenanteil des Möbel- und Wohnungseinrichtungssegments von 8 auf 5,3 Prozent.
Die Erholung des Tourismus nach der COVID-19-Pandemie unterstützte die Handelslagen in Salzburg, Innsbruck und Wien. Salzburg senkte seine Leerstandsquote innerhalb eines Jahres um 2,9 Prozentpunkte. In Wien stieg der Leerstand in der City leicht, unter anderem wegen Filialschließungen großer Marken.
Standort + Markt arbeitet deshalb mit einem „Nutzungsschichtenmodell“, das funktionale Defizite und Entwicklungsmöglichkeiten in Innenstädten sichtbar machen soll. Als zentrale Perspektive gilt eine multifunktionale Nutzung. Ein Einkaufszentrum mit Werkzeugmarkt, Discounter, Möbelhaus, Gastronomie und Freizeitangeboten passt genau in dieses Bild – auch wenn zwischen Baustellenlärm und Eröffnungsrummel noch nicht alles rund läuft.
Bei einer Händlerbefragung des Handelsverbands mit 167 Teilnehmenden erwarteten 39 Prozent für 2025 einen Gewinn, 23 Prozent einen Verlust und 38 Prozent ein ausgeglichenes Ergebnis. 16 Prozent hatten einen Expansionsstopp beschlossen, sieben Prozent planten neue Filialen.
Laut einer im Februar 2025 veröffentlichten IFH-Köln-Studie bleibt der Handel mit 61 Prozent der wichtigste Besuchsgrund für Innenstädte. Es folgen Gastronomie mit 40 Prozent und Sightseeing mit 20 Prozent. Für die „Visitor Journey“ zählen außerdem Online-Informationen, gute Erreichbarkeit, Parkmöglichkeiten, öffentlicher Verkehr, Begrünung, Sauberkeit und Sicherheit. Besucher wünschen sich vor allem Maßnahmen gegen Leerstand, ein besseres Toilettenangebot, mehr Grünflächen, mehr Angebote für Kinder und Jugendliche sowie zusätzliche Pkw-Parkmöglichkeiten.
Der Handelsverband fordert von der künftigen Bundesregierung eine substanzielle Senkung der Lohnnebenkosten, die Abschaffung der Mietvertragsgebühr, wirksame Kontrollen von Paketimporten aus Fernost und Bürokratieabbau. Als mögliche Ultima Ratio nennt er eine zeitweise Sperrung von Plattformen wie Temu und Shein. Das B2C-Paketvolumen in Österreich stieg im Vorjahr um 11,4 Prozent auf 289 Millionen Sendungen. Gefordert werden deshalb gleiche Import-, Zoll- und Produktregeln für europäische und außereuropäische Händler.
