Die geplante Übernahme des deutschen Möbelhändlers Porta durch die österreichische Möbelhandelskette XXXLutz beschäftigt nun intensiver die Europäische Kommission. XXXLutz hatte den Schritt Anfang 2026 angekündigt. Seitdem liegt in der Handelsbranche die Frage in der Luft, wie viel Wettbewerb zwischen den beiden Unternehmen nach einem Zusammenschluss noch übrig bliebe.

Auf der einen Seite stehen mehr als 140 Porta-Geschäfte unter verschiedenen Marken, auf der anderen mehr als 1.800 Geschäfte der XXXLutz-Gruppe. Dazu zählen unter anderem XXXLutz, Mömax, Möbelix, Home24, Roller und Poco. Gerade in Deutschland konkurrieren viele Filialen beider Unternehmen in denselben Regionen um Kunden – oft um dieselbe Couch, denselben Kleiderschrank und denselben knappen Geldbeutel.

EU sieht Risiken für Kunden und Lieferanten

Eine vorläufige Prüfung der Kommission ergab mögliche erhebliche Wettbewerbsbeeinträchtigungen, insbesondere in Deutschland, Tschechien und der Slowakei. In Deutschland hätten XXXLutz und Porta laut Kommission eine starke Position im Möbel-Discountsegment. Fällt dieser Wettbewerb weg, könnten Preise steigen und die Auswahl für Kundinnen und Kunden kleiner werden.

Auch die Beschaffungsmärkte in Deutschland, Tschechien, Polen und der Slowakei geraten in den Blick. Die zusammengeschlossenen Unternehmen würden Möbel über den XXXLutz-Einkaufsverband Giga International beziehen. XXXLutz verfügt darüber bereits über erhebliche Nachfragemacht und ist ein bedeutender Abnehmer für Möbelhersteller.

Durch die gebündelte Beschaffung könnten Hersteller und Lieferanten einen von wenigen großen alternativen Abnehmern verlieren. Die Kommission prüft deshalb, ob Lieferanten nach der Übernahme stärker vom fusionierten Unternehmen abhängig würden. Das klingt trocken, ist für die Fabrik am anderen Ende der Lieferkette aber ziemlich konkret: weniger große Kunden bedeuten weniger Ausweichmöglichkeiten bei Verhandlungen.

Zusätzliches Verfahren zum Ablauf der Übernahme

Unabhängig von der Wettbewerbsprüfung leitete die EU-Kommission im Sommer ein weiteres Verfahren ein. Dabei soll geklärt werden, ob XXXLutz und Porta gegen das Durchführungsverbot verstießen. Geplante Zusammenschlüsse müssen Unternehmen grundsätzlich abwarten, bis die EU-Kommission sie genehmigt hat. Die Prüfung der Wettbewerbseffekte und das Verfahren zum möglichen Verstoß laufen dabei getrennt.

Wie groß der Käufer ist, zeigt der Blick auf die XXXLutz-Gruppe: Rund 27.100 Mitarbeiter arbeiten für das Unternehmen. Die Gruppe betreibt mehr als 370 Einrichtungshäuser in 14 europäischen Ländern sowie 24 Onlineshops. Der Umsatz lag zuletzt bei rund 6 Milliarden Euro.

In der Schweiz hat XXXLutz bereits mehrere Möbelhäuser übernommen, darunter Möbel Pfister, Lipo und Conforama. Mit Porta kämen nun mehr als 140 Geschäfte unter verschiedenen Marken hinzu. Für die Kommission geht es deshalb nicht bloß um ein weiteres Möbelhaus, sondern um die Marktstellung eines Konzerns, dessen Einkaufs- und Vertriebsnetz bereits weit gespannt ist.

Einordnung der Quellenlage

Der zusätzlich herangezogene Inhalt der EU-Kommission zur Evaluierung besteht aus technischen PDF-Rohdaten und komprimierten Binärdaten. Einen lesbaren Nachrichtenartikel enthält dieses Dokument nicht. Für die Einordnung der geplanten Porta-Übernahme liefern daher die beschriebenen Verfahren, die Marktpositionen und die möglichen Folgen für Kunden, Händler und Lieferanten den relevanten Rahmen.