US-Tequila-Absatz legt im September kräftig zu, doch der Umsatz bleibt unter Druck
Der Tequila-Absatz in den US-Kontrollstaaten hat im September 2026 einen kräftigen Sprung gemacht: 600.260 Neun-Liter-Äquivalentkisten gingen über den Ladentisch, 9,5 Prozent mehr als im September 2025. Der Einzelhandelsumsatz stieg ebenfalls, allerdings deutlich langsamer – um 4,6 Prozent auf 199,18 Mio. US-Dollar.
Die Zahlen stammen aus den Tabellen der National Alcohol Beverage Control Association (NABCA), ausgewertet anhand der September- und Augustdaten. Der Mengenanstieg fiel damit klar stärker aus als das Plus beim Dollarumsatz. Gegenüber August kamen 7.812 Neun-Liter-Kisten hinzu, während der Einzelhandelsumsatz um 2,20 Mio. US-Dollar zurückging.
Mehr Kisten, weniger Wert über zwölf Monate
Über die zwölf Monate bis einschließlich September legte das Tequila-Volumen gegenüber dem vorherigen Zwölfmonatszeitraum um 3,0 Prozent zu. Der Umsatzwert sank dagegen um 1,3 Prozent. Das ist ein Druck auf den Umsatz, aber kein Beleg für einen allgemeinen Preisrückgang im gesamten Tequilamarkt. Aus den Daten allein lässt sich nicht ablesen, ob Kundinnen und Kunden zu günstigeren Marken wechselten, andere Packungsgrößen kauften, weniger Premiumprodukte mitnahmen, Preisaktionen nutzten oder sich Vertriebswege verschoben.
Die NABCA-Zahlen zeigen lediglich die Richtung: Im September wuchs der Absatz stärker als der Umsatz, und über zwölf Monate gab der Umsatzwert nach. Welcher dieser Faktoren die Entwicklung bestimmt hat, bleibt offen. Auch abgefüllte Tequila-Mischgetränke und andere fertig gemischte Cocktails sind in den Tequilazahlen nicht enthalten, weil die NABCA Tequila getrennt von trinkfertigen Cocktails führt.
Wichtig ist außerdem die Reichweite der Statistik. Erfasst werden Staaten, in denen staatliche Stellen den Alkoholgroß- oder -einzelhandel kontrollieren. Der gesamte US-Markt ist das nicht.
Der Kalender half kräftig mit
Der Vergleich mit dem Vorjahr wurde durch den Kalender begünstigt. Der Labor Day fiel 2026 auf den 7. September, 2025 dagegen auf den 1. September. Dadurch entfiel 2026 mehr saisonale Verkaufsaktivität auf den September. Shanken News Daily verwies unter Berufung auf den umfassenderen NABCA-Bericht ebenfalls auf diesen späteren Feiertag. Das Spirituosenvolumen in den Kontrollstaaten stieg demnach um 3,2 Prozent, der Spirituosenumsatz um 1,4 Prozent.
Tequila gehörte im September damit zu den wachsenden Spirituosenkategorien. Der Monatsanstieg war jedoch nicht groß genug, um den schwächeren Umsatztrend über zwölf Monate zu drehen. Der NABCA-Septemberbericht ist auf den 30. Oktober datiert; die genannten Werte wurden anhand der ursprünglichen NABCA-Kategorietabellen für September und August überprüft.
Die Monate davor: Verkaufstage und Preismix im Blick
Ein Blick auf die NABCA-Ergebnisse der Vormonate zeigt, wie stark Kalender und Sortiment in die monatlichen Ausschläge hineinspielen können. Im August 2025 lag das 9L-Volumen 0,9 Prozent niedriger als im Vorjahr, der Dollarumsatz sank um 3,0 Prozent, der Preismix um 2,1 Prozent. Auf Zwölfmonatsbasis waren es minus 0,9 Prozent beim Volumen, minus 1,8 Prozent beim Umsatz und minus 0,9 Prozent beim Preismix. Insgesamt gab es acht Verkaufstage weniger: Utah kam auf vier Tage weniger, North Carolina, New Hampshire, Alabama und Montana jeweils auf einen weniger.
Im September 2025 wuchs das 9L-Volumen um 0,7 Prozent, während der Dollarumsatz um 0,9 Prozent und der Preismix um 1,6 Prozent zurückgingen. Auf zwölf Monate gerechnet lagen die Veränderungen bei minus 0,7 Prozent, minus 1,6 Prozent und minus 0,9 Prozent. Sieben zusätzliche Verkaufstage spielten hinein: Utah hatte zwei mehr, Alabama, Michigan, Montana, Mississippi und North Carolina jeweils einen mehr. Pennsylvania lag 5,9 Prozent unter dem Vorjahr; als Vergleichsbasis diente die Einführung von Canned RTDs 2024 im Lebensmittel- und Convenience-Handel.
Der Oktober brachte beim 9L-Volumen ein Minus von 0,8 Prozent, beim Dollarumsatz von 2,1 Prozent und beim Preismix von 1,3 Prozent. Auf Zwölfmonatsbasis betrugen die Rückgänge 1,1 Prozent, 2,2 Prozent und 1,1 Prozent. Einziger Unterschied bei den Verkaufstagen: Utah hatte drei zusätzliche Tage.
Im November 2025 fiel das 9L-Volumen um 6,5 Prozent, der Dollarumsatz um 8,7 Prozent und der Preismix um 2,2 Prozent. Für zwölf Monate standen minus 1,6 Prozent beim Volumen, minus 2,9 Prozent beim Umsatz und minus 1,3 Prozent beim Preismix zu Buche. Es gab acht Verkaufstage weniger: Utah verlor fünf, Alabama, Mississippi, Montana und North Carolina jeweils einen. West Virginia hatte hingegen einen zusätzlichen Verkaufstag. Montana war trotz dieses zusätzlichen Tages der einzige Bundesstaat mit positiven November-Ergebnissen.
Im Dezember 2025 stieg das 9L-Volumen um 0,4 Prozent, während der Dollarumsatz um 1,4 Prozent und der Preismix um 1,8 Prozent sanken. Der Volumenanstieg hing vor allem mit zehn zusätzlichen Verkaufstagen zusammen: Michigan und Utah hatten jeweils drei mehr, Alabama, Mississippi, Montana und North Carolina jeweils einen. Auch Pennsylvania, West Virginia, Wyoming, Iowa und Montgomery County verzeichneten ohne den Effekt zusätzlicher Verkaufstage ein positives 9L-Volumen. Für das Gesamtjahr 2025 weist die NABCA allerdings minus 1,4 Prozent beim 9L-Volumen, minus 2,8 Prozent beim Dollarumsatz und minus 1,4 Prozent beim Preismix aus.
Ein holpriger Jahresverlauf
Schon im Januar 2025 waren die Monatswerte leicht positiv: Das 9L-Volumen stieg um 0,4 Prozent, der Dollarumsatz um 0,2 Prozent, der Preismix sank um 0,2 Prozent. Auf Zwölfmonatsbasis lagen die Veränderungen bei minus 0,8 Prozent, minus 0,4 Prozent und plus 0,4 Prozent. Drei zusätzliche Verkaufstage gab es, allesamt in New Hampshire. Pennsylvania verkaufte wegen der erweiterten Distribution von Canned RTDs im Lebensmittel- und Convenience-Handel 38.000 Kisten mehr als im Januar 2024.
Im Februar folgten minus 4,4 Prozent beim 9L-Volumen, minus 5,5 Prozent beim Dollarumsatz und minus 1,1 Prozent beim Preismix. Auf zwölf Monate ergaben sich minus 1,1 Prozent, minus 0,8 Prozent und plus 0,3 Prozent. Der März war ähnlich schwach: minus 4,0 Prozent Volumen, minus 5,4 Prozent Umsatz und minus 1,4 Prozent Preismix; auf Zwölfmonatsbasis minus 1,0 Prozent, minus 1,0 Prozent und 0,0 Prozent.
April drehte kurz ins Plus: Das 9L-Volumen nahm um 3,3 Prozent zu, der Dollarumsatz um 2,9 Prozent, der Preismix sank um 0,4 Prozent. Auf Zwölfmonatsbasis blieben Volumen und Umsatz mit minus 0,8 beziehungsweise minus 0,9 Prozent im Minus, der Preismix war nahezu ausgeglichen. Im Mai ging es wieder abwärts: minus 4,2 Prozent beim Volumen, minus 5,5 Prozent beim Umsatz und minus 1,3 Prozent beim Preismix. Die Zwölfmonatswerte lagen bei minus 1,1 Prozent, minus 1,4 Prozent und minus 0,3 Prozent.
Der Juni-Bericht nennt beim Wein-9L-Volumen ein Minus von 7,6 Prozent, beim Dollarumsatz ein Minus von 8,0 Prozent und beim Preismix ein Minus von 0,4 Prozent. Auf Zwölfmonatsbasis sanken das Wein-9L-Volumen um 5,4 Prozent und der Dollarumsatz um 3,6 Prozent, während der Preismix um 1,8 Prozent zulegte. Im Juli stieg das 9L-Volumen um 1,4 Prozent; der Dollarumsatz sank um 0,4 Prozent, der Preismix um 1,8 Prozent.
So stehen nun kräftige September-Kisten neben einem rückläufigen Zwölfmonatswert beim Umsatz. Die Zahlen riechen nicht nach einer einzigen einfachen Erklärung – eher nach einem Markt, in dem Feiertage, Verkaufstage, Preisaktionen und die Wahl zwischen Standard und Premium gleichzeitig an der Stellschraube drehen.
